Reparaturfreundlichkeit bei Top-Smartphones: Apple schlägt Samsung deutlich - UPDATE

04.10.2018 07:34 Uhr | Geronimo

04.09.2018, 11:35 Uhr:
Als vor knapp 11 Jahren das erste iPhone auf den Markt gekommen ist, schlugen Reparaturdienste die Hände über dem Kopf zusammen, denn Instandsetzungen waren kaum möglich. Bei den nachfolgenden Generationen hat sich Apple in dem Punkt deutlich verbessert. Beim größten Mitbewerber Samsung lief es genau umgekehrt, woran sich bis heute nichts geändert hat

Die Reparaturexperten von iFixit demontieren regelmäßig neue Smartphones. Dieser sogenannte Teardown liefert zum einen spannende Einblicke in das Innenleben der Geräte, und lässt zum anderen Rückschlüsse auf die Reparaturmöglichkeitent zu. Um letztere war es bei der 1. Generation des iPhone nicht wirklich gut bestellt, denn das Gerät konnte im Jahr 2007 lediglich 2 von 10 möglichen Punkten einfahren. Vor allem nicht sichtbar angebrachte Klammern, die ein schadloses Öffnen des Gehäuses verhinderten, sorgten für Ärger. Dass man es besser machen kann, zeigten bereits die Nachfolger iPhone 3G und iPhone 3GS von 2008 und 2009, die damals nahezu unerreichte 7 Punkte einfahren konnten. Apple hat sich seitdem stets auf diesem Niveau gehalten und bei allen weiteren Geräten 6 oder 7 Punkte erzielt. Nachfolgend die Übersicht aller Modelle und der jeweiligen Punkte:

  • iPhone (2007) – 2 Punkte
  • iPhone 3G (2008) – 7 Punkte
  • iPhone 3GS (2009) – 7 Punkte
  • iPhone 4 (2011) – 6 Punkte
  • iPhone 4s (2011) – 6 Punkte
  • iPhone 5 (2012) – 7 Punkte
  • iPhone 5s (2013) – 6 Punkte
  • iPhone 5c (2013) – 6 Punkte
  • iPhone 6 (2014) – 7 Punkte
  • iPhone 6 Plus (2014) – 7 Punkte
  • iPhone 6s (2015) – 7 Punkte
  • iPhone 6s Plus (2015) – 7 Punkte
  • iPhone SE (2016) – 6 Punkte
  • iPhone 7 (2016) – 7 Punkte
  • iPhone 7 Plus (2016) – 7 Punkte
  • iPhone 8 (2017) – 6 Punkte
  • iPhone 8 Plus (2017) – 6 Punkte
  • iPhone X (2017) – 6 Punkte
  • iPhone XS (2018) – 6 Punkte
  • iPhone XS Max (2018) – 6 Punkte

Bei Samsung sieht die Entwicklung deutlich anders aus. Beim Marktstart konnten die Koreaner mit guten Werten überzeugen, weshalb das Galaxy S 4G von 2010 auch direkt 6 von 10 möglichen Punkten holte. Die Nachfolgemodelle Galaxy S II von 2011, Galaxy SIII von 2012 und Galaxy S4 von 2013 erzielten sogar stolze 8 Punkte, was auch deren große Brüder Galaxy Note und Galaxy Note II schafften. Danach war jedoch Schluss mit lustig, denn auf einmal änderte Samsung sein Smartphone-Design grundlegend. Die edlere Optik brachte nicht nur für den Verlust liebgewonnener Eigenschaften wie externe Speicherkarte und Wechselakku mit sich, sondern verschlechterte auch die Reparaturmöglichkeiten. Das Galaxy S5 von 2014 kam daher nur noch auf 5 Punkte, das ein Jahr später veröffentlichte Galaxy S6 sogar nur 4 Punkte. Vorläufiger Tiefpunkt sind Galaxy S6 Edge von 2015 sowie Galaxy S7 und Galaxy S7 Edge von 2016, die dieses schlechte Ergebnis noch einmal unterboten, und damit fast das Niveau von Apple von vor über einem Jahrzehnt erreichen. Und bei den aktuellen Top-Geräten sieht es kaum besser aus, wie die nachfolgende Übersicht zeigt:

  • Galaxy S 4G (2010) – 6 Punkte
  • Galaxy S II (2011) – 8 Punkte
  • Galaxy Note (2011) – 8 Punkte
  • Galaxy SIII (2012) – 8 Punkte
  • Galaxy Note II (2012) – 8 Punkte
  • Galaxy S4 (2013) – 8 Punkte
  • Galaxy S5 (2014) – 5 Punkte
  • Galaxy S6 (2015) – 4 Punkte
  • Galaxy S6 Edge (2015) – 3 Punkte
  • Galaxy S7 (2016) – 3 Punkte
  • Galaxy S7 Edge (2016) – 3 Punkte
  • Galaxy S8 (2017) – 4 Punkte
  • Galaxy S8+ (2017) – 4 Punkte
  • Galaxy Note 8 / Galaxy Note Fan Edition (2017) – 4 Punkte
  • Galaxy S9 (2018) – 4 Punkte
  • Galaxy S9+ (2018) – 4 Punkte
  • Galaxy Note 9 (2018) – 4 Punkte

Fazit: Smartphone-Reparaturen sind immer ärgerlich und auch teuer. Doch die Hersteller könn(t)en durch ein entsprechendes Design dafür sorgen, dass sich die Kosten zumindest reduzieren lassen, und einige Reparaturen von versierten Heimwerkern und Bastlern möglicherweise sogar selbst ausgeführt werden können. Bei Samsung hat man dies seit einigen Jahren aber ziemlich vernachlässigt, weswegen defekte Galaxy-S-Smartphones angesichts der Reparatur- und Neupreise oftmals nur noch als Elektroschrott taugen. Apple zeigt sich in diesem Punkt deutlich kundenfreundlicher und auch konstanter.

Update, 04.10.2018, 09:34 Uhr: Auch die seit kurzen erhältlichen neuen Neuerscheinungen iPhone XS sowie das größere iPhone XS Max erreichen beim Teardown von iFixit 6 Punkte. Damit liegen beider Smartphones auf dem Niveau des ähnlich aufgebauten Vorgängers, der offiziell nicht mehr verkauft wird. Das ist einerseits natürlich erfreulich, doch andererseits hätte sich so mancher von einem Defekt betroffene Nutzer sicher kleinere Verbesserungen bei der Reparaturfreundlichkeit gewünscht. Das gilt vor allem für den größten Kritikpunkt der Tester, denn wenn die gläserne Rückseite der neuen Geräte zerbricht, müssen alle Bauteile entfernt und das komplette Chassis ersetzt werden – was die Angelegenheit zu einem teuren „Vergnügen“ macht. Das ebenfalls neue iPhone XR wurde bislang noch nicht der Demontage unterzogen, da es offiziell erst ab dem 19. Oktober ausgeliefert wird.

(Mit Material von: iFixit)

Meinung des Autors

Wenn sich ein Smartphone nicht zu erträglichen Preisen instandsetzen lässt, landet es oftmals auf dem Müll. Samsung hat dies in seinen Anfangstagen wirkungsvoll verhindert, doch das ist schon lange her. Wie man es um einiges besser macht, beweist Apple immer wieder aufs Neue - jedoch mit Luft nach oben.

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