Beim bloßen Blick auf die technischen Daten scheinen Googles Nexus 7 und Amazons Kindle Fire HD 7 sehr ähnlich zu sein. Dennoch gibt es beachtenswerte Unterschiede, auch bei den Rechten der Nutzer.

Vergleich von Google Nexus 7 und Amazon Kindle Fire HD 7-kindle-fire-hd-7.jpg
(Amazon Kindle Fire HD 7)


Die Ähnlichkeiten der Geräte fallen sofort auf: Beide haben ein Display mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale mit 1280 x 800 Bildpunkten, was einer Bildschärfe von 215 Pixel pro Zoll entspricht. Auch die angegebene Akkulaufzeit ist nahezu identisch, beim Nexus 7 sind es bis zu zehn Stunden, beim Kindle Fire HD 7 liegt sie mit elf Stunden geringfügig höher. Auch in der Dicke unterscheiden sich die Geräte nur marginal, wobei das Nexus 7 mit 340 Gramm fast 15 Prozent leichter ist als sein Konkurrent. Beim der Prozessorgeschwindigkeit herrscht nahezu Gleichheit, Kindle verwendet einen 1,2 GHz-Prozessor, das Nexus ist mit 1,3 GHz getaktet. Allerdings setzt Google auf einen Quad-Core-Chip mit zusätzlichem Energiesparkern, während Amazon einen Dual-Core-Prozessor verwendet. Die größten technischen Unterschiede liegen beim verwendeten Betriebssystem (Nexus: Android 4.1 Jelly Bean, Kindle: 4.0 Ice Crema Sandwich mit Amazon-eigener Benutzeroberfläche) sowie beim internen Speicherplatz, der beim Kindle Fire HD 7 mit 16 und 32 GB doppelt so groß ausfällt wie beim Nexus, obwohl für beide Geräte identische Preise aufgerufen werden. Da eine Erweiterung über externe Speicherkarten bei keinem der Tablets möglich ist, dürfte die Größe des Speichers für manchen Interessenten des Kindle ein unschlagbares Argument sein.

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(Google Nexus 7)

Allerdings sollten alle Kunden berücksichtigen, dass Amazon auf den eigenen Tablets die Freiheiten der Nutzer massiv einschränkt. Ein Befüllen mit Inhalten ist fast nur über Amazons eigenen Shop möglich, ansonsten schottet sich das Gerät, zumindest im Auslieferungszustand, nach außen ab. Somit ist das Kindle nur für Kunden empfehlenswert, die bei Amazon regelmäßig Filme, Bücher und Musik erwerben, denn langfristig wird das Kindle deutlich teurer bezahlt als das Nexus. Denn bei diesem kommt die Finanzierung durch Googles Werbung, was natürlich auch nicht nach Jedermanns Geschmack sein dürfte, aber dafür kann man es problemlos an den Rechner anschließen und mit eigenen Inhalten befüllen. Zudem erhält der Nexus-Nutzer Softwareupdates früher als die Amazon-Kunden, denn hier muss eine neue Version an die Amazon-Oberfläche angepasst werden.

Was die Geräte wieder eint ist die mangelnde Mobilität, denn beide können nur via WLan oder über (bei vielen Mobilfunk-Anbietern nicht gestattetes) Tethering mit einem Smartphone Kontakt zur Außenwelt aufnehmen. Während das Nexus 7 gerüchteweise in wenigen Wochen um eine Version mit 3G ergänzt wird, verzichtet Amazon auf diese Möglichkeit. Und die Markteinführung des 8,9 Zoll großen Kindle Fire HD mit LTE ist für Europa derzeit nicht vorgesehen.

Quelle: areamobile.de
Bildquelle: Hersteller