Aktuell drängen immer mehr Smartphones mit LTE-Unterstützung auf den Markt. Modelle wie das HTC One X-LTE, Samsung Galaxy S2-LTE, LG Optimus-LTE, oder jüngst auch das iPhone 5, an der verfügbaren Hardware liegt es nicht, wenn LTE in Deutschland noch eher selten in der mobilen Benutzung ist.

Mit LTE sind theoretisch Download Raten von bis zu 300 Mbit/s möglich, in der Realität kommen beim Endkunden (unter idealen Bedingungen) davon noch immer beeindruckende 150 Mbit/s an. Aktuell vermelden die deutschen Provider aber starke Probleme beim Ausbau ihrer LTE Netze.
"Die Breitbandstrategie der Bundesregierung würde von der Bundesnetzagentur ad absurdum geführt", so Jürgen Grützner vom Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten gegenüber dem Spiegel.

Aktuell warten ca 10.000 Anträge für neue Richtfunkstrecken auf ihre Genehmigung bei der Bundesnetzagentur, allein Vodafone wartet zB auf 4700 Genehmigungen. Die Bundesnetzagentur benötigt im Schnitt 22 Wochen zur Bearbeitung von Anträgen, dieses, obwohl die gesetzliche Frist zur Bearbeitung auf 6 Wochen festgelegt wurde.
Durch diese Verzögerungen bei der Bundesnetzagentur warten tausende LTE-Basistationen darauf, das sie in Betrieb gehen können. "Der Prozess (zur Genehmigung) ist so mühsam als würde man einen Fussballplatz mit der Nagelschere mähen", so Thomas Ellerbeck, Mitglied der Vodafone Geschäftsleitung gegenüber Spiegel.

Die von der Netzagentur nicht abgearbeiteten Anträge zu LTE Basis-Stationen bedeuten eine enorme finanzielle Belastung für die Provider, hier werden Millionen in den Ausbau der Netzinfrastruktur investiert ohne das sich diese amortisieren können. Ellerbeck merkt weiter an "Der Bund hat 4,4 Milliarden Euro von den Unternehmen für Frequenzen erhalten, die bis heute nicht vollständig genutzt werden können".
Für 2013 wird von den Providern mit einer weiteren Verschärfung des Problems gerechnet, nach Hochrechnung des Verbands der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten laufen allein 2013 ca 30.000 Anträge zur Genehmigung von Richtfunkstrecken und Basis-Stationen für LTE auf.

Die Bundesnetzagentur reagierte Mitte August auf die angespannte Lage beim LTE Netzausbau, man gab zu personell unterbesetzt zu sein. Man werde das Personal aufstocken und versprach künftig Anträge für besonders wichtige LTE Stationen vorrangig zu bearbeiten.

Es bleibt also abzuwarten ob den Versprechungen der Bundesnetzagentur Taten folgen werden. Ziel in der "Breitbandstrategie der Bundesregierung" ist, bis 2014 sollen 75% aller Haushalte, bis 2018 alle Haushalte, über einen schnellen Breitbandzugang verfügen. Hier sollen dann wenigstens 50 Mbit/s als Download Rate möglich sein. Wichtiger Bestanteil zur Erreichung dieser Ziele ist LTE.


Quelle: Klick&Klick