Originalansicht: T-Mobile: Zubuchoption 'StreamOn' bei der Telekom - was dahinter steckt - UPDATE

Die Deutsche Telekom bietet ihren Mobilfunkkunden die Möglichkeit, zu ihrem Mobilfunkvertrag das sogenannte 'StreamOn' zusätzlich zu buchen. Vielen potenziellen Nutzern ist aber gar nicht klar, was sich dahinter verbirgt und welche Vorteile sie davon haben. Nachfolgend informieren wir über die Vorteile, aber auch die Nachteile des Angebotes


Als die neue Zusatzoption von der Telekom angekündigt wurde, hagelte es sofort Proteste. Denn nicht wenige kritische Betrachter sahen und sehen darin das Ende der Netzneutralität, die jedem Anbieter die gleichen Zugangsmöglichkeiten zum Internet gewährt. Diese ist bei dem optionalen Vertragsbestandteil nämlich definitiv nicht gegeben, denn "StreamOn" bevorzugt ganz klar die teilnehmenden Anbieter, die ihre Daten an den Kunden übermitteln können, ohne dass dadurch das inklusive Highspeed-Datenvolumen des Mobilfunkvertrags belastet wird. Für diverse Dienste bekommt man also quasi eine echte Flatrate, während jeder Seitenaufruf außerhalb der Teilnehmerliste mit verbrauchten MB bezahlt werden muss.

"StreamOn" gibt es in folgenden Stufen:

  • StreamOn Music: ermöglicht den Zugriff auf diverse Musikstreams. Mit an Bord sind bekannte Musikportale wie Amazon Prime Music, Apple Music, Deezer oder Spotify, aber auch zahlreiche Radiosender wie die bundesweit beliebte Antenne Bayern sowie etliche Lokalradios.
  • StreamOn Music&Video: bietet zusätzlich den Zugriff auf zahlreiche Video-Streamingdienste, darunter Amazon Prime Video, Eurosport Player, Google Play Filme & Serien, Netflix, Sky Go, YouTube und das ZDF (Hinweis zur Fußball-WM: die ARD ist aktuell nicht an Bord). Die Übertragung erfolgt jedoch nur in SD-Qualität vergleichbar einer DVD.
  • StreamOn Music&Video Max: bietet die gleichen Zugriffsrechte wie zuvor aufgeführt, allerdings erfolgt hier die Übertragung in HD-Qualität.


Die vollständige Liste der aktuell 148 Partner-Dienste für Musik-Streaming und 72 Partner-Dienste für Video-Streaming gibt es hier unter der Schaltfläche "Alle Partner anzeigen".

Doch kein Angebot ohne Haken: die Nutzung von "StreamOn" ist nur im Inland möglich. Wenn außerhalb von Deutschland auf die Portale zugegriffen wird, geht dies von Inklusivvolumen ab. Das gilt gleichermaßen für "das Laden von Covern, Werbung, Spielen und sonstige Inhalten, die nicht zum reinen Audio-und Video-Streaming gehören". Und sollte das vertraglich zugesicherte Volumen aufgebraucht sein und die Bandbreite auch max. 64 KBit/s im Download gedrosselt werden, gilt dies auch für "StreamOn". Zudem muss bei einem Altvertrag in einen der aktuellen Tarife gewechselt werden, denn nur dort wird die Option angeboten. Wichtiger Hinweis dazu: die Dienste selber sind selbstverständlich nicht Bestandteil von "StreamOn", hierfür müssen entsprechende Abos beim jeweiligen Anbieter abgeschlossen werden.

Die Option "StreamOn" ist in diversen Verträgen kostenlos zu bekommen, muss jedoch gesondert freigeschaltet werden. Die Basisversion mit Musik ist in den Tarifen MagentaMobil S Young, MagentaMobil M und Family Card M enthalten. Die erste Stufe des Videostreams (SD) ist in den Tarifen MagentaMobil M Young, MagentaMobil L, MagentaMobil L Young, MagentaMobil L Plus, MagentaMobil L Premium und MagentaMobil L Plus Premium sowie zur Family Card L zubuchbar. Die zweite Stufe (HD) gibt es ohne Kosten für Kunden von MagentaEins, sofern beim Mobilfunkvertrag mindestens MagentaMobil M oder MagentaMobil M Young vorhanden ist und der Vertrag mit einem bestehenden Festnetzanschluss der Telekom verknüpft wird.

Fazit: Wer einen der genannten Tarife hat, sollte unbedingt die kostenlose Option hinzubuchen. Wer dafür einen der genannten Verträge abschließen muss, sollte sich jedoch genau überlegen, ob sich ein teurerer Tarif mir erweiterten Möglichkeiten lohnt. Wer Komplettkunde der Telekom ist und mindestens MegentaMobil M nutzt, sollte auf MagentaEins umstellen und dabei auch noch einen Preisvorteil von 10 Euro auf den gesamten Vertrag mitnehmen (sofern keine anderen Rabatte gewährt wurden).

Meinung des Autors: Ohne Datenverlust unterwegs Musik hören oder sogar Videos schauen - vor einiger Zeit war das in Deutschland noch ein feuchter Traum, doch dank "Stream On" der Telekom ist das möglich. Doch wie üblich gibt es ein solches "Geschenk" nicht ohne kleine Haken. Und so mancher ärgert sich sogar darüber, denn die Option ist durchaus ein Frontalangriff auf die Netzneutralität.