Originalansicht: Powerbank: externe Akkupacks im Test - große Unterschiede bei Qualität und Preis

Moderne Smartphones benötigen so viel Strom, dass sie in der Regel täglich geladen werden müssen. Doch selbst das kann unter Umständen nicht reichen, was vor allem unterwegs ein Problem sein kann. Abhilfe schaffen mobile Zusatzakkus, die je nach Kapazität kurzfristig einen Engpass überbrücken oder gar mehrere Komplettladungen ermöglichen. Ein aktueller Test zeigt, dass die verschiedenen Produkten sehr weit auseinander liegen - und nur eines wirklich überzeugen kann


Die Stiftung Warentest hat externe Akkupacks getestet, über deren Vor- und Nachteile wir bereits in einem eigenen Ratgeber berichtet haben. Die getesteten Powerbanks können über integrierte USB-Schnittstellen eines oder sogar mehrere Geräte mit Strom versorgen. Bei der Untersuchung wurden die Kategorien Akkukapazität (35 %), Ladeverhalten (20 %), Handhabung (20 %), Stabilität (5 %), Deklaration (10 %) und Vielseitigkeit (10 %) bewertet, wobei über deren Gewichtung natürlich gestritten werden kann. Das gilt vor allem für die Stabilität, denn diese könnte bei einem mobilen Gerät in den Augen vieler Interessenten sicherlich stärker in das Gesamtergebnis einfließen. Am wichtigsten ist natürlich die tatsächlich verfügbare Lademenge, wobei es vorab einer technischen Erklärung bedarf. Die von den Herstellern gemachten Angaben zur Kapazität können nämlich täuschen, denn diese beziehen sich auf die interne Nennspannung, die in der Regel bei 3,6 V liegt. Zur Aufladung eines Smartphone muss diese jedoch auf 5 V transformiert werden, wodurch die tatsächlich verfügbare Kapazität um rund 30 Prozent sinkt. Dies sorgt beispielsweise dafür, dass in der kleinsten Klasse lediglich Realwerte zwischen 1.140 und 2.090 mAh verfügbar sind - deutlich zuwenig, um ein Smartphone einmal komplett zu laden.

Getestet wurde in 4 handelsüblichen Klassen, wobei die Preisspanne von 7 bis 60 Euro reicht. Dabei hat der Test vor allem eines gezeigt: der Preis lässt nicht immer Rückschlüsse auf die Qualität zu. Das gilt vor allem für den Testsieger, der ein echtes Schnäppchen ist. Doch bevor ein näherer Blick auf diesen geworfen wird, erst einmal die Vertreter der kleinsten Klasse:

2.200 bis 3.000 mAh:

In dieser Klasse gibt es keinen einzigen Teilnehmer, der in den drei wichtigsten Disziplinen gleichermaßen mit "gut" abschneidet. Zwei Akkus schaffen in der Gesamtsumme immerhin diese Bewertung, wobei diese allerdings im Vergleich sehr teuer bezahlt werden muss. Als Alternative bieten sich die kleinen Helfer von Iconbit und Intenso an, die es deutlich weniger Geld gibt. Nachfolgend die Gesamtergebnisse der einzelnen Produkte und der mittlere Preis:

  • Realpower (Ultron) PB-2600 - 16,80 Euro - gut (2,5)
  • Samsung EB-PA300U - 28 Euro - gut (2,5)
  • Sony CP-V3A - 24,90 Euro - befriedigend (2,6)
  • Iconbit FTB 2600FX - 7 Euro - befriedigend (2,7)
  • Intenso Powerbank P2600 - 5,60 Euro - befriedigend (2,7)
  • ISY IAP 1400 - 13 Euro - ausreichend (3,6)
  • Xlyne Powerbank 2600mA - 9 Euro - ausreichend (3,9)


5.200 bis 6.000 mAh:

In dieser Klasse liegen die Preise deutlich dichter beisammen, und es gibt gleich viermal die Gesamtnote gut. Klassensieger ist der Zusatzakku von Ednet, der bei Kapazität sowie Ladeverhalten gut und bei Handhabung sogar sehr gut benotet wurde. Ihm verhagelt lediglich die nur befriedigend eingestufte Vielseitigkeit ein besseres Ergebnis.

  • Ednet Power Bank 5200 - 17,90 Euro - gut (2,1)
  • Hama Power Pack Fusion 5600 mAh - 26,50 - gut (2,4)
  • PNY AD5200 - 18 Euro - gut (2,4)
  • GP FN05M - 20 Euro - gut (2,5)
  • Xlayer Powerbank X-Charger 6000 - 19,50 Euro - befriedigend (2,6)
  • Peter Jäckel Powerbank Elegance 5200mAh Li-Ion - 23 Euro - ausreichend (3,7)


10.000 bis 13.000 mAh:

Aus dieser Klasse stammt der unangefochtene Testsieger von Intenso, der als einziges Produkt die Gesamtnote sehr gut erreicht. Dabei glänzt er mit einem sehr gut bei Kapazität, Handhabung, Stabilität und Deklaration, während die beiden anderen Kategorien gut sind. Versüßt wird das ganze durch einen extrem attraktiven Preis sowie ein relativ und auch absolut gesehen niedriges Gewicht von knapp unter 200 g.

  • Intenso Slim Powerbank S10000 - 19 Euro - sehr gut (1,5)
  • Urban Revolt (Trust) Cinco Power-Bank 13000 - 60 Euro - gut (1,6)
  • TP-Link TL-PB50 - 38 Euro - gut (1,9)
  • Conrad / Voltcraft PB-17 - 28 Euro - gut (2,0)
  • Realpower (Ultron) PB-12000 - 32 Euro - gut (2,0)


Mit Solarzellen:

Diese beiden Powerbanks sind etwas besonderes, denn hier sollen zusätzliche Solarzellen dafür sorgen, dass die internen Akkus auch unabhängig vom Stromnetz geladen werden können. Dies funktioniert aber höchstens extrem eingeschränkt, denn nach sieben Stunden in der prallen Sonne standen nur 600 (Conrad) beziehungsweise 400 mAh (Iconbit) zur Verfügung. Laut Berechnungen wären 40 beziehungsweise sogar 90 Sonnenstunden notwendig, um die volle Ladung zu erreichen. Natürlich ist aber auch eine Aufladung an der Steckdose möglich. Die schlechten Ergebnisse bei der Solarladung sorgen allerdings für eine Abwertung in dieser Kategorie, was sich auf die Gesamtnote auswirkt:

  • Iconbit FTB-Travel+ - 35 Euro - befriedigend (2,9)
  • Conrad / Voltcraft Solarlader SL-3 - 30 Euro - befriedigend (3,1)


Fazit:

Es kann nur einen geben: die große Powerbank von Intenso macht alles richtig und kostet sehr wenig Geld. Dabei braucht man sich um die Mobilität nur eingeschränkt Sorgen zu machen, denn der Zusatzakku ist kaum größer und schwerer als die sperrigsten Vertreter aus der nächstkleineren Klasse.

Der ganze Test kann im aktuellen Test-Heft der Stiftung Warentest oder gegen Bezahlung unter www.test.de nachgelesen werden.

Meinung des Autors: Das Testergebnis könnte klarer nicht ausfallen, denn eine Powerbank im aktuellen Test externer Akkus ist deutlich besser und dabei auch noch wesentlich preisgünstiger als die Mitbewerber. Aufpassen sollte man offenbar bei den besonders kleinen Vertretern, denn hier gibt es die größten Unterschiede und den geringsten Nutzen.