Originalansicht: Fußball-WM per Satellit, Kabel, Smartphone und Co.: wer als erstes jubeln darf

Die Digitalisierung bietet unzählige neue Möglichkeiten, hat aber bei der Übertragung von Großereignissen wie der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft einen gravierenden Nachteil: es gibt einen Zeitversatz bei den einzelnen Empfangsmöglichkeiten. Und der kann gewaltig nerven, wie wir nachfolgend erklären


Die Differenz zwischen dem eigentlichen Ereignis und der Ankunft des Signals beim Empfänger hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen ist dies natürlich der Übertragungsweg, denn die einzelnen Übertragungsarten wie Satellit oder Kabel transportieren die Daten unterschiedlich schnell. Zudem sind je nach Übertragungsart Zwischenschritte wie En- und/oder Decodierung notwendig, die ebenfalls für Verzögerungen sorgen. Ein weiterer Faktor kann die Technik des ausstrahlenden Senders darstellen, denn auch bei dieser entstehen teilweise Verzögerungen.

Die Zeitschrift c't hat jetzt erneut untersucht, welcher Sender in welchem Standard über welche Übertragungsart am schnellsten beim Konsumenten ankommt. Wie es sich für eine Untersuchung zur Fußball-Weltmeisterschaft gehört, spielten bei dem Vergleich nur die beiden Sender ARD und ZDF eine Rolle, bei denen die Spiele in erster Linie übertragen werden. In beiden Fällen zeigte sich, dass Satelliten-Nutzern die Nase immer einen Tick vorne haben. Und es beweist im Prinzip auch, dass das herkömmliche Fernsehen dem Livestream im Internet, zumindest in Bezug auf das Live-Erlebnis, deutlich überlegen ist. Nachfolgend die einzelnen Werte in der Übersicht:

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Auffällig ist, welche große Verzögerung es beim Empfang als Internet-Stream gibt. Je nach gewähltem Dienst sowie der entsprechenden Hard- beziehungsweise Software können nämlich über 50 Sekunden vergehen, bevor ein Tor zu sehen ist. In diesem Punkt gibt es so gut wie keine Verbesserung gegenüber den Tests zur WM 2014 sowie der EM 2016, bei denen ähnliche Zeitunterschiede festgestellt wurden. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass man am besten dort schaut, wo es Satellitenempfang oder DVB-T2 gibt.

Anmerkung: nicht getestet wurde bislang der Empfang per Apps auf dem Smartphone. Hier hat nach einer eigenen Überprüfung die ARD mit rund 10 Sekunden Verzögerung klar die Nase vorn, während beim ZDF teilweise mit über 50 Sekunden gerechnet werden muss. Ein Grund dafür kann die Auflösung sein, die bei der ARD augenscheinlich (deutlich) niedriger als beim ZDF ist. Ebenfalls nicht überprüft wurde der Empfang in Ultra HD, der bei einigen Spielen über Sky möglich sein wird. Hier dürfte es aufgrund der notwendigen Bildbearbeitung zu Verzögerungen kommen, doch schneller als ein Livestream sollte es allemal sein.

Meinung des Autors: Bis vor einigen Jahren konnte beim Public Viewing überall (nahezu) zeitgleich gejubelt werden. Inzwischen gibt es aber deutlich mehr Übertragungswege als früher, die für mehr Flexibilität sorgen, jedoch teilweise gewaltige Verzögerungen mit sich bringen. Und wenn beim Nachbarn oder in der Kneipe nebenan früher ein Tor gefeiert wird, ist die Spannung schnell raus.