Originalansicht: Smartphone-Nutzer bekommen Ampel in der Fahrbahn - Pilotprojekt in Augsburg

Immer mehr Fußgänger starren unterwegs auf ihre Smartphones und nehmen daher ihre Umwelt nur noch sehr eingeschränkt wahr. Dies hat in der Vergangenheit schon öfter zu Unfällen geführt, weil beispielsweise rote Fußgängerampeln übersehen wurden. Die Stadtwerke Augsburg haben jetzt einen Versuch mit einer neuartigen Ampel gestartet, die für erhöhte Aufmerksamkeit sorgen soll


Es war einmal... ein Junge Namens Hanns Guck-in-die Luft, der in den Märchenerzählungen vom Struwwelpeter auftaucht. Beschrieben wird darin ein permanent abgelenktes Kind, das unter anderem von den Vögeln am Himmel abgelenkt wird und deshalb beispielsweise einen Hund übersieht, über den er schließlich stolpert (siehe Bild unten). Heutzutage ist es ein wenig anders, denn auf den Bürgersteigen sind ganz viele Hanns Guck-auf-den-Boden unterwegs, und zwar in Form von Handynutzern, die mit gesenktem Kopf auf den Bildschirm ihres Mobiltelefons starren. Diese nach unten gerichtete Aufmerksamkeit lässt die Fußgänger dann gerne einmal rote Ampeln übersehen, böse Unfälle mit Autos und auch Straßenbahnen können dann die Folge sein und sind auch schon öfters vorgekommen.


In Augsburg hat man daher jetzt einen ungewöhnlich anmutenden Versuch gestartet, bei dem LEDs in die Fahrbahn eingelassen werden (Bild ganz oben). Diese blinken rot, wenn die dazugehörige Fußgängerampel ein rotes Signal anzeigt. Auf diese Weise sollen die Smartphone-Nutzer gewarnt werden, nicht die Straße zu betreten. Im Rahmen des Pilotprojektes wurde dies jetzt an zwei Straßenbahnhaltestellen umgesetzt, und zwar an der Haltestelle Haunstetter Straße und am Überweg zur Haltestelle Von-Parseval-Straße. Als Nebeneffekt erhoffen sich die für den Test verantwortlichen Stadtwerke Augsburg, dass "die Sicherheit auch außerhalb des Überweges" erhöht wird, das das Licht der LEDs auch aus größerer Entfernung gut sichtbar ist.

Über den Zeitraum des Feldversuchs und das mögliche weitere Vorgehen haben die Stadtwerke bislang keine Angaben gemacht. Sofern der Test aber erfolgreich verläuft, könnte die Technik an weiteren neuralgischen Punkten und auch in anderen Städten zum Einsatz kommen. Entscheidender Faktor könnten aber, wie so oft, die Kosten sein, denn Umbau und Aufrüstung der Ampelanlagen ist sicherlich kein ganz preiswertes Vergnügen.

Meinung des Autors: Der 1. April ist vorbei, daher ist die Meldung wahr: in Augsburg werden in die Fahrbahn eingelassene Ampeln getestet, um abgelenkte Smartphone-Nutzer zu warnen. Die Idee ist gut und könnte Schule machen, doch traurig ist, dass solche Versuche überhaupt notwendig sind. Was haltet ihr von der neuen Ampelanlage?