Samsung erhält nach dem verlorenen Patentprozess gegen Apple "Unterstützung" von unerwarteter Seite: Gerade Apple Co-Gründer Steve Wozniak hält wenig von dem gesprochenen Urteil und verrät in einem Interview außerdem, welches Smartphone er selbst nutze.
Wenn es eine Sache gibt, die Steve Wozniak an der mobilen Branche nicht leiden kann, dann sind es Patente. Nicht überraschend, angesichts der andauernden Apple-Patentkriege.




"Ich glaube nicht, dass die Entscheidung standhalten wird. Und ich stimme nicht damit überein"
sagt er zum Urteilsspruch von Richterin Lucy Koh im Paten-Streit zwischen Apple und Samsung.
Der Apple-Mitbegründer glaubt nicht daran, dass das Milliarden-Urteil gegen Samsung vor einem kalifornischen Gericht hält und wünscht sich einen Technologie-Austausch im Sinne der Kundschaft. Vom iPhone 5 erhofft er sich vor allem eine bessere Qualität bei Fotos.
Samsung war zuletzt von den Geschworenen für schuldig befunden worden, mehrere Apple-Patente verletzt zu haben.

In dem Interview zeigt sich Apple-Mitgründer Steve Wozniak unzufrieden mit den Patentstreitigkeiten zwischen dem Konzern aus Cupertino und Samsung. Angesprochen auf das jüngste Urteil aus Kalifornien, laut dem Samsung über eine Milliarde Dollar Strafe zahlen soll, meint er:
"Ich hasse das! Ich denke nicht, dass es bei dieser Entscheidung bleibt. Und ich bin damit nicht einverstanden - ganz kleine Dinge, die ich nicht besonders innovativ nenne. Die großen Player würden dadurch kleinen Start-Ups im Wege stehen und diese gar nicht erst richtig aufkommen lassen, dadurch würde Innovation verhindert"
Das ist zwar eine noble Gesinnung, der viele sicherlich zustimmen würden. Allerdings hat derartiger Idealismus in der modernen Technologie-Branche von heute wohl keine Chance. Wozniak war aber schon immer ein etwas unkonventioneller Herr, der sehr viel mehr Interesse an der technischen Seite der Branche hatte und die Business-Seite eher den Kollegen überließ – seinerzeit vornehmlich Steve Jobs.

Wie viele andere Beobachter auch, wünscht sich Wozniak eine Beilegung der Streitigkeiten im Sinne des allgemeinen Forschritts:
"Ich wünschte, Jeder würde einfach darin übereinkommen, all die Patente auszutauschen und Jeder könnte die besten Formen verwenden, die sie wollen, um Jedermanns Technologien zu verwenden"
Zum neuen iPhone 5 meint der 62-Jährige:
"Ich freue mich immer über jedes iPhone-Produkt, weil es immer gute Fortschritte gibt. Eine bessere Qualität bei Bildern wird viel bedeuten, denn wenn ich jetzt Bilder auf meinem iPhone 4 und meinem Galaxy SIII herzeige, sagen die Leute immer, auf dem Galaxy SIII, oder sogar auf dem Motorola Razr sehen die Bilder besser aus"
Dass zwischen den Erscheinungen dieser Geräte allerdings ein großer Zeitraum liegt, und dieser große Fortschritte in dieser Branche bedeuten, hat der Herr wohl nicht bedacht. Er hofft, dennoch dass das neue Apple-Produkt auf diesem Gebiet Besseres leisten kann.
Apple-Mitbegründer Wozniak ist bekannt als Freund aller möglicher neuer Technologien und Devices und bevorzugt bei der Nutzung weder einen Hersteller noch ein bestimmtes Betriebssystem.

Laut aktuellen Schätzungen der Analysten könnte Apple bis zum Endes des Jahres noch 58 Millionen Stück des neuen Smartphones verkaufen, das würde für den Konzern über 36 Milliarden US-Dollar Gewinn bedeuten. In einem Interview zu den Zukunftsaussichten des iPhone 5 befragt, gibt Wozniak sich zurückhaltend:
"Ich denke Apple hat einige wichtige Schritte getan. Bevor ich eine Meinung zu einem Produkt abgebe, möchte ich es aber selbst in Händen halten, testen und mit anderen vergleichen um sagen zu können was gut oder schlecht daran ist"
Trotzdem ist The Woz bis heute bei Apple offiziell angestellt, weswegen die Worte des Urgesteins dort umso mehr schmerzen dürften, vor allem in Kombination mit der Beantwortung einer anderen Frage. Wozniak verriet nämlich auch noch, welches Smartphone bei ihm momentan im Einsatz ist: Der Mann, der gemeinsam mit Steve Jobs in einer Garage den ersten Apple-Computer entwickelte, hat heute ein Samsung-Smartphone in der Tasche – genauer gesagt das Samsung Galaxy S3. Als Grund gibt Woz unter anderem die eingebaute Kamera an, die ihm deutlich besser gefalle, als die in seinem Vorgänger-Modell, dem iPhone 4.


Quellen: Klick und Klick und Klick