iPhone - sind Flüssigkeitschäden durch die Garantie gedeckt?

23.01.2019 22:12 Uhr | iFreddie

Erstmals zum iPhone 7 (Plus) bewarb Apple einen „Schutz vor eintretenden Flüssigkeiten und Wasser“ zum iPhone…

Dreissig Minuten in bis zu einem Meter Wassertiefe sollen iPhone 7 (Plus), iPhone 8 (Plus), iPhone X und iPhone XR schadlos überstehen. Für das iPhone XS und iPhone XS Max gibt der kalifornische Hersteller sogar zwei Meter an. Der Schutz gegen Flüssigkeiten ist nach IEC Norm 60529 klassifiziert, für die iPhone 7 (Plus) bis iPhone XR gilt die IP67Klassifizierung, für das iPhone XS und XS Max die IP68 Klassifizierung.

Man sollte aber nicht auf die Idee kommen und aus einem generellen Schutz vor eintretenden Flüssigkeiten einen wirklichen Garantieanspruch ableiten zu wollen, wenn das iPhone durch Flüssigkeit oder Wasser tatsächlichen Schaden genommen hat. Hierzu hat Apple eigens ein Support-Dokument veröffentlicht und geht detailliert auf das Thema ein.

Kurz – ja, die neueren iPhone sind grundsätzlich gegen den Eintritt von Wasser und anderen Flüssigkeiten geschützt, ein Garantieanspruch schliesst Apple diesbezüglich aber aus.
Zum einen unterliegen die verbauten Dichtungen einer natürlichen Alterung und verlieren somit im Laufe der Zeit schlicht ihre Funktion. Wichtiger aber, die Klassifizierung zur IEC Norm erfolgt unter kontrollierten Bedingungen im Labor, also fernab von einem (zB) wirklichen Tauchgang mit iPhone im Pool.

Einen Flüssigkeitsschaden kann Apple übrigens leicht nachweisen, in den Geräten sind Flüssigkeitssensoren verbaut und wenn diese angeschlagen haben (zu erkennen durch eine Verfärbung) wird ein Garantieanspruch abgelehnt.

Was sagt dies alles dem Nutzer? Apple macht hierzu recht genaue Vorgaben:

  • Nicht mit dem iPhone schwimmen oder baden gehen
  • Das iPhone nicht hohem Wasserdruck oder sich schnell bewegendem Wasser aussetzen, wie es z. B. beim Duschen, Wasserskifahren, Wakeboarding, Surfen oder Jet-Ski-Fahren der Fall ist
  • Das iPhone nicht in einer Sauna oder einem Dampfbad verwenden
  • Das iPhone nicht absichtlich in Wasser eintauchen
  • Das iPhone nicht außerhalb der empfohlenen Temperaturbereiche oder in extrem feuchten Umgebungen betreiben
  • Das iPhone keinen Stößen, z. B. durch Fallenlassen, aussetzen
  • Das iPhone weder auseinandernehmen noch Schrauben lösen

Schlussendlich ist der verbaute Schutz vor eindringenden Flüssigkeiten beim iPhone ein „Nice to have“, in aller Regel kann man entspannt bleiben, wird man zB von einem Regenschauer überrascht, die Geräte sollten solche Situationen tatsächlich überstehen.
Dem üblichen „Marketing-Sprech“, welchen übrigens nicht nur Apple zum Thema anschlägt, sollte man hingegen besser ignorieren und den gesunden Menschenverstand walten lassen.

Meinung des Autors

Nicht nur Apple schmückt sich mit einer IP67 oder gar IP68 Klassifizierung zu seinen Geräten. Im Fall der Fälle verweigert aber auch der Hersteller aus Kalifornien den Anspruch auf Garantie.

Ähnliche Artikel

Oben