Originalansicht: Future-Check: Das liegt in den Schubladen der Hersteller und Provider

Nein, das USP-Forum besitzt keine magische Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen. Trotzdem zeigen wir, was in allernächster Zeit bei Handys Sache sein wird. Dass die Technik von Mobiltelefonen nicht stillsteht, ist bekannt. Allerdings lassen sich die Hersteller so ungern in die Karten schauen – definitive Aussagen zu künftigen neuen Produkten finden sich aus verständlichen Gründen ziemlich selten. Doch das macht nichts, anhand der technischen Entwicklungen lässt sich auch ohne solche Statements sehr viel von dem voraussagen, was uns erwartet. Und genau das haben wir für diesen Artikel einmal getan.

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Smartphones im kompletten Glas-Design sind für die kommenden Jahre wohl nicht zu erwarten. Dafür aber andere, praktischere Dinge.

1.) Allgemeine Handytechnik

Keine Sorge, auch mehr als zehn Jahre nach dem ersten iPhone wird sich nur wenig am generellen Smartphone-Layout ändern. Allerdings werden wir uns vielleicht von so manchem Detail verabschieden müssen – und ein Totgeglaubter könnte sich auf die Überholspur begeben.

Smarte Feature-Phones

Feature-Phones. Das sind die Handys, die keine smarten Funktionen aufweisen, deren Software vom Werk aus vorgegeben ist und auf denen sich keine Apps installieren lassen. Also das klassische Seniorentelefon mit Tasten, T9 und allerhöchstens einer vorinstallierten Facebook-App als einzigem Hinweis darauf, dass wir in den späten 2010ern leben und nicht den späten 1990ern. Böse Zungen nennen so etwas auch Dumb Phone. Allerdings gibt es noch eine ganze Menge Menschen außer Senioren, die aus den verschiedensten Gründen kein „richtiges“ Smartphone wollen – Amazon und jeder Elektronikdiscounter sind voll von günstigen Tastentelefonen ohne aufwendige Funktionen. Und egal um welches Modell es sich handelt, gibt man seine Bezeichnung mal bei Google zusammen mit „Whatsapp“ ein, sieht man, dass unzählige diese Frage stellen – ein deutlicher Hinweis darauf, dass durchaus großes Verlangen nach „dumm aber ein bisschen smart“ besteht. Tatsächlich sieht es so aus, dass sehr viele nur deshalb ein Smartphone besitzen, weil nur auf diesen Basic-Anwendungen wie Messengerdienste oder eben Facebook laufen - und die kaum jemals weitere Apps herunterladen oder andere Smart-Funktionen verwenden. Und genau diese Menschen peilt das neue Betriebssystem KaiOS an, das die große Brücke zwischen Feature- und Smartphone sein will, indem es den „dummen“ Telefonen einige smarte Funktionen ermöglicht – etwa Messenger. Dass es keine Eintagsfliege ist, zeigt sich schon daran, dass das neue Nokia 8810 4G damit ausgerüstet ist. Und dieses Handy führt uns gleich zum nächsten Punkt.

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Tasten-Handys werden nie mehr eine Rolle wie einst spielen. Dank smarter Updates jedoch könnten sie viel wichtiger werden als heute noch

Retro, Retro, Retro

Das Mobiltelefon hat als günstiges Gerät für die Massen mittlerweile sein erstes Vierteljahrhundert überstanden – klar gab es schon vorher Handys, aber die waren eher etwas für reiche Leute. Und wie bei vielem im Leben, so werden auch die Telefonhersteller nach so langer Zeit etwas nostalgisch. Die größte Nostalgie zeigt bislang HMD Global, die als Nokia-Nachfolger im Geiste der früheren Erfolge des finnischen Unternehmens stehen und dabei 2017 mit großem Tamtam eine Neuauflage des legendären Nokia 3310 herausbrachten (dem Experten und User einen wesentlich größeren Erfolg bescheinigen, käme es nur mit einigen smarten Features).

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Mit dem 3310 und 8810 drückte HMD/Nokia bereits die richtigen Retro-Knöpfe. Doch auch eine Neuauflage der 51er oder 61-Baureihen hätten sicher Fans.

Dieses Jahr auf dem MWC-Event dann der nächste Retro-Böller: Das bereits oben erwähnte 8810 4G, dessen Vorgänger durch eine kleine Szene im ersten Matrix-Teil Kultstatus erlangte (damals allerdings mit einer feder-unterstützten Abdeckklappe, die allerdings gar keine Serienausstattung war). Und weil das 8810 4G mit dem Betriebssystem KaiOS kommt, statt der proprietären Series 30+ des 3310, sind hier auch deutlich bessere „Gene“ vorhanden, um mehr als nur „Weißt-du-noch“-Gefühle zu befriedigen, sondern einen echten Nutzwert jenseits von reinem Telefonieren und SMS schreiben zu kreieren. Doch HMD/Nokia ist nicht der einzige Hersteller mit Retro-Plänen. Und so können wir uns schon mal darauf vorbereiten, dass die Regale im Elektromarkt nicht mehr nur von vielen schwarzen Screens beherrscht werden, sondern auch verstärkt wieder echten Tastaturen.

Klappen und Biegen

Kennt jemand das Samsung Galaxy Round? Wenn nicht, kein Beinbruch, denn das 2013 vorgestellte Smartphone wurde ausschließlich in Samsungs Heimatland Südkorea vertrieben. Doch das Gerät war revolutionär, weil es das erste Massen-Smartphone mit gebogenem AMOLED-Display war. Dass hinter den Kulissen aber noch mehr gebogen wird, zeigen immer wieder geleakte Dokumente der Hersteller. Und auch da könnte ein alter Bekannter bald wieder Oberwasser bekommen: Motorola (gehört heute zu Lenovo) hat sich erst vor wenigen Monaten ein hochflexibles OLED-Display patentieren lassen, das sich wie ein Portemonnaie zusammenfalten lässt – ohne Scharniere wohlgemerkt. Dass da Samsung mit seinem Galaxy X schon seit einigen Monaten den Freunden des fröhlichen Biegens Herzsprünge beschert, ist in diesem Feld natürlich nur logisch. Allein diese Technik könnte in den kommenden Jahren zu etwas Revolutionärem führen: Der Verschmelzung von Smartphone und Tablet – nicht wie bisher als zwischen zwei Stühlen sitzendes Phablet, sondern als hochflexibles Gerät, das sich durch ein wenig Handy-Origami sowohl in das eine wie das andere verwandeln lässt.

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Wasserdicht sind auch heute schon viele Smartphones. Ganz ohne physische Anschlüsse böten sich jedoch viel weitreichendere (oder besser "tiefreichendere") Möglichkeiten.

Byebye Stecker (?)

Als Apple beim iPhone 7 die Klinkenbuchse wegrationalisierte, war der Aufschrei groß. Heute, mit genügend Abstand, kann man sagen: Gute Entscheidung; einer musste den Anfang machen! Denn sind wir ehrlich: Sowohl Strom wie sämtliche anderen Signale, die bisher per Kabel aus dem Handy kamen oder dorthinein gespeist wurden, lassen sich mittlerweile auf andere Weise ohne Nachteile transportieren. Auch das künftige iPhone SE2 wird mutmaßlich ohne 3,5mm-Anschluss kommen – darauf deuten auf der „Global Sources Mobile Electronics“-Messe erspähte Schutzhüllen von Drittanbietern hin. Und über kurz oder lang werden die anderen Hersteller folgen. Auch, weil Steckerlosigkeit bedeutet, dass man das Gerät leichter abdichten kann.

Aufs Holodeck

Es gibt zahlreiche Apps oder Bastelanleitungen aus dem Netz. Und sie versprechen: Hologramme fürs Handy. Doch auch wenn es sich dabei „auch irgendwie“ um Hologramme handelt, meinen wir hier doch „echte“ dreidimensionale Hologramme. Und bei denen ist abzusehen, dass sie bald Einzug halten werden. Auch darauf deuten immer wieder Patente hin.

2.) Akkus und Strom

Klapp- und Retrotelefone sind ja schön und gut. Aber was ist denn mit dem größten Kritikpunkt aller Smartphones, der Akkuleistung? Da gibt es leider nicht nur Gutes vorauszusehen.

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Noch sind die Reichweiten gering, doch bald könnte Induktivladung von der Decke aus erfolgen, via gerichtetem Magnetfeldstrahl.


Magnetfeldladung von oben

Sein Handy auf die Ladematte legen und induktiv aufladen ist nicht mehr wirklich neu. Aber: es ist auch mit ziemlichen Nachteilen gegenüber dem Kabel verbunden, etwa die stark reduzierte Nutzbarkeit während der Aufladung. Das allerdings könnte sich bald ändern. Denn Wissenschaftler arbeiten längst an der Marktreife von gerichteten Distanz-Magnetfeldern. Im Klartext: Wellensignale, die das Handy aus einer gewissen Distanz erreichen und darüber den Akku laden. Klingt nach Nikola Tesla, funktionierte aber schon 2014 am renommierten MIT über immerhin 30 Zentimeter Entfernung. Und daraus könnten auch künftig 300 werden, sodass das Ladegerät an die Decke wandert.

Back to austauschbar?

Dass immer weniger Geräte mit austauschbaren Akkus kommen, nervt zwar viele User, ist aber oftmals technische Notwendigkeit, um maximale Kompaktheit zu gewährleisten. Bislang zumindest. Denn das überkomplexe (und mit Einbaukosten verbundene) Akku-Tauschen ist Umweltschützern und Regierenden schon lange ein Dorn im Auge, sorgt es doch dafür, dass Handys weggeworfen werden, obwohl ein Akkutausch vielleicht für neues Leben gesorgt hätte. Den Anfang könnte nächstes Jahr der US-Bundesstaat Washington machen. Der will Hersteller nämlich aus Umweltgründen per Gesetz dazu zwingen, Akkus wieder austauschbar zu machen. Haben die Regierenden damit Erfolg, könnte das einen Erdrutsch auslösen – immerhin gab es ja mit der Mikro-USB-Vorgabe der EU schon einmal einen solchen positiven Zwang mit ähnlichem Umweltschutzhintergrund.

Kommt der Super-Akku?

Was haben wir in Sachen Akku nicht alles schon gehört. Brennstoffzellen, die man mit Leitungswasser befüllen kann. Super-Akkus, die monatelang halten. Nichts davon traf bisher ein, auch weil jeder kleine Leistungsfortschritt direkt vom steigenden Energiehunger neuer Geräte aufgefressen wurde. Und danach sieht es leider auch noch für die kommenden Jahre aus. Es gibt zwar viele wissenschaftliche Ansätze, nichts davon ist jedoch serienreif und/oder handytauglich. Wenn es einen gigantischen Akku-Durchbruch geben sollte, wird der vermutlich erst mal „wichtigeren“ Baustellen, namentlich der E-Mobilität, zugutekommen.


3.) Provider und Connectivity

Vertrag oder Prepaid – so sieht es seit vielen Jahren die Wahl aus. Doch im Bereich der Provider und der Connectivity könnten uns einige Änderungen ins Haus stehen.

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In kaum einem anderen Land sind mobile Daten so teuer wie in Deutschland. Das dürfte sich definitiv bald ändern.


LTE Advanced und mehr


Je nachdem, wo man sich befindet und was man mit dem Smartphone anstellt, kommt einem heute selbst 4G ziemlich quälend langsam vor. Damit ist definitiv bald Schluss, denn was derzeit von einigen Herstellern mit LTE Advanced als Brücke geliefert wird, wird sich spätestens ab 2020 mit 5G einen evolutionären Durchbruch verschaffen – und erneut für eine Verbesserung der Datenübertragung sorgen. Endlich, so muss man fast sagen, denn schaut man sich mal die Leistungssprünge der jeweiligen Mobilfunkgenerationen an, so klingen die maximal 100Mbit/s von LTE bzw. 600Mbit/s von LTE Advanced im Vergleich mit den 10Gbit/s von 5G geradezu nach Schneckentempo. Doch auch hier gilt ähnliches wie beim Akku: der 5G-Speed könnte schon nach wenigen Monaten vom neuen Speed-Hunger entsprechender Anwendungen geradezu aufgefressen werden. Das zumindest lässt der Blick in die Vergangenheit befürchten.

Goodbye Mindeslaufzeit?

Die Masse der Handynutzer hat nach wie vor einen klassischen Zweijahresvertrag. Und obwohl bei einigen Anbietern auch binnen Monatsfrist kündbare Verträge mittlerweile zum Repertoire gehören, zeigt sich doch, dass der Kundenwunsch immer mehr in eine kurzfristigere Richtung geht. Das ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Tarife mit kurzer Laufzeit meist als großen Nachteil ein recht reduziertes maximales Datenvolumen im Bereich weniger GB aufweisen. Zudem steht Deutschland mit seinen sehr hohen Vertragskosten ziemlich alleine auf weiter Flur – kaum in einem anderen Land bezahlt man so viel für mobiles Internet. Hier zeigt schon die Vergangenheit, dass die Providerbollwerke bröckeln. Und vielleicht ist es ja schon in ein, zwei Jahren soweit, dass wir endlich den günstigen 10 Euro, kündigungsfrist-freien und mit 100GB gedeckten Vertrag bekommen, der in anderen Ländern längst Usus ist – ebenso wie Prepaid-Karten, die ohne Limit sind, aber in kürzeren Intervallen aufgeladen werden müssen, um nicht zu verfallen.

Echte KI dank 5G

Wenn 5G endlich der verbreitete Standard ist, wird das noch eine andere Auswirkung haben, die viele Handynutzer vielleicht gar nicht auf dem Schirm haben. Denn auch, wenn wir diese Technik landläufig als „Handy-Netz“ bezeichnen, sieht es so aus, dass eben nicht nur Mobiltelefone darauf zugreifen. Und damit kommen wir in den Bereich der automobilen Zukunft. Denn damit die vor allem im selbstfahrenden Bereich wirklich kommen kann und nicht nur ein computerisiertes Verkehrschaos bleibt, ist es zwingend notwendig, dass die Fahrzeuge miteinander kommunizieren – blitzschnell und mit sehr hohen Datenraten. Das bringt wiederum 5G ins Spiel. Denn nur dessen Datenraten sind ausreichend, damit auch im dicksten Verkehr Positionsangaben bezogen oder Vorfahrt-Absprachen der Fahrzeuge untereinander getroffen werden können. Tatsächlich sind schnelle Netze hier so wichtig, dass die Mobilfunkanwendung in nicht so ferner Zukunft nur noch ein Beiprodukt sein könnte, wo sie heute noch Haupt-Anwendungsfeld ist.

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Quelle: Rewheel Research


4.) Kameras

Handykameras sind seit dem 2002 eingeführten Nokia 7650 mit seinen trüben Kunststoff-Linsen und „satten“ 0,3 Megapixeln einen sehr weiten Weg gegangen. Doch auch der ist noch längst nicht zu Ende. Ganz im Gegenteil.

Flüssiglinsen

Auflösung ist bei einer Kamera alles. Beim Smartphone ist jedoch die kleinstmögliche Bautiefe der entscheidende Faktor. Denn um zu fokussieren, brauchen auch Handykameras zwingend Bewegungsspielraum zwischen den Linsen. Zwar nur im geringsten Millimeterbereich, aber doch genug, um noch flachere Geräte zu verhindern. Den Ausweg könnte eine Entwicklung bedeuten, die erst vor wenigen Jahren serienreif wurde, bislang aber vor allem in der Industrie angewendet wurde: sogenannte Flüssiglinsen. Diese bestehen nicht mehr aus festen, gläsernen Linsen, die zum Fokussieren verschoben werden, sondern aus zwei Flüssigkeiten mit unterschiedlicher Lichtbrechung. Legt man an diese eine Spannung an, verändert sich die Brechung ganz ähnlich wie bei einer klassischen Linse – allerdings viel, viel flacher. Damit würde im Handy einer der letzten großen „Dickmacher“ neben dem Akku eliminiert.

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Schon heute können Smartphones auch professionelle Fotos und Videos. Dank Flüssiglinse könnten auch die letzten Bastionen "echter" Kameras wegbrechen.


Die DSLR im Smartphone-Format


Schon heute sind Handykameras so ausgereift, dass sie selbst in manchen professionellen Bereichen die Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) abgelöst haben. Allerdings haben die großen Geräte noch einen riesigen Vorteil: Alle Bedienelemente liegen als Tasten vor, können damit intuitiv bedient werden, ohne dass man sich tief in Menüs hineinbegeben müsste. Daher sind DSLRs nach wie vor erste Wahl, wenn es darauf ankommt, richtig schnell zu sein. Doch bereits das Olympus Air System mit Wechselobjektiven zeigt, wie brüchig die Wand ist, hinter der sich DSLRs und ihre spiegellosen Verwandten noch verstecken können. So wird von einigen Kameraherstellern schon vermutet, dass sie hinter den Kulissen an etwas tüfteln: DSLR-Gehäuse, die aus wenig mehr als Akku, Tasten, Objektivaufnahme und elektronischer Schnittstelle bestehen – und für die gesamte Elektronik auf die Rechenleistung des Handys vertrauen. Eine Art XL-Handyhülle also, die das Telefon zur Mega-Kamera macht. Klingt revolutionär, wäre aber nur konsequent, wenn man bedenkt, wie viele andere Anwendungen und Geräte bereits durch das Smartphone aus dem Rennen geworfen wurden.

Mehr Software dank mehr Leistung

Schon heute können Handys in Sachen Bildverarbeitung enorm viel. Doch einmal mehr ist die kompakte Bauweise das limitierende Element. Namentlich für die Kamerachipgröße. Je kleiner der ist, desto niedriger sind die Werte bei schlechten Lichtverhältnissen – selbst brandaktuelle Handys können hier gegen herkömmliche Kameras nicht ankommen. Doch wo sich Qualcomm, Samsung und Huawei aktuell geradezu eine Schlacht der Chipleistungen liefern, lässt sich auch voraussagen, dass sich das auch auf die Bildleistung positiv auswirken wird. Denn: Vieles (wenngleich nicht alles), was der Kamerachip nicht leisten kann, lässt sich durch die Rechenpower hochrechnen. Künftige Smartphone-Generationen werden also so stark sein, dass sie einfach die zu dunkel belichteten Pixel automatisch und präzise hell-rechnen können – ohne dass man einen Unterschied feststellen könnte. Zudem könnte die CMOS-Kameratechnik fürs Tageslicht mittelfristig einfach durch einen echten Nachtsicht-Chip ersetzt werden. Solche Chips sind momentan beim Militär dabei, klassische Nachtsichtgeräte, die noch auf Röhrentechnik basieren, abzulösen. Und mit genug Miniaturisierung und Rechenleistung könnten diese Chips in einigen Jahren in Handys integriert werden und so ohne Blitz selbst bei Sternenlicht ein (beinahe) taghelles Foto ermöglichen.

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Bloße Rechenkraft könnte künftig die Nacht zum Tag machen und so eines der letzten Problemfelder der Smartphonekameras eliminieren.

Auf Lichtwellen zum Superfoto?

Vor einigen Jahren machte sich ein Startup-Kamerahersteller daran, die Welt des Bildermachens, wie wir sie kennen, vollkommen umzukrempeln. Und zwar mit der Technik der sogenannten Lichtfelder. Sehr kompliziert, zählt dabei für den User nur eines: es ist damit bei einem einmal geschossenen Foto auch nachträglich noch möglich, den Fokus nach Belieben zu verändern. Nie wieder unscharfe Bilder. Leider blieb für diesen Hersteller, Lytro, der große Durchbruch aus. Er gab Anfang des Jahres aus finanziellen Gründen auf. Und jetzt ratet mal, wer laut allerneuesten Meldungen das Unternehmen samt all seiner bahnbrechenden Technik-Patente laut dem Onlinemagazin TechCrunch zum Kampfpreis von nur 40 Millionen Dollar kaufen will? Ein gewisses Tech-Unternehmen aus Mountain View, Kalifornien, namens Google. Und damit könnten künftige Pixel-Generationen zum absoluten Killer für alle werden, die ein Handy suchen, das alle anderen Kameras aussticht.

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Wäre dies ein Lichtfeld-Foto, könnte man nachträglich entweder die Blume rechts im Vordergrund oder die Bäume im Hintergrund ebenso scharf fokussieren wie die Frau.


5.) Fazit

Nur wenige glauben, dass die Entwicklung des Smartphones ausgereizt sei und es jetzt nur noch darum ginge, die Leistungen zu boosten. Keine Sorge, auch in den allernächsten Jahren werden uns noch so einige kräftige Entwicklungssprünge ins Haus stehen, die den Spaß und Nutzwert unserer Lieblingstechnik nochmals erhöhen werden.

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