Originalansicht: Nürburgring: Vodafone blockt SmartTV und Fire TV bei 24-Stunden-Rennen

An diesem Wochenende findet am Nürburgring das 24-Stunden-Rennen statt, das mit der heutigen Zieleinfahrt um 16 Uhr enden wird. Zusätzlich zu den üblichen Übertragungen im Fernsehen und im Internet liefert auch das Kommunikationsunternehmen Vodafone erstmals einen Livestream. Doch die über YouTube gesendete Liveübertragung lässt sich zum Ärger der Zuschauer auf vielen Geräten nicht ansehen


Vodafone einen großen Aufwand, um seinen eigenen Livestream zu produzieren, was auch an den zahlreichen Bildern aus den Cockpits diverser Autos liegt, die auf der sehr langen Rennstrecke nur schwer zu übertragen sind. Möglich wird das, weil anstelle der sonst üblichen Übertragungstechnik der schnelle Datenfunk LTE verwendet wird. Damit es dabei nicht zu Störungen und Unterbrechungen kommt, wurden rund um die über 20 km lange Nordschleife etliche mobile Funkmasten aufgestellt, über die die Signale übertragen werden. Über der Homepage www.vod.af/n24h kann der Livestream verfolgt werden, wobei die eigentliche "Ausstrahlung" über die Google-Videoplattform YouTube stattfindet.

Allerdings offenbar ist Vodafone äußerst wählerisch bei der Festlegung, über welche Geräte der Stream verfolgt werden darf. Auf einem normalen PC läuft der Stream ohne Probleme, und auch über ein Apple iPhone 5S sowie die dort installierte YouTube-App gab und gibt es keine Einschränkungen. Auf diversen anderen Geräten allerdings sieht es bei weitem nicht so gut aus, denn dort wird nur eine Fehlermeldung angezeigt. Auf einem aktuellen Blu Ray Player mit SmartTV-Funktion von Sony ist in Deutsch zu lesen: "Leider ist das Video auf diesem Gerät nicht verfügbar". Auf dem Amazon Fire TV Stick wird die Meldung in englischer Sprache ausgegeben: "Sorry, this video is not available on this device". Zum Einsatz kam jeweils die offizielle YouTube-App.

Auf der Internetseite zum Stream gibt es keinerlei "Warnhinweise" dazu, dass diverse Geräte den Stream nicht empfangen können, und auch eine Begründung ist dort nicht zu finden. Dementsprechend kann über die möglichen technischen oder rechtlichen Hintergründe der Sperrung nur spekuliert werden. Bei den Kunden von Vodafone und auch bei den Motorsport-Fans allerdings bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn der Vodafone-Livestream liefert dank der zahlreichen Onboard-Kameras und zusätzlicher Angaben zum Zustand der Fahrer interessante Einblicke in das Rennen. Darüber hinaus kann die Übertragung auch mit einen ziemlichen "Unterhaltungswert" aufwarten, wenn beispielsweise ein überfordert wirkender Interviewer das sichtlich verstörte Promipaar Sabine Lisicki und Oliver Pocher mit seltsamen Fragen in der Boxengasse nervt: "Frau Lisicki, wie fühlen sich in der Boxengasse, wo jederzeit ein Feuer ausbrechen kann?" oder "Herr Pocher, ich schenke ihnen eine Milliarde Euro und sie dürfen sich davon ein Auto kaufen. Welches wählen sie?". Da stimmt es einen schon traurig, dass dieses "Highlight der TV-Unterhaltung" nicht von allen Zuschauern verfolgt werden kann.

Meinung des Autors: Der Livestream von Vodafone zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ist eine interessante Alternative zur offiziellen Übertragung. Das Personal hat allerdings noch viel "Luft nach oben", und das macht es teilweise unfreiwillig komisch. Insofern doppelt schade, dass sich der Stream nicht auf allen Geräten empfangen lässt.