Originalansicht: Staatstrojaner für das BKA bereits aktiviert? Gibt es Online-Durchsuchung auf WhatsApp und Co.?

Quellen-Telekommunikationsüberwachung klingt nicht schlimm, aber wenn man es gegen Begriffe wie Bundestrojaner, Polizeitrojaner, staatlicher Trojaner oder Staatstrojaner ersetzt klingeln bei vielen die Alarmglocken in höchsten Tönen. Das BKA soll den Staatstrojaner bereits im Einsatz haben und wenn nötig Smartphones und Tablets überwachen. Aber bleibt das auch so?


Laut der Süddeutschen Zeitung sollte der Bundestrojaner zum Ende 2017 einsatzbereit sein und wenn man sich diesen Artikel vom 26.01.2018 durchließt soll er also auch wirklich schon genutzt werden. Wurden Bundes- und Polizeitrojaner in frühen Jahren nur von Hackern so genannt kommt dieser nun direkt vom BKA. Für das Bundeskriminalamt ist diese Art der Überwachung ein wichtiges Mittel um die Sicherheit zu gewährleisten, für so manchen anderen stellt es aber natürlich die tiefsten Abgründe Datenschutzhölle und Überwachung dar, was die Süddeutsche wohl auch dazu veranlasste das Ganze als digitale Inquisition zu betiteln.

Schon seit Jahren bemängelte das Bundeskriminalamt fehlenden Zugriff auf sensible Daten in Chats, natürlich nur wenn diese auch nötig seien, und mit dem Bundestrojaner könne man auch verschlüsselte Chats auslesen. Wie genau das funktioniert wird natürlich nicht verraten. Gegenstimmen argumentieren, dass dies aber vorher auch nicht nötig war. Als Beispiel wird hier ein Zugriff auf sensible Daten der rechtsextremen Gruppe "Oldschool Society" 2015 genannt. Diese konnten einfach mitgelesen werden, da man ein zweites Smartphone auf einen bekannten Account angemeldet hat.

Auch wenn viele verstehen können, dass das BKA anscheinend fürchtet den digitalen Raum nicht ausreichend überwachen zu können, sprechen sich Politiker vieler Parteien, wie SPD, Linke oder AfD gegen diesen Staatstrojaner aus. Für diesen Bundestrojaner sprach sich zum Beispiel Thomas Jarzombek von der CDU aus. Er sagte:

"Am Ende muss man entscheiden: Sollten Dienste die Möglichkeit behalten, beispielsweise bei Terroristen auch durch Überwachung aufzuklären? Ich glaube, dass dies für eine erfolgreiche Terrorabwehr unerlässlich ist."

Die Bürgerrechtsgruppe Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) sieht dies anders, denn viele andere wichtige Daten wie Standorte und ähnlichen wären ohnehin selten verschlüsselt. Man zweifelt scheinbar auch daran, dass man wirklich stark verschlüsselte Daten mit dem Bundestrojaner auslesen kann und somit würde die digital Freiheit Aller für einen Bruchteil an zu überwachenden Personen geopfert werden. Aus diesem Grund wird auch bereits an einer Verfassungsklage dagegen gearbeitet.

Angeblich käme der Staatstrojaner ohnehin nicht oft zum Einsatz, da jede Nutzung ja auch das Risiko enthält aufgedeckt zu werden, und dann wären Millionen in den Sand gesetzt worden. IT-Experten fordern sogar die genutzten Lücken zu veröffentlichen, damit die Hersteller diese schließen können. Wenn das BKA in der Lage ist solche Lücken zu nutzen sind es kriminelle Elemente ja oft leider auch…

Meinung des Autors: Wenn man den Staatstrojaner aus Angst entdeckt zu werden sowieso nicht oft nutzen kann / will / soll hätte man es vielleicht auch gleich ganz lassen sollen? Mit dem Geld hätte man den BER vielleicht schon Anfang 2020 eröffnen können… Was haltet Ihr vom Thema Quellen-Telekommunikationsüberwachung für Smartphones und Tablets?