Samsung arbeitet gemeinsam mit Intel, der Linux Foundation und der LiMo Foundation am eigenen Betriebssystem Tizen, Huawei will ebenfalls etwas eigenes entwickeln, mit Jolla steht ein neues Mobiles Betriebssystem vor der Einführung und nebenbei gibt es noch Exoten wie Firefox OS oder Open WebOS.




Android ist doch Großartig
Tizen und Jolla sollen spätestens nächstes Jahr erscheinen. Bei den anderen weiß man das noch nicht so genau. Jolla wird an MeeGo anknüpfen und verspricht, das mobile Betriebssystem auf die nächste Stufe zu heben. Alle Aktionen, die man heute bei der Bedienung eines Smartphones ausführt, macht man so oder so ähnlich seit nunmehr fünf Jahren.
Das soll sich ändern.
Das sagt zumindest Jussi Hurmola, CEO von Jolla.




Samsung arbeitet seit einer ganzen Weile an Tizen, noch Anfang 2012 soll das erste Gerät damit erscheinen. Samsung hat bereits Erfahrung mit eigenen Betriebssystemen, Bada ist zwar nie wirklich der Durchbruch gelungen, es könnte aber auch am falschen Zeitpunkt gelegen habe. Das System an sich war nämlich nicht schlecht.
Auch Huawei arbeitet an einer eigenen Oberfläche. Man möchte nicht mehr von Zulieferern abhängig sein. Obwohl sich dies wohl mehr auf geschlossenere Systeme wie Windows Phone 8 bezieht, ist der Grundgedanke zu erkennen.
Mit großem Tamtam hat HTC vor einigen Tagen zudem zwei neue Smartphones mit Windows Phone 8 vorgestellt. Samsung wird bald nachziehen. Beim Firefox OS arbeitet Mozilla mit einer Reihe großer Provider zusammen. Und das OpenWebOS gibt es auch noch.




Ist Android nicht mehr interessant genug?
Android hat mit seinem kometenhaften Aufstieg dafür gesorgt, dass jeder Smartphone-Hersteller relativ zügig Geräte entwickeln kann, ohne sich Gedanken über das Betriebssystem zu machen. Klar, es sind Anpassungen notwendig, was wiederum dazu führt, dass viele Hersteller es versäumen, ihre Geräte aktuell zu halten, aber grundsätzlich kann sich jeder ein Smartphone bauen. Die Software-Basis ist gegeben. Kostenlos.
Die Kehrseite: Eine große Abhängigkeit vom Entwickler der Software.

Ein eigenes Betriebssystem bringt aber durchaus Vorteile, vor allem für den Hersteller. Das sieht man am Beispiel von Apple mehr als deutlich. Es gibt keinen Druck, wann man das System updaten muss und man kann Geräte speziell auf das System zuschneiden und umgekehrt. Man ist nicht mehr beeinflussbar und beugt durch Diversifizierung des Marktes einem Monopol vor.
Eigene Systeme lassen sich viel einfacher anpassen, im Fall von Jolla spricht man sogar davon, dass man Provider abhängige Features direkt in den Tiefen des Systems verankern könne. So will man versuchen, dass man die Provider mit an Bord zieht, ein nicht unwichtiger Faktor. Die Anpassungen, die Hersteller momentan für Android benötigen, erfordern einen hohen Aufwand. Je mehr Geräte ein Hersteller hat, desto größer der Aufwand. Mit einem eigenen System könnte man dies eindämmen.




Man sollte jedoch nicht vergessen, dass ein funktionierendes Öko-System heute Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Smartphone-System ist. Wer keinen Content bietet (Apps, Musik, Filme, Bücher), hat keine Chance. Um externe Entwickler für ein neues Betriebssystem zu gewinnen, bedarf es mehr als leerer Versprechungen. Hier muss viel investiert werden, um vom Start weg bereits eine gewisse Basis zu haben. Von heute auf morgen ist das unmöglich, und genau das ist das Problem im schnelllebigen Smartphone-Markt.

Die Kleinen erwischt es zuerst
Firefox OS, Open WebOS, Jolla, Tizen und wie sie alle heißen mögen, brauchen mehr als nur einen guten Namen und gute Hardware.
Eine Gefahr für die Verbreitung von Android? Wohl kaum, dafür kann man derzeit zuviel Geld mit dem OS machen. Für iOS ebensowenig.
BlackBerry 10 und Windows Phone 8 müssen hingegen aufpassen, dass ihnen nicht ein Hersteller-System das Wasser abgräbt. Es erwischt immer erst die Kleinen.