Schallis Kurzgeschichten - Seite 3





Schallis Kurzgeschichten

Diskutiere Schallis Kurzgeschichten im Café Bla Forum im Bereich Community; Originally posted by Schallhofer @31.07.2004, 22:59 am Ausdruck merke ich, dass du dich wohl vor geraumer Zeit zum Zweitbuch entschieden hast. Hallo Schallhofer, nein, dass ...


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  1. #21
    Mitglied
    Originally posted by Schallhofer@31.07.2004, 22:59
    am Ausdruck merke ich, dass du dich wohl vor geraumer Zeit zum Zweitbuch entschieden hast.
    Hallo Schallhofer,

    nein, dass ich mir mein drittes Buch bis heute nicht zugelegt habe, hängt nicht damit zusammen, dass ich Dich vor abwegigen Vergleichen mit Reich-Ranicki verschonen wollte. Eher habe ich als super-Leser und wenig-Schreiber mich an Deinen Werken einfach erfreut und werde das bestimmt auch in Zukunft tun.

    Gruß
    Jürgen

    •   



       

  2. #22
    Senior Mitglied

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    SE S700
    Cool :up:

  3. #23
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    HTC Touch Diamond
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    BASE
    Firmware
    1.93.407.1
    PC Betriebssystem
    XP

    Hallo,

    eine Umfrage zur Gesamtsituation der Schallhofer-Stories gibt es hier:
    klick mich...

    Greetinx, Sascha

  4. #24
    Senior Mitglied

    Themenstarter


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    SE S700
    Ok, es ist angerichtet. Es muss zwar noch einmal richtig durchkochen, aber zum Mittag solltet ihr den nächste Teil (wahrscheinlich 2/3) hier zum verspeisen vorfinden.

  5. #25
    Profi Mitglied Avatar von Tinkerbell
    *maldieHerdplatterichtigaufdreh* Vielleicht kochts dann schneller....


    Edit: *MaletwasChilinochhinzufueg* (Insider)

  6. #26
    Senior Mitglied

    Themenstarter


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    SE S700
    Als wir aus dem Jet steigen, verabschiedet sich Etién von mir. "Auf wiedersehen, Herr Schallhofer, viel Erfolg und gute Erholung wünsche ich ihnen. Vielleicht sehen wir uns hier ja noch.", und er verschwindet in einem der Autos, die am Rollfeldrand stehen. Søren ist schon zu einem anderen Wagen gegangen und Andreï hat meine Koffer; ich gehe den beiden hinter her. Ich muss die Augen zusammen kneifen, da ich in meiner 4-Minuten-Tasche keine Sonnenbrille habe. Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft. Hinter einer leichten Anhöhe kommt eine Ansammlung luxuriöser Bungalows zum Vorschein. Der Wagen biegt in eine Straße ab und hält an. "Wir sind da, Herr Schallhofer. Das ist ihrer." Ich starre auf eine Luxusvilla, nur diesmal ist kein Zaun davor, hinter dem ein Hund bellt. Wahnsinn! Søren trägt noch meine Sachen ins Haus und übergibt mir die Schlüssel, bevor er mit Andreï wegfährt. Ich wuchte einen Koffer nach dem anderen erst mal bei Seite. Duschen! Mir ist ja so nach Duschen! Ich begebe mich auf der Suche nach dem Bad durchs Haus. Schon im Erdgeschoss werde ich neben zwei Schlafzimmern fündig. Doch das im Obergeschoss gefällt mir besser. Außerdem habe ich mich beim Anblick von so viel Luxus spontan für ein Bad umentschieden; in der 6m² Badewanne. Das Bad war wie guter Sex: Lang und heiß. Ich fühle mich prächtig. Die verschiedenen Öle duften immer noch. Im Kleiderschrank im Schlafzimmer hängen feine leichte Stoffhosen, Baumwollhemden liegen gestapelt in ihren Fächern; sogar in meiner Größe. Gott sei Dank, ich hab ja nix mit. Während ich einen kalten Fruchtsaft aus dem Kühlschrank genieße, kleide ich mich an. "Wer wohnt hier eigentlich sonst?", frage ich mich beim anziehen. "Oder sind immer Kleider im Schrank?"
    Nachdem ich den spärlichen Inhalt meiner Taschen in den Schränken verteilt und die Koffer unter dem Bett verstaut hab, begebe ich mich nach unten; ich habe ja noch gar nicht in alle Räume geschaut. Nach und nach durchwandere ich das ganze Haus. Eigentlich wollte ich mir ja in dieser Luxusvilla keine Abstellräume anschauen, aber trotzdem öffne ich die kleine schmale Holztür unter der Treppe. Ok, verschätz, es führt eine Treppe hinab ins Dunkel. "Cool, ein Pool? Wobei, hinter der Terrasse ist ja schon der 12x8 Meter Pool. Billard? Spielhölle?" Ich muss es mir ansehen. Als ich den Arm nach dem Lichtschalter tastend in den Raum strecke, wird dieser plötzlich erleuchtet; Bewegungsmelder. Unten komme ich in einen kleinen, etwa 3x3 Meter großen Raum, dessen einzige Tür ich nun anstarre: Es ist eine etwa 2 Meter breite fette Panzertür, na ja, eher ein Tor. Neben dem Tor ist eine kleine metallische Platte in die Wand eingelassen; auf ihr sind zwei Lampen und zwei große Knöpfe, jeweils nebeneinander und rot und grün, und ein Schlüsselloch. Erregt renne ich nach oben und suche das Schlüsselbund, das mir Søren vorhin übergeben hat. Ich hatte es vorhin auf den massiven Eichentisch im Entrée zum Wohnzimmer gelegt.
    Ich schnappe es mir und laufe wieder zurück. An dem Schloss angekommen probiere ich den ersten Schlüssel aus, passt nicht. Um es kurz zu machen: Es war natürlich der letzte, der dann passte, wie eigentlich immer, oder? Die rote Lampe erlischt und grüne leuchtet nun stattdessen. Ich drücke erwartungsvoll den grünen Knopf. Ein lautes metallisches Klacken hallt durch den kleinen Raum, dann etwa 5 Sekunden nichts, wonach noch einmal drei laute Entriegelungen folgen. Der Schweiß steht mir auf der Stirn. Mit einem male setzt sich das Tor in Bewegung und beginnt, lautlos aufzuschwingen. Es ist mindestens 40cm dick, Vollstahl, 6 armdicke Verschlussstangen für horizontale Sicherung, Wahnsinn. Vor der Wand kommt sie mit einem leisen dumpfen Schlag zum Stillstand. Vorsichtig linse ich um die Ecke in das Unbekannte hinein; nur ein Gang, etwa genauso breit wie der Raum in dem ich grad stehe, und eine weitere Panzertür mit Lampen, aber ohne Schloss; die rote leuchtet. "Eine Schleuse!", ich erkenne diese Bauart wieder. Schnell ziehe ich draußen den Schlüssel ab, stecke ihn innen ins andere Schloss, drehe ihn und drücke den roten Knopf. Das Tor setzt sich wieder in Bewegung; absolut leise schwingt es langsam zu. Als es zuschlägt, erschüttert der dumpfe Schlag den Raum; das Klacken der Stäbe folgt unmittelbar. Für eine kurze Zeit fühle ich mich eingeschlossen und sehr unwohl, bis die andere Tür hinter mir die nun vertrauten Geräusche von sich gibt. Leise schwingt sie auf. Der Blick ist nun frei auf einen etwa 1 Meter schmalen, ovalen Gang. Nach etwa 20 Metern folgt eine Kurve, der Gang ist beleuchtet. Ok, keine Chance, das muss ich mir angucken. Ein leichter Schweißfilm steht mir auf der Stirn; im Gang ist es aber angenehm kühl, vielleicht 15°C, höchstens 18°C. Vorsichtig gehe ich auf die Kurve zu. "So ein Quatsch, wieso eigentlich vorsichtig? Nur Mut Schalli, von der Seite kann dich ja hier keiner Angreifen!” Es ist völlig still hier unten, ich höre nur meinen Atem. Ich versuche mich grade hinzustellen und ruhig zu atmen, will grade in die Kurve einbiegen, da gibt es einen kräftigen dumpfen Schlag, in meinen Ohren spüre ich die Druckänderung deutlich. Ich ducke mich instinktiv vor einem imaginären Objekt weg und klatsche mit meinem Rücken an die Wand - oh man, die zweite Tür hat sich nur geschlossen. Mein Herz schlägt in meinem Hals, ich kann mein Blut rauschen hören, flache schnelle Atmung. Ich stoße mich von der Wand ab, stelle mich hin und schaue an mir runter: "Ok, keine peinlichen Schäden am Anzug. Ganz ruhig, man!”

    Übertrieben schnell gehe ich durch die Biegung. Aha, hier wird es interessanter. Ein Schott, davor links und rechts je ein Durchgang zu einem Raum. Der erste ist recht unspektakulär, dunkel und mit einem riesigen leeren Regal an der gegenüberliegenden Wand. Der andere lässt auf einen Wachraum schließen. Ein Tisch mit Lampe am Eingang, ein paar Sitzgelegenheiten, Betten, Spinde, leere Waffenständer. Ich schaue durch das Schott. Links ist der Gang nach etwa 8 Metern zu Ende. Davor scheint eine Vorrichtung für einen befestigten MG-Stand im Boden und an den Wänden gebaut worden zu sein. Zur Rechten zeigt sich mir ein bekanntes Bild, der Gang macht nach ein paar Metern eine Biegung. Sorgenvoll seufzend schaue ich zurück durchs Schott. Soll ich weiter gehen, wo ich mich ja schon in einer Telefonzelle verlaufe? Mit Navi? Ach sch...puck drauf, ich finde hier schon wieder raus. Nach der Biegung gehe ich wieder durch ein offenes Schott. Hier wird es wirklich interessant. Der Gang wird breiter, so etwa 5 Meter, keine Ecken, alles rund. Alle 3 - 4 Meter sind links wie rechts Türen zu Räumen. In einigen sind nur ein paar Bänke oder Feldbetten, ein anderer könnte ein Besprechungszimmer oder Vorführraum sein. Der da hinten links ist ein Krankenzimmer, ein paar große medizinische Geräte unter milchigen Folien kann ich erkennen. Ein Atombunker, nichts anderes ist dass hier. Ich durchquere diese Halle und gehe in den nächsten Gang gegenüber. Hier sieht es ganz ähnlich wie in dem ersten Gang aus; gleiche Räume, kleine Abzweigungen links und rechts. Ich gehe durch ein schweres Tor, das der Schleuse unter meinem Bungalow gleicht. Mist, mein Schlüssel passt nicht. Ich bin mir sicher, das sich über mir ein weiterer Bungalow befindet.
    Plötzlich höre leise hallende Schritte aus dem Gang hinter mir; es müssen mehrere Personen sein. Mich überkommt ein starkes Angstgefühl. Ich höre sie sich unterhalten. Hektisch schaue ich mich nach einem möglichen Versteck um - toll, in einem Gang ohne jeglichen Gegenstand und mit nur einem Ausgang. Das wars dann ja wohl. Die Schritte kommen näher. Ich hole tief Luft, lehne mich an das Tor und schaue auf die Öffnung zum Gang gegenüber. "Vielleicht gehen die ja auch vorbei?", versuche ich mich zu belügen. Drei Männer in Anzügen erscheinen im Eingang; einer geht hindurch und kommt nun direkt auf mich zu. "Ok, nein, sie gehen nicht vorbei." Er lächelt, streckt mir seine Hand entgegen und sagt:" Guten Tag Herr Schallhofer, mein Name ist Nuri Kasim al Achmet, ich bin der Sicherheitschef des Anwesens. "Ok Kasi, quäle mich nicht lange, töte mich einfach schnell." Er deutet mir mit einer Geste, dass ich mit ihm aus dem Gang gehen soll. Er legt mir eine Hand auf die Schulter. "Ihre Neugierde ist ein nützliches Werkzeug bei der Aufgabe, die sie im USP wahrnehmen; sie ist eine Begabung genau wie Begeisterung, Leidenschaft und Beharrlichkeit. Praktisch sind wir Kollegen, spielen auf der selben Position. Sie schützen das Forum, ich das Anwesen." Wir gehen den beiden anderen Männern durch verschiedene Gänge hinterher, wobei mir die Kameras an den Wänden auffallen. Immer wieder öffnen sie Türen mit ihren Schlüsseln oder schließen welche. Ich glaube, die wollen mich doch nicht töten, oder zumindest nicht hier. "Na ja, die Verteidigung obliegt eigentlich eher Herrn Zeller und seiner Truppe, ich spiele so gesehen eher im Angriff." "Im Angriff? Sie haben die Aufgaben geteilt? Das ist ja hochinteressant, erzählen sie mehr mein Freund." Während wir nun einen langen graden Gang durchwandern, erzähle ich von Scannern, Jammern, clients und intelligenten Trojanern. Deutlich stolz beende ich meine Ausführungen, als wir nach einer Schleuse an eine Treppe kommen. Ich ahne nicht, dass nun sein großer Auftritt kommt.
    „Das Anwesen samt der kleinen Stadt ist lückenlos von einer Breiband-Radaraufklärung umgeben. 1,6 Millionen Wärme- Druck- Lang- und Kurzwellen- und Radarsensoren sind in der Umgebung verteilt und nehmen jedes bewegte Objekt ab der Größe einer Taube war. Mit ihnen sind etwa 2000 Kameras über ein intelligentes Computersystem verbunden. Gegen Luftziele haben wir ein Luftabwehrraketensystem," grade gehen wir durch einen Raum mit einem Raketensilo, "und gegen aufdringliche Kunden kommen Vulkan Phalanx zum Einsatz. Gegen Bodenziele ist eine Hubschrauberstaffel mit vier RAH Commanche in ständiger Bereitschaft." "Ist das Projekt von den Amis damals 2002 nicht ergebnislos beendet worden?", frage ich irritiert. "2003 ja, aber es wurden 14 Prototypen gebaut und später an Interessenten verkauft."
    "Ach so, verstehe." Wir stehen wieder vor einem Tor, doch als es lautlos nach innen aufschwingt, wird es bombastisch hell. Wir sind an der Oberfläche und gehen ins Freie. Es dauert einige Minuten, bis ich durch meine zugekniffenen Augen etwas sehen kann. Wir stehen an dieser gigantischen Mauer, die das Anwesen umschließt. Sie ist mindestens 8 Meter hoch, 5 Meter breit, oben ist sie 3 Meter breit mit rund abfallenden Flanken. In ihr sind die Abfangraketen, Gettlings und diverse Antennenanlagen ausfahrbar versenkt. Sie ist im Doppelwand-Kammersystem gebaut und dadurch ziemlich resistent gegen eindringende Objekte und Explosionen. "Hat Herr Sinclair bloß ein bisschen viel Angst oder ist das alles hier berechtigter Aufwand?", frage ich verständnislos.
    Kasi antwortet: „Die beiden Sinclairs spielten eine Partie Golf auf dem Platz hier am Stadtrand, als ein schwarzer Helikopter ohne Kennung auf einer Bergkuppel erscheint. Das Warnsystem des Operatorfahrzeugs schlägt laut Alarm, als dessen Sensoren Laserstrahlen wahrnehmen. Der Helikopter hatte einen Marker auf die beiden gesetzt. Die Sinclairs sprinten in ihre Limousine, als der Heli eine Maverick, eine Laser gelenkte Rakete, abfeuert. Das Ablenksystem der Limo feuert Alustreifen und Metallstaubwolken ab und lenkt damit den Laser ab. Die Limo setzt sich in Bewegung, doch es reicht natürlich nicht. Der gepanzerte 7,3 Tonnen Wagen wird durch die nahe Explosion in zwei Teile gerissen. Der vordere Teil wird zerstört, doch das hintere speziell gefertigte Einzellen-Cockpit bleibt ganz, und die Sinclairs auch. Noch bevor der Helipilot den Laser neu ausrichtet, pulverisieren ihn 3 Kurzstreckenraketen. Wie der Heli unbemerkt in den Kontrollbereich eindringen konnte, ist noch nicht geklärt, wir glauben an Verrat. Das war vor 63 Tagen. Ja, ich glaube das sich der Aufwand lohnt." Ich bin nun auch überzeugt. „Und wer war es?“ Kasi lächelt mich an. „Ja, die Neugier. Sir Sinclair hat gerade die Russen überzeugt, dass ein gemeinschaftlich kontrolliertes Qualitätssigel der EU mehr Qualitätssicherheit bedeutet, als ein warmer Handschlag aus den USA. Dadurch gerät der amtierende Präsident in starke Bedrängnis. Bisher konnte er sein billigeres Genfleisch breitflächig verkaufen, aber die Verkaufsargumente der EU sind einfach unschlagbar. Somit würde ein Geldstrom von mehreren 100 Millionen US$ die Richtung wechseln.“ „Und was soll das nun heißen?“, frage ich nach. "Ja, wenn sie also keine weiteren Fragen haben, bringe ich sie nun zum Freizeitbereich." Keine weiteren Fragen? Soll das ein Witz sein? Ich platze förmlich vor Neugier. Was heißt intelligenter Computer? Wo ist der Kontrollraum? Wo sind die Radarstationen? Er hat keine meiner weiteren Fragen beantwortet.
    Wir gehen durch ein kleines Wäldchen und einen seichten Hügel hinunter. Ich höre Grillen und Kröten, wunderschöne Vögel landen auf einem Teich. Langsam wird das Ausmaß dieser Anlage sichtbar. Zwei riesige Swimmingpools strahlen blau in dem üppigen Grün der umliegenden Wiese. Zwischen den beiden Pools sind Bars, Liegewiesen usw. Als wir näher kommen, erkenne ich, dass die Pools die etwa 60 Meter langen Flügel eines Schmetterlings sein sollen, die Bars, Kabinen und Snackbuden in der Mitte stellen den Körper dar. Nicht schlecht für einen Privatpool.
    Da unter einem Baum kurz vor der weiten Wiese zum Pool liegt jemand. Es ist Kati, sie liegt auf dem Bauch im Gras. Der Schatten, den der Baum mal gespendet hatte, ist schon lange weg. Beim Vorbeigehen lege ich ihr ein Handtuch über die roten Schultern. Vor ihr aufgereiht stehen drei leere Caipigläser; der Inhalt des vierten hat sich teilweise über die Hand ihres ausgestreckten Armes verteilt; sie schnarcht laut. Neben ihr liegt eine Zeitschrift über die internationale Anwaltszene. Der aufgeschlagene Artikel zeigt ein Bild einer lächelnden Anwältin, die just von der Presse zur "Advocate of the year" gewählt wurde. Ich bin mir nicht sicher, ob sich tinker für diese Dame gefreut hat, aber sie hat ihr mit einem Kugelschreiber einen Schneidezahn schwarz gemalt und ihr beide Augen ausgestochen - wohl eher nicht. Ich zögere, aber nicht lang. Dann nehme ich ein Blatt Papier aus der Zeitschrift, schreibe "tinker[afk]" drauf und klemme ihn an ihren Bikini.
    Wir gehen weiter Richtung Pool. Nebst einer Menge Leute, die ich noch nie gesehen habe, haben sich Sascha und Dominik großzügig auf der Wiese verteilt. Mario, Benjamin und Michael toben im Pool mit einem Ball und Mark sitzt im Schatten, und unterhält sich angeregt mit zwei anderen Herren. Zur Begrüßung rufe und winke ich hinüber. Sascha und Dominik winken faul zurück, Benjamin zimmert einen Tennisball knapp an meinem Kopf vorbei und Mark hebt einmal kurz die Hand, um sich gleich wieder ins Gespräch zu vertiefen.
    Außerdem fällt mir die nette Dekoration hier auf: Duzende mit leichten Stoffen bekleidete wunderschöne Frauen streifen in kleinen Grüppchen oder allein um den Pool. Für die raren weiblichen Gäste ist aber auch gesorgt. Sportliche Typen mit Tüchern um die Hüften verteilen zum x-ten Mal Sonnenmilch auf die Rücken der Damen, die kurz danach Duschen gehen, um sie wieder abzuwaschen, nur damit sie sie wieder rufen können. Am Pool führt mich Kasi zu einer Liege und sofort kommen zwei Damen auf uns zu. Während mir die eine Dame dicke Baumwollhandtücher mit einem erschütterndem Lächeln anbietet, richtet ihre Klonschwester die Liege her. Nach wenigen Sekunden sind die beiden fertig und fragen, welche Wünsche ich denn noch so habe ... . In diesem Augenblick gerate ich just ins Straucheln
    Was ist eigentlich Treue? Ist sie etwas,
    - das man einhält, weil man Angst vor dem Ärger zu Hause hat, wenn jemand gepetzt hat?
    - was man stolz wie eine Trophäe mit nach Hause bringt, um sie zu zeigen? Um Lob zu kassieren?
    - deren Bruch ein Verbrechen ist, weil das mal jemand in ein Buch geschrieben hat, welches dann Bibel genannt wurde?
    Vielleicht ist es ja auch ein Gefallen, den man dem Partner tut, damit er sich nicht abgeschrieben fühlt. Oder um es wissenschaftlich auszudrücken: Nein! Sitz! Aus! Pfui! Ich brauche eine kalte Dusche! „Ein paar Eiswürfel bitte ... und vielleicht eine Cola dazu.“, bestelle ich stotternd. Lächelnd schreiten beide davon, und ich schaue ihnen viel zu lange nach. Kasi reißt mich aus meinen Gedanken; über seinen Ohrhörer scheint er grade Nachrichten empfangen zu haben. Er verabschiedet sich. „Herr Schallhofer, ich muss nun gehen. Ich sehe, sie werden sich hier amüsieren. Wir werden uns auf jeden Fall noch sehen. Eine schöne Zeit und viel Spaß.“
    Und es begann eine schöne Zeit. An diesen Luxus im Überfluss kann ich mich gewöhnen. Viele Interessante Menschen und Geschichten habe ich kennen gelernt. Herrn Rocca von Motorola zum Beispiel, der mit seiner Frau telefoniert, während er einer indischen Schönheit an den Schenkel fasst. Er erklärt dem Aldi-Schweiz-Manager Bradke, dass sie grade ihr zweites Kind von ihrem Skilehrer bekommen hat. Oder der Koch des Anwesens, ein unglaublich urtypisches Original.
    Der Koch erinnert mich an einen Italiener, seine Körpersprache, seine Gestik, seine Lautstärke. Sein Körperumfang geht eher in Richtung der eines älteren Franzosen. Sinclairs Vater George war damals dabei, sich langsam aus dem Geschäft zurückzuziehen und seinen Sohn Arthur mehr ins Rampenlicht zu schieben. So saß er damals, noch unerfahren ohne die nötigen Schutzmaßnamen, mit einem Kunden in einem Restaurant, als eine Gruppe bewaffneter Männer hinein stürmte. Sie fingen sofort an zu feuern, ohne zu zielen; es war eine Warnung wegen der fälligen ... naja, Steuern. Der Sohn des Kochs zog den jungen Sinclair unter den Esstisch, bis alles vorbei war. Sein Kunde wurde damals durch zwei Kopf- und einen Brusttreffer getötet; das Geschäft war natürlich geplatzt.
    Der junge Sinclair stellte daraufhin den Koch und seinen Sohn seinem Vater vor; nicht, das dieser schon mindestens zwei Köche hatte, die seit Jahren für ihn kochten. Aber als er dann einmal eines seiner Gerichte probierte, versetzte er seine Köche in eine Firmengroßküche und stellte ihn als Küchenchef ein.
    Als der alte Sinclair in den Ruhestand ging, nahm er ihn mit und seit dem kocht sein Sohn für den jungen Sinclair. Der Koch ist ein echtes Original und kocht, ob für sieben oder für 70, immer allein mit seiner kleinen Mannschaft. Er soll auch schon, von Sinclair für eine große Feier engagierte, Küchenhilfen mit dem Messer bedroht und aus der Küche gejagt haben. Er ist sich nie zu schade, für uns um Mitternacht noch mal ein paar Eier und Speck in die Pfanne zu hauen, wenn wir die letzte Partie Tischeishockey beendet haben. Ach ja, der Spieltisch: Der Tisch ist was ganz besonderes; ein Geschenk persönlich vom russischem Sportminister Slava Fetisov. Der Tisch ist an Strom angeschlossen; auf der Spielfläche bildet sich echtes Eis und man spielt mit einem echten kleinen Puck; die Spieler haben echte kleine Trikots und Schlittschuhe mit Kufen, die das Eis während eines Viertels in ihrer Spielzone schwer in Mitleidenschaft ziehen. Und der Bewegungsspielraum ist sehr groß; man muss eine Mannschaft quasi zu zweit spielen. Und in den Pausen zwischen den Vierteln kommt tatsächlich ein kleines Fahrzeug aus einem Tor in einer Ecke des Spielfeldes, dass bei fetziger Musik nach amerikanischem Prinzip eine neue Eisschicht aufbringt. Sensoren überprüfen die Abseitsregeln, übersehen hier und da mal eine knappe Situation, und in den zum bersten gefüllten Zuschauerrängen wird gejubelt und gebuht, Fähnchen und Schaals geschwenkt, und rote und weiße Leuchtfeuer (durch Leuchtdioden simuliert) mit echtem Rauch gezündet - eine wahnsinns Atmosphäre. Und wie soll es anders sein: Jedes mal treten Russland gegen USA an und die Mehrzahl der Zuschauer ist für Russland. Sinclairs Techniker hatten drei Wanzen in dem Tisch gefunden und entfernt.
    Sinclair hingegen revanchierte sich mit einem Baseball Spieltisch; eine kleine Werferfigur schleudert Bälle auf den Spieler zu, dieser hat einen kleinen Schläger in der Hand, man muss versuchen den Ball zu treffen, je nach Reichweite des Schlages gibt es unterschiedlich Punkte. Feature: Der Werfer hat unterschiedliche Schwierigkeitsgrade drauf und es gibt natürlich Strikes und Outs. Dazu schickte Sinclair einen original New York Yankee Fanghandschuh mit Unterschriften. Die 7 Wanzen im Tisch hatten Fetisovs Techniker schnell gefunden, die eine im Handschuh lief, bis ihre Knopfzelle nach 82 Tagen erschöpft war. Nettes Spielchen, die beiden treffen sich noch heute und lachen darüber, und jedes Mal bringen sie sich neue Geschenke mit.

    Geschichten.pdf


    Nein Sascha, noch ist hier nicht das Ende, ok? So, und nun Mahlzeit und viel Spaß. Ich hoffe es ist charf genug

  7. #27
    Senior Mitglied

    Modell(e)
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    Netzbetreiber
    O2
    Firmware
    081.003.C00.01
    PC Betriebssystem
    Windows 7

    Geeeeeeil!!!!!!!!& #33;!!!!!!!!!& #33;!!!!! :up:
    Was will man mehr nach einem anstrengenden Nachtdienst??
    Genau! Mit Schalli am Pool liegen!!!
    Wo zu Henker ist die indische Schönheit??

    regards
    Tom

  8. #28
    Senior Mitglied

    Themenstarter


    Modell(e)
    SE S700
    Originally posted by Thomas Skrebsky@23.08.2004, 12:30
    ... Wo zu Henker ist die indische Schönheit??
    Die ist ja beschäftigt, aber da waren ja noch andere Nationalitäten, mit denen Mann sich austauschen kann ... :P

  9. #29
    USP ExMod / mobil-talk.de

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    HTC Touch Diamond
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    1.93.407.1
    PC Betriebssystem
    XP

    *loooool*
    "tinker[afk]" & Benjamin zimmert einen Tennisball knapp an meinem Kopf vorbei...


    Greetinx, Sascha
    PS: Kann das aktuelle PDF leider erst heute Abend liefern...

  10. #30
    Inventar Avatar von Marcel Neumann

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    S/// K800i
    Firmware
    R1CB001
    PC Betriebssystem
    W2k

    Ich weis jetzt nicht was überwiegt?! Das Lachen über eine geniale Weiterentwicklung der Story... oder das Weinen weil ich nicht hinter der Bar am Pool mit den schönen Mädels arbeite?!?!?!?

    Sehr genial Schalli! Weiter so!

    Gruß
    Marcel

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