Originalansicht: ISS beobachten: Position der Raumstation per Smartphone-App finden - so geht es

Seit einigen Wochen ist der deutsche Astronaut Alexander Gerst zum zweiten Mal an Bord der internationalen Raumstation ISS. Deren Vorbeiflug lässt sich bei gutem Wetter und entsprechender Flugbahn beobachten. Äußerst hilfreich sind dabei Apps für das Smartphone


Die ISS umrundet die Erde mit einer Geschwindigkeit von 7,66 km/s, was ungefähr 28.000 km/h entspricht. Für eine komplette Erdumrundung benötigt die Raumstation somit ungefähr 90 Minuten. Spätabends und in der Nacht kann das auch ohne astronomische Geräte von der Erde aus verfolgt werden, denn die gewaltigen Solarpaneele der Station reflektieren das Sonnenlicht, wodurch die Anlage hell erleuchtet wird. Dadurch leuchtet die ISS so hell wie die hellsten Sterne, was sie mit bloßem Auge sichtbar macht. Zumindest dann, wenn man weiß, zu welcher Uhrzeit man wohin schauen muss.

Dabei können Apps für das Smartphone helfen, von denen es etliche gibt. Die besten Bewertungen einer Anwendung für Android hat der ISS Detektor, dessen kostenlose Version auf 4,6 von 5 möglichen Sternen kommt. Die kostenpflichtige, dafür jedoch werbefreie Version ISS Detektor Pro bringt es sogar auf 4,8 Sterne. Für das Apple iPhone empfiehlt sich der kostenfreie ISS Spotter, der ebenfalls auf 4,8 Sterne kommt und immer werbefrei ist. Beide Apps haben gemeinsam, dass sie die Flugbahn der Station anzeigen und nach Freigabe der Ortungsdienste (Standortinformationen) darüber informieren, wann die ISS an der eigenen Position das nächste mal beobachtet werden kann (wobei auch eine manuelle Festlegung des eigenen oder eines anderen Standortes möglich ist). Über den Zeitpunkt kann man sich per Alarm einige Minuten vor der Sichtung informieren lassen. Eine interaktive Karte hilft in beiden Apps, sich am Nachthimmel zu orientieren, um nicht in die falsche Richtung zu schauen.

Allzu viel Spektakel sollte man bei der Beobachtung aber nicht erwarten. Letztlich ist die Raumstation nur als heller Lichtpunkt in den Abmessungen eines großen Sterns zu sehen, der sich in gerader Linie und ziemlich schnell bewegt. Spannend wird das am ehesten durch das Wissen, um welches Objekt es sich handelt und dass sich dort gerade einige Menschen in rund 400 km Höhe im Weltall befinden. Zudem hat die Sache einen Haken, denn die nördliche Flugbahn endet auf Höhe des 52. Breitengrades, der sich ungefähr auf der Linie Bielefeld - Magdeburg befindet. Wer deutlich nördlich davon wohnt, wird die Raumstation nur relativ flach über dem südlichen Horizont oder sogar gar nicht sehen können.
(Bildquelle: NASA)

Meinung des Autors: Voraussichtlich bis Dezember wird Alexander Gerst noch Kommandant der internationalen Raumstation ISS sein. Das macht natürlich viele neugierig, wo er sich gerade befindet. Mit Apps für Android oder das iPhone geht das ziemlich einfach, und sogar die Beobachtung am nächtlichen Himmel ist damit möglich. Durchaus spannend.