Originalansicht: Mobilfunknetze im Test: Telekom erneut vor Vodafone und O2

Ein günstiger Tarif allein ist nicht alles, denn auch die Netzqualität muss stimmen. In einem umfangreichen Vergleichstest wurde diese jetzt bei den drei Netzbetreibern überprüft, wobei sich vor allem außerhalb der üblicherweise gut versorgten Städte die Spreu vom Weizen trennt


Die Stiftung Warentest hat wieder einmal die Qualität der deutschen Mobilfunknetze unter die Lupe genommen. Dafür wurden 3.700 km auf deutschen Autobahnen und etliche Stunden in zahlreichen Städten mit Messungen verbracht, zusätzlich wurden auch noch 2.400 km mit der Bahn zurückgelegt. Untersucht wurden die Netzabdeckung sowie die Geschwindigkeit beim herunterladen, außerdem die Sprachqualität sowie die Zeit für den Rufaufbau. Dem geänderten Nutzungsverhalten der meisten Nutzer entsprechend floss dabei das surfen mit 60 Prozent in die Gesamtnote ein, während telefonieren die restlichen 40 Prozent ausmacht.

Dabei hatte die Telekom in vielen Disziplinen (klar) die Nase vorn. Die Tester geben dafür zwei Beispiele an. Das erste: Bei der Telekom wird eine 20 Megabyte große Datei (beispielsweise eine App oder ein Dateianhang in einer Mail) im Durchschnitt in 8 Sekunden heruntergeladen, bei Vodafone dauert es 13 Sekunden und bei O2 sogar 22 Sekunden. Das zweite: die Qualität von YouTube-Videos, die sich nach der Leistungsstärke des jeweiligen Netzes richtet. Und um die ist es bei O2 nicht so gut bestellt, denn nur 56 Prozent der aufgerufenen Inhalte wurden in HD abgespielt. Vodafone kommt hier auf fast 80 Prozent, die Telekom erreicht knapp 90 Prozent.


Im Vergleich zum letzten Test im Oktober 2015 - bei dem die inzwischen zusammengelegten Netze von O2 und E-Plus noch getrennt bewertet wurden - hat sich die Netzabdeckung bei allen Anbietern verbessert, vor allem was den schnellen Datenfunk LTE angeht. Allerdings gibt es immer noch Versorgungsengpässe in ländlichen Gebieten. Das fällt vor allem bei O2 auf, denn sowohl Surfen als auch Telefonie werden außerhalb von Städten nur als "befriedigend" eingestuft, während die beiden Mitbewerber hier jeweils ein "gut" einfahren. Ein ähnliches Bild gibt es auch bei der Telefonie im Zug (das Surfen in der Bahn hat die Stiftung Warentest dieses Mal ausgelassen, unter anderem weil man seit einiger Zeit im ICE per WLAN kostenlosen Netzzugang bekommt), die bei O2 nur "ausreichend" möglich ist, während die Verbindungen bei Telekom und Vodafone immerhin "befriedigend" sind.

Am Ende darf man sich bei der Telekom als klarer Sieger sehen. Zum einen wurde das Ergebnis des letzten Testes noch einmal verbessert, zum anderen konnte man den Vorsprung gegenüber den ebenfalls verbesserten Konkurrenten sogar minimal ausbauen. Konkret bedeutet das für die Telekom die Gesamtnote "gut" (1,9), für Vodafone ebenfalls "gut" (2,2) und für O2 ein "befriedigend" (2,6). Nicht untersucht wurden hingegen die Preise, wo O2 vor allem bei denjenigen Punkten kann, die nur selten außerhalb der Ballungsräume unterwegs sind. Bestimmte Defizite gibt es allerdings bei allen Netzbetreibern. So wird noch bei keinem das deutlich schnellere und komfortablere telefonieren per Datenpaket (Voice over LTE oder VoLTE) im Rahmen eines Prepaid-Pakets angeboten. Zudem ist zwar inzwischen bei vielen Telefonaten dank HD Voice eine bessere Qualität möglich, doch das klappt nach wie vor nicht netzübergreifend.
(Bildquelle: comlab.ch / Stiftung Warentest)

Meinung des Autors: Im Rheinland sagt man: was nichts kostet, ist auch nichts. Von daher darf man sich bei der Telekom gut aufgehoben fühlen, denn die Tarife zählen zu den teuersten, doch dafür gibt es laut Test auch die beste Netzqualität. Umgekehrt ist es bei O2, wo es für relativ wenig Geld auch relativ wenig Netz gibt. Vodafone sortiert sich brav dazwischen ein.