Originalansicht: Von iOS zu Android wechseln - so wird's gemacht

Wer sein altes iPhone an den Nagel hängen möchte und auf Android umsteigt, der muss auch diverse Daten umziehen. Und das kann mitunter ganz schön nervenaufreibend sein. Wir wollen euch erklären, wie ihr den Umzug bewerkstelligen könnt und worauf zu achten ist. Etwas Arbeit ist aber in jedem Fall nötig.


Immer nur ein Smartphone bzw. ein Betriebssystem, das ist manch einem Nutzer auf Dauer zu langweilig. Die Gründe für einen Wechsel von iOS zu Android können vielfältig sein. Doch was auch der Grund sein mag, wer seine gesamten Daten mitnehmen möchte, der kommt um einen Umzug nicht umhin. Sowohl Bilder als auch Musik und Videos können umgezogen werden, ebenso auch die Kontakte. Doch auch bei der eMail-Adresse möchte manch einer weiterhin die Mails seiner vorherigen Adresse von iCloud auf dem jeweiligen Android-Gerät haben. Das dürfte aber wohl kein Problem sein.

Hierzu öffnet man einfach die eMail-App auf dem Android-Gerät und dort werden diverse Infos eintragen. In den Einstellungen werden hierzu dann eMail-Adresse (also die @iCloud.com-Adresse) sowie das dazugehörige Passwort eingetragen. Im nächsten Schritt sollte dann der IMAP-Server benannt werden. Dieser lautet dabei „imap.mail.me.com“. Nutzername und Passwort sollten dann schon hinterlegt sein, andernfalls trägt man diesen noch nach. Dabei ist der Nutzername der Teil vor „@iCloud.com“, das Passwort die Apple-ID. Beim Zertifikat sollte man SSL verwenden, der dazugehörige Port lautet auf 993. Wer aber auch von der iCloud-Adresse schreiben möchte, der sollte selbstverständlich auch den SMTP-Ausgang anlegen. Hier wird für den SMTP-Server „smtp.mail.me.com“ eingetragen. Auch hier kommt wieder der bekannte Nutzername und das entsprechende Passwort zum Einsatz. Der Port ist jedoch ein anderer als beim IMAP-Server. Hier tragt ihr dann die Port-Nummer 587 ein. Wichtig ist auch, dass man bei „Anmeldung erforderlich“ einen Haken setzt.

Wer hingegen bei GMX oder gar bei WEB.de ist, der kann sich hierfür ganz einfach die passende Android-App aus dem Play Store von Google ziehen und die passenden Anmelde-Informationen eingeben, schon habt ihr euch Postfach am neuen Platz.

Kontakte übertragen

Auch Kontakte wollen übertragen werden. Bei den Gmail-Kontakten ist das kein Problem, diese werden automatisch übertragen. Allerdings sollte man die Kontakte zunächst überhaupt auf Gmail übertragen, wie das geht erklären wir euch aber nun. Zunächst wechselt man in die iPhone-Einstellungen und wählen dort den Punkt „Mail, Kontakte, Kalender“ an. Im nächsten Untermenü ist dann der Punkt „Accounts“ zu finden. Auch hier öffnet sich dann ein neues Fenster mit dem Punkt „iCloud“ und dann „Kontakte“. Nun werden die Kontaktdaten auf dem iPhone mit der iCloud verbunden bzw. synchronisiert. Noch ist man allerdings nicht fertig. Nun sollte man einen Browser auswählen und in die Cloud gehen. Dazu wählt man die Seite apple.com/icloud an und loggt sich mit dem bekannten Nutzernamen (Apple-ID) und Passwort ein. Ist man nun verbunden, so klickt man auf „Kontakte“. Links unten sollte hierzu nun „Alle auswählen“ ausgewählt werden, im Anschluss auf „vCard exportieren“. Im nächsten Schritt wird die Seite von Gmail unter mail.google.com angewählt. Oben links klickt man nun die „Gmail“-Schaltfläche an, im sich öffnenden Dropdown-Menü dann den Punkt „Kontakte“. Ebenfalls im linken Bereich befindet sich nun der Button „Mehr“. Klickt man diesen nun an, kann man die vCards importieren. Auf diese Weise kommen die Kontakte, die in der iCloud erstellt wurden, zu Gmail. Natürlich müsst ihr Gmail dann noch auf eurem Android-Gerät synchronisieren.

Dateien übertragen

Auch die Bilder, Videos und sonstigen Dateien möchte man gern auf dem neuen Android-Gerät wissen, doch wie überträgt man die Daten? Das ist im Grunde nicht sonderlich schwer, wenngleich auch langwierig.

Zunächst verbindet ihr sowohl euer altes iOS-Gerät mit dem Computer über den USB-Anschluss. Selbiges macht ihr dann auch mit eurem neuen Android-Gerät. Voraussetzung ist natürlich, dass ihr an diesem Computer zwei freie USB-Anschlüsse habt. Notfalls könnte auch ein USB-Hub weiterhelfen. Habt ihr beide Geräte mit dem Computer verbunden, so schaut ihr nun im Verzeichnis eures iOS-Geräts nach dem Ordner „DCIM“. Dort befinden sich sowohl eure aufgenommenen Bilder als auch Videos. Diese könnt ihr nun einfach per Drag&Drop auf das Android-Gerät bekommen. Auf diese Weise könnt ihr selbstverständlich auch andere wichtige Daten vom iOS-Gerät auf den Androiden bringen.

Es gibt allerdings auch eine App namens „Send Anywhere (File Transfer). Die Anwendung steht dabei sowohl im Play Store von Google als auch bei iTunes bereits. Der Download ist kostenlos, es sollen wohl auch sonst keine weiteren Kosten anfallen. Durch diese App habt ihr die Möglichkeit, kabellos Dateien vom iOS-Gerät zum Android-Gerät zu schicken.

Musik übertragen

Wer seine Musik auf dem iPhone umziehen möchte, der kann dies mit dem Google Play Music Manager anstellen. Dieser speichert bis zu 20.000 Songs in der Cloud. Zunächst muss man dafür aber die Musik auf dem iOS-Gerät vollständig mit dem Computer via iTunes synchronisiert werden. Ist dies geschehen startet ihr den Play Music Manager (am Computer) und meldet euch mit eurem Google-Account an. Anschließend könnt ihr den Ordner auswählen, in welchem die mit iTunes synchronisierte Musik liegt. Im Anschluss sollte eure Musik dann in der Cloud bzw. bei Google Play Music zu finden sein.

Worauf man achten sollte

Was man bei einem Umzug von iOS auf Android nicht mitnehmen kann sind die Apps. Das ist schade, aber (derzeit noch) nicht zu ändern. Allerdings stehen die meisten bekannten Anwendungen, die für iOS programmiert wurden auch für Android im Play Store zur Verfügung. Ärgerlich ist es natürlich bei Bezahl-Apps. Diese können zwar auch weiterhin auf dem alten iPhone bzw. iPad genutzt werden, will man diese jedoch unter Android ebenfalls nutzen müssen sie neu gekauft werden.

Ein weiterer Punkt worauf man achten sollte ist die SIM-Karte. Ältere Android-Smartphones arbeiten noch mit einer regulären SIM-Größe, neuere Modelle bereits mit microSIM-Karten. Bei Apple arbeitet man aber bereits seit dem iPhone 5 mit nanoSIMs. Somit kann es, je nach Android-Smartphone, notwendig sein, sich beim Netzbetreiber eine neue SIM-Karte ausstellen zu lassen, zurück von nanoSIM auf microSIM. Ob und welche Kosten hierfür anfallen erfahrt ihr selbstverständlich bei eurem Netzbetreiber.

Der Umzug von iOS zu Android ist also durchaus mit etwas Arbeit verbunden. Ein Hexenwerk ist es allerdings nicht, wenn man Geduld beweist. Dafür hat man dann aber im Nachhinein auch ein Android-Gerät mit allen Daten, die man bereits auf dem iOS-Gerät hatte.

Meinung des Autors: Wer sich für den Wechsel von iOS zu Android entscheidet, für den dürfte dieser Ratgeber interessant sein.