Originalansicht: Samsung verkauft doppelt so viele Smartphones wie Apple - Kommentar

Auch im 2. Quartal des Jahres ist Samsung mit Abstand die Nummer 1 im Smartphone Markt. Besonders eindrucksvoll ist dabei der Vergleich mit dem großen Konkurrenten Apple, zumindest was die Stückzahlen angeht. Doch reine Output ist nicht wirklich das, was zählt


Zwischen Anfang März und Ende Juni 2016 konnte Samsung laut aktuellen Angaben ziemlich genau 80 Millionen Smartphones an die Frau oder den Mann bringen, wie jetzt die Marktforscher von Canalys berichten. Das ist ziemlich genau die doppelte Menge, die Apple im gleichen Zeitraum abgesetzt hat, denn die Amerikaner kommen nach eigenen Angaben auf 40,4 Millionen Exemplare.

Die Zahlen geben die Situation beider Unternehmen und auch die ihrer Kunden aber nur in bedingtem Maß wieder. Samsung hat eine extrem breite (und extrem unübersichtliche) Palette an smarten Mobiltelefonen und kann so viele Kunden in allen Preislagen für sich gewinnen, verdient an den einzelnen Geräten aber nur vergleichsweise wenig oder sogar fast gar nichts. Bei Apple sieht es da ganz anders aus, denn das Unternehmen beschränkt sich aktuell auf ganze 5 Versionen, mit denen aber richtig gutes Geld eingenommen wird. Doch für Samsung sind Smartphones eher ein Zusatzgeschäft, mit dem man seinen Namen in die Welt trägt und bei den Kunden auch den Fuß für andere Produkte in die Tür bekommen will. Bei Apple hingegen ist das iPhone existenziell, denn es ist für rund die Hälfte des gesamten Umsatzes und den entsprechenden Gewinn verantwortlich.

Dementsprechend treffen Rückgänge auf dem Smartphone-Markt die Amerikaner deutlich härter, als dies beim koreanischen Mitbewerber der Fall ist. Derzeit herrscht zwar nicht gerade Alarmstimmung, denn mit einem Gewinn von 7,8 Milliarden US-Dollar im traditionell schwächsten Quartal des jeweiligen Geschäftsjahres wird Apple-Chef Tim Cook sicher keine schlaflosen Nächte haben. Eher im Gegenteil, denn eine Unternehmensmarge von 38 Prozent dürfte ihm eher süße Träume bescheren, auch wenn sowohl Umsatz als auch Verdienst zuletzt leicht rückläufig gewesen sind.

Zudem wird es in den beiden kommenden Quartalen wieder aufwärts gehen, wobei derzeit noch nicht abzusehen ist, ob die erwarteten Neuerungen von iPhone 7 / iPhone 6SE die Stammkunden und Neukäufer dazu bewegen, massenhaft ihre Konten zu räumen. Und das ist bei der Neuanschaffung eines iPhone oftmals notwendig, denn die Apple-Geräte sind im Vergleich zu den Konkurrenten nicht nur sehr teuer, sondern fallen in ihrer Lebenszeit kaum im Preis, was eben die satten Margen garantiert. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich Apple grundlegend vom Konkurrenten aus Korea, wie etwa das Beispiel Galaxy S7 zeigt. Dieses hat bei der Markteinführung im März eine unverbindliche Preisempfehlung von 699 Euro bekommen, ist inzwischen aber bereits für unter 550 Euro zu bekommen - bei fallender Tendenz.

Böse Zungen werden jetzt behaupten, dass die sogenannten Apple-Fanboys eben Idioten sind, die jeden Preis bezahlen. Doch das ist höchstens die halbe Wahrheit, denn ein gebrauchtes und mehrere Jahre altes iPhone ist immer noch mehrere hundert Euro wert. Das sieht bei Samsung-Geräten oftmals anders aus, denn dort ist ein älteres Smartphone oftmals nur eins: nahezu unverkäuflicher "Elektronikschrott". Zudem sorgt Apple mit einer langen und schnellen Verfügbarkeit von Updates für den Werterhalt, während bei Samsung selbst die relativ jungen (Top-)Geräte Aktualisierungen erst spät oder teilweise sogar gar nicht bekommen. Jede Medaille hat nämlich zwei Seiten.

Meinung des Autors: Bei Smartphones ist Samsung klarer Marktführer und hat im vergangenen Quartal im Vergleich zu Apple knapp die doppelte Menge an Smartphones verkauft. Doch nicht nur bei den reinen Stückzahlen, sondern auch in diversen anderen Punkten könnte die Situation bei beiden Unternehmen kaum unterschiedlicher sein. Wobei mal der eine, mal der andere den Kampf für sich entscheidet.