Originalansicht: Kirchen, Friedhöfe, Gedenkstätten: Pokémon Go sorgt immer öfter für Ärger

Seit knapp drei Wochen gibt es das neue interaktive Pokémon Go, und plötzlich ist die ganze Welt ein einziger Spielplatz. Das sorgt bei den Beteiligten für viel Spaß und reichlich Frischluft, doch es ist auch immer lautere Kritik zu hören. Das liegt daran, dass sich Monster auch dort fangen lassen, wo dies vielleicht nicht ganz so ideal ist


Halbe Schulklassen, die mit dem Smartphone vor der Nase in einem ehemaligen Konzentrationslager Pikachu und Co. jagen, oder der Kölner Dom als eine "Arena", in der Monster gegeneinander antreten können. Diese Liste lässt sich fast beliebig fortsetzen, denn es gibt inzwischen kaum mehr einen Ort, an dem sich keine Monster finden lassen. Und besonders exponierte Stellen machen da keine Ausnahme. Eher im Gegenteil, denn oftmals lassen sich besonders begehrte Figuren oder Extras an genau solchen Lagen finden. Das sorgt fast schon zwangsläufig für Kritik. Und man muss nicht einmal gläubig oder historisch bewandert sein, um dies durchaus nachvollziehen zu können.

An den betroffenen Stellen wird inzwischen immer öfter reagiert. Doch die ausgesprochenen Verbote und auch Platzverweise bergen ein großes Konfliktpotenzial und sorgen bei allen Beteiligten für Stress. Vereinzelt soll es dabei schon zu lautstarken Diskussionen und sogar Handgreiflichkeiten gekommen sein.

Wer dies jetzt als ein Problem von Jugendlichen deklariert, liegt ebenso so falsch wie eine Tontafel aus Babylon, auf der schon im Jahr 1.000 v. Chr. festgehalten wurde: "Die heutige Jugend ist von Grund auf verdorben, sie ist böse, gottlos und faul. Sie wird niemals so sein wie die Jugend vorher, und es wird ihr niemals gelingen, unsere Kultur zu erhalten (Quelle)". Es ist nämlich überaus erstaunlich, wie viele Erwachsene auf Jagd gehen - und sich dabei oftmals genauso verhalten wie die jüngeren Jahrgänge.

Und es ist ebenso erstaunlich, wie wenig Hersteller und Vertreiber des Spieles auf die Kritik an den als unangemessen erachteten Plätzen reagieren. So hat beispielsweise der Kölner Stadtdechant und Vize-Dompropst Robert Kleine dem Express bestätigt, dass weder der Entwickler Niantic noch der Rechteinhaber Nintendo bislang der Forderung nachgekommen sind, den Kölner Dom zur Pokémon-Go-freien Zone zu erklären. Auch an anderen "stillen Orten" kann weiterhin fleißig gesammelt werden, ohne dass diese bislang von der Hatz nach den virtuellen Monstern ausgenommen sind.

Hier hilft vielleicht nur eine freiwillige Selbstbeschränkung der Spieler, die sich von den genannten Orten fernhalten, oder dort zumindest möglichst leise, unauffällig und respektvoll auftreten. Und auch "Rudelbildung" sollte an solchen speziellen Stätten möglichst vermieden werden, um die anderen Besucher nicht nachhaltig zu stören oder zu ärgern.
(Bildquelle: Schwaiger/Express.de)

Meinung des Autors: Für die einen das aktuell beste Spiel der Welt, für anderen hingegen schlicht eine Seuche: der Hype um Pokémon Go polarisiert die Massen. Und sorgt auch immer öfter für Probleme, wenn Monster an besonders exponierten Stellen platziert sind. Wie seht ihr das Ganze, soll es Monster-freie Zonen geben oder reicht einfach etwas Rücksichtnahme?