Google und LG haben vergangene Woche das Nexus 4 vorgestellt und die Skepsis war groß als berichtet wurde, dass das Smartphone empfindlich teurer, bis zu 200 Euro, auf den Handel kommen soll. Die 299 Euro für das Nexus 4 gelten offenbar nur im Play Store. LG bietet die 8-GB-Version für 599 Euro an.

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Verkauft Google sein Nexus 4 oder subventioniert der Suchmaschinenbetreiber sein neuestes Smartphone? Zumindest die von LG ausgerufene unverbindliche Preisempfehlung für das Gerät könnte darauf hindeuten.
Während das Nexus 4 im Play Store zu Preisen ab 299 Euro angeboten wird, liegt der ausgerufene Einzelhandels-Preis von LG bei 599 Euro, also dem doppelten Wert.
Als Grund nennt das Unternehmen neben dem Aufschlag für Händler-Margen, dass auch Vertrieb, Logistik und Personalkosten zu diesem doch signifikanten Preisunterschied führen, denn Google habe durch den Direktvertrieb nicht diesen Aufwand.

In Spanien führt das nun so weit, dass der Online-Händler PhoneHouse das Nexus 4 nicht ins Angebot mit aufnehmen wird. Doch der große Vorteil für die spanischen User: In Spanien kann es über den Play Store gekauft werden. Deswegen macht es auch für Phone House wenig Sinn das Smartphone anzubieten, denn gegen den Preis von Google kommt man nur schwer bis gar nicht an.
Google kann sich den günstigen Verkauf vor allem leisten, da man mit jedem Käufer einen Teil durch die Umsätze im Play Store oder durch Werbung wieder reinholt. LG orientiert sich beim Preis des Nexus 4 dagegen an seinem Modell Optimus G, das die technische Grundlage für das Nexus 4 bildet.

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Google wird das Nexus 4 im Play Store zum Selbstkostenpreis oder sogar darunter anbieten und den Verlust durch verkaufte Inhalte auffangen. Dieses Geschäftsmodell ist selbst in der Tech-Welt nicht neu – bereits Amazon hat mit jedem verkauften Kindle Fire Verlust gemacht, allerdings mit dem Unterschied, dass das Kindle Fire lediglich über Amazon erhältlich ist, während das Nexus 4 von LG auch im freien Handel angeboten werden soll. Da weder LG noch die jeweiligen Händler die Geräte durch die Einnahmen von verkauften Inhalten aus dem Google Play Store subventionieren können, und zudem zusätzliche Kosten für Logistik und Personal anfallen, muss der Preis gezwungenermaßen höher sein.


Quelle: Klick und Klick und Klick