Android: Virenschutz-Apps im Test mit größtenteils guten Ergebnissen

20.06.2016 09:45 Uhr | Geronimo

Im Prinzip sind moderne Smartphones kleine Computer. Wegen der großen Verbreitung von Android und der relativ offenen Plattform ist das mobile Betriebssystem von Google am stärksten gefährdet, was Angriffe von außen angeht. In einem aktuellen Test wurde jetzt die Schutzfunktion von 26 Antivirus-Programmen genauer überprüft. Dabei offenbarten gleich vier der Apps größere Lücken bei der Schutzfunktion

Ein erfolgreicher Angriff auf Smartphones kann durchaus beträchtlichen Schaden verursachen. Den Angreifern hilft dabei der Umstand, dass moderne Mobiltelefone in der Regel dauerhaft online sind, was die Möglichkeiten zur Ausnutzung von Sicherheitslücken deutlich erhöht. Sollten die Täter das Smartphone teilweise oder sogar ganz übernehmen können, können beispielsweise teure Premium-SMS versendet, unbemerkt Online-Einkäufe durchgeführt oder Bankdaten abgegriffen und Buchungen auf fremde Konten umgeleitet werden. Um dies wirkungsvoll zu unterbinden, kann der Einsatz einer Schutz-App sinnvoll sein. Das Testinstitut AV-Test hat jetzt wieder einmal die Wirkung von etlichen dieser Anwendungen unter die Lupe genommen.

Dabei konnten allerdings nicht alle Programme überzeugen. Schlusslichter sind die Apps NSHC Droid-X 3 und Webroot SecureAnywhere Mobile, die es nur auf 3,0 von 6 möglichen Punkten bringen. Nur unwesentlich besser sind PSafe Total und Quick Heal Total Security, die lediglich 4,0 Punkte erreichen. Leichte Schwächen gibt es bei AVG Mobile Security, Avira Antivirus Security sowie BulGuard Mobile Security mit jeweils 5,0 Punkten. Dass es deutlich besser geht, zeigten 15 der 26 getesteten Apps, die die Bestwertung von 6 Punkten einfahren konnten. Da die Programme von Antiy, Baidu, Bitdefender, Cheetah, Eset, G Data, Ikarus, Kaspersky, Quiho, Sophos, Symantec, Tencent und Trend Micro sich auch sonst keine Schwächen leisten, können diese empfohlen werden. Die detaillierten Ergebnisse lassen sich den nachfolgenden Grafiken entnehmen.
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Bei einem solchen Test darf allerdings nicht unerwähnt bleiben, dass der Nutzen dieser Sicherheits-Apps – die teilweise kostenpflichtig sind – teilweise durchaus umstritten ist. Nicht wenige Android-Nutzer und auch Experten vertreten die Meinung, dass die Gefahr eines Angriffs (deutlich) kleiner sei, als diverse Berichte und Tests vermuten lassen. Dennoch sollten die Nutzer kritisch und vorsichtig sein, denn angeblich wurden bereits Import-Smartphones aus China entdeckt, bei denen bereits bei der Auslieferung über mehr oder weniger dubiose Händler Schadsoftware vorinstalliert gewesen ist. Zudem können die Nutzer einige Regeln im Umgang mit Android beachten, um die Gefahr einer Attacke zu minimieren.

Meinung des Autors

Braucht man auf einem Android-Smartphone eine Antivirus-App? Die Meinungen dazu gehen (weit) auseinander, nicht wenige halten sie für überflüssig. Doch wenn man eine solche Schutzsoftware tatsächlich verwendet, dann sollte sie wenigsten ihren Zweck erfüllen. Ein aktueller Test zeigt, dass dies nicht bei allen Programmen der Fall ist.

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