Originalansicht: Fairphone 2 – 340 Euro kostet das Gerät in der Herstellung

Fair gehandelte Produkte liegen bei vielen hoch im Kurs. Auch das Fairphone 2 wird von vielen als ein sehr guter Beitrag zu diesem Thema angesehen. Um zu belegen, dass das Gerät wirklich fair produziert wird hat der Hersteller nun seine Kosten offengelegt.


Vorgestellt haben wir das faire und zudem modulare Gerät bereits in diesem Bericht. Laut der Webseite des Herstellers Fairphone werden nun genau die Kosten für Entwicklung, Produktion und Vertrieb des Gerätes angegeben und auch mit entsprechenden Grafiken in einem PDF belegt.


Bei einem Verkaufspreis von 525 Euro entfallen somit bereits 340 Euro allein auf die Produktion an sich und 118 Euro entfallen auf Steuern und Margen an Händler für den Vertrieb des Gerätes. Von den somit verbleibenden 67 Euro werden noch 25 Euro pro Gerät abgezogen, mit denen dann der Geschäftsbetrieb abgedeckt wird, und weitere 33 Euro werden laut der Liste in neue Projekte investiert. Somit bleiben am Ende unter dem Strich 9 Euro übrig. Dieser Nettogewinn vor Geschäftssteuern wird aber laut der Grafik für unerwartete Kosten oder zusätzliche Investitionen auf die Seite gelegt.

Dieser Kostenschlüssel basiert auf dem Verkauf von 140.000 Geräten pro Jahr, und auf einem angenommenen Wechselkurs von 1,08 US-Dollar für 1,00 Euro.


In einer weiteren Grafik werden die Kosten genauer aufgeschlüsselt und man sieht, dass neben den üblichen Kosten für Patente, Produktion und Verpackung auch Projekte im Bereich Elektroschrott und der Worker Walfare Fund mit je 2,31 Euro gefördert werden. Das klingt nun zwar nicht viel, aber bei 140.000 veranschlagten Geräten sind dies jeweils 323.400 Euro, also zusammen 646.800 Euro pro Jahr.

Aktuell sollen 10.000 Vorbestellungen vorliegen, die man bis Ende September noch auf 15.000 zu steigern hofft. Den vermeintlich höheren Preis rechtfertigt man untern anderem mit einer längeren Nutzungsdauert. Das Fairphone 2 ist modular aufgebaut, ähnlich dem Projekt Ara von Google, und dadurch leichter zu reparieren.

Aktuell kann das Gerät über den Shop des Anbieters für knapp 530 Euro vorbestellt werden. Mit diesem Geld sollen dann die nötigen Teile für eine Produktion der bestellten und kommenden Geräte angeschafft werden. Die Auslieferung selber erfolgt laut der Webseite dann Ende November. Sicher ein Vertriebsweg den manche merkwürdig finden, aber für Supporter eine gute Lösung. Bei Projekten im Entertainmentbereich, wie der Pandora Konsole, hat es ja auch funktioniert.

Hier noch einmal das Präsentationsvideo zum Fairphone 2:


Quelle: Areamobile / FairPhone Website

Meinung des Autors: Fair gehandelte Smartphones, und dazu noch in modulare Bauweise, werden sicher ihre Sparte finden. Wer im Vergleich zu anderen Geräten den Preis bemängelt hat den Sinn von Fair Trading nicht verstanden, denn man zahlt nicht nur für das Produkt, sondern auch für die Arbeiter und die eigene Überzeugung.