Das neue SGBII (auch Harz IV genannt) schreibt den Betroffenen vor,
das sie spätestens nach 6 Monaten nach beginn des Empfangs des ALGII
in einen gesetzteskonformen Wohnraum umziehen.
Einem alleinstehenden stehen dabei 45 - 50 qm, einem Ehepaar 60qm, für jedes Kind weitere 15qm, zu.
In Duisburg wurden nun die ersten 500 Betroffenen aufgefordert sich einen "preiswerteren" Wohnraum zu beschaffen.
Die ARGE (Arbeitsgemeinschaft Stadt Duisburg / BA) setzt dabei den alten Sozialhilfesatz für die Mietpreise an.
Dieser jedoch - so beklagt die Gerwerkschaft VERDI liege mit 3,94€ Kaltmiete/qm
deutlich unter dem Mietspiegel für mittlere Wohnlagen. Dieser lag seit der letzten Erhebung im Jahre 2003 bei ca. 4,58€ - 5,38€ Kaltmiete/qm.
Wo die Reise für die ersten 500 ALGII Empfänger hingeht ist deshalb wohl klar:
Kleinerer Wohnraum in Wohnlagen der untersten Schublade, in die Stadtteile, die ohnehin schon als Soziale brennpunkte gelten wie z.B. Bruckhausen, Marxloh oder Hochfeld. Auch die Siedlung Hagenshof (Plattenbauten in Obermeiderich), könnte eine neue "Blütezeit" erleben.
Die neuen Adressen - bei den Unternehmern, Banken und Versicherungen -
durchaus bekannte Straßennamen und Postleitzahlen , werden den Betroffenen
das finden von neuen Arbeitsplätzen im 1. Arbeitsmarkt nicht grade leichter machen. Da auch die Schulen in diesen Stadtteilen durchaus bei den Unternehmern bekannt sind, wird es für die, die am wenigsten dafür können, nämlich den betroffenen Jugendlichen, nicht grade leichter machen einen Ausbildungsplatz am Anschluß an die Schulzeit zu finden.
Dies ist der Ausblick für die Opfer dieser Politik:
Ein Leben am untersten Rand der Gesellschaft, keine Aussicht auf eine bessere Zukunft, Drogen, Alkohol, Gewalt, Kriminalität, Schulbildung auf unterstem Niveau, und keine Ausbildung.
So schafft das neue Arbeitsmarkt"förderungs"gesetz in den nächsten Jahren
Massen von Billigstarbeitskräften die eigendlich keiner braucht, denn einfache Tätigkeiten in der Industrie wurden und werden immermehr durch Automaten ersetzt. Dies fördert weder den Arbeitsmarkt, noch den sozialen Frieden.


Ich beziehe mich auf eine Meldung der WAZ/NRZ Lokalteil Duisburg





Gruß aus dem noch sonnigen Duisburg