Amazon Fire TV Stick und Plex im Test: gutes Bild und schlechter Ton

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Damit auf einem PC oder Server eine große Sammlung von Filmen, Videos und Fotos verwaltet werden kann, bietet sich für viele Nutzer eine Software namens Plex an. Diese ermöglicht es, dass komplette Bibliotheken angelegt und auf anderen Geräten abgerufen werden können. Bei entsprechenden Voraussetzungen ist sogar die Übertragung von Streams auf andere Geräte möglich. Das kann auch der Fire TV Stick von Amazon sein, der Plex unterstützt. Unser Test verrät, wie gut die Zusammenarbeit von Hard- und Software klappt



Ersteinrichtung, Handhabung:

Damit Plex auf dem Fire TV Stick genutzt werden kann, muss zuerst die benötigte App installiert werden. Diese ist auf der Startseite im Bereich "Apps" zu finden, zum Beispiel in der Kategorie "Erfolgreiche Apps". Ein Klick auf die Schaltfläche "Herunterladen" startet automatisch die Installation, und schon nach kurzer Zeit kann die Anwendung gestartet werden. Im Lauf der Ersteinrichtung wird die App auf das TV-Gerät kalibriert, wobei die Standardeinstellung einer nativen 1080p-Wiedergabe entspricht. Sofern der sogenannte Overscan in Fernseher nicht abgeschaltet wurde, können jetzt die notwendigen Korrekturen vorgenommen werden. Als nächstes werden die Zugangsdaten für das Plex-Konto eingegeben - und schon ist die App funktionsbereit!

Ab sofort greift der Fire TV Stick automatisch auf den im Heimnetzwerk freigegebenen Plex Media Server zu. Die App bietet dabei die gewohnte Schnell-Übersicht an Daten in den Kategorien "Aktuell" und "Zuletzt Hinzugefügt". Im unteren Bereich ist der Zugriff auf die Bibliothek möglich, wo die im Media Server freigegebenen Ordner und ihre Inhalte auf direktem Weg aufgerufen werden können. Die von anderen Geräten vertraute Übersicht lässt das Auffinden und die Wiedergabe (dafür wird ein sogenannter Plex Pass benötigt) leicht von der Hand gehen. Dabei wird bei bereits früher gestarteten und wieder unterbrochenen Videos abgefragt, ob die erneute Wiedergabe an der vorherigen Stelle oder am Anfang starten soll.

Zahlreiche Konfigurationsmöglichkeiten sind in den Tiefen des Systems versteckt und lassen sich über die Menüleiste links ganz unten bei "Option" -> "Einstellungen" aufrufen . Der Punkt "Allgemein" -> "Geräte-Medienprofil" ermöglicht die Einstellung der Tonausgabe, doch dazu gibt es später mehr Informationen. In der untergruppe "Video" kann die Übertragungsrate im heimischen WLAN festgelegt werden, wobei "maximal" natürlich die beste Option darstellt, sofern die beste Bildqualität gewünscht ist. Das erste Fazit lautet: Einrichtung und Nutzung sind, wie bei Plex üblich, denkbar einfach.

Bildqualität:

Uns diente im Test kein eigens eingerichteter Server als Basis. Vielmehr wurde ein relativ gut ausgestattetes Laptop verwendet, auf dem die Dateien mit Filmen und Bildern auf einer konventionellen HDD-Festplatte abgelegt sind. Diese Umsetzung ist schnell genug, damit in sehr guter Qualität und zuverlässig übertragen werden kann. Das wurde von uns in einem vorherigen Test mit einem aktuellen Blu Ray Player von Sony (Top-Modell BD-P S7200) überprüft. Ähnlich wie auch bei diesem Gerät, gibt es an der Bildqualität beim Streaming über den Fire TV Stick nur wenig auszusetzen. Sofern gutes Quellmaterial vorhanden ist, wird den Zuschauern ein scharfes, kontrastreiches und farbenfrohes Bild gezeigt, das nur geringfügig weicher wirkt als über den zuvor erwähnten Player.

Es kann allerdings vereinzelt zu leichtem Mikroruckeln kommen, was in unserem Test des Fire TV Stick von bereits kritisiert wurde. Die Veränderung mancher Bild-Einstellungen des Stick hilft hier meistens weiter, zusätzlich oder alternativ kann eine möglicherweise vorhandene Zwischenbildberechnung des Fernsehers verstellt werden. Die Funktionen Vor- und Zurückspulen funktionieren nicht optimal, denn ein wirklich mitlaufendes Bild wird nicht angezeigt. Einmal an der gewünschten Stelle angekommen, ist teilweise einiges an Geduld gefragt, bis das "Buffering" abgeschlossen ist und der Stream wieder einwandfrei läuft. Bei der Übertragung eines Streams mussten zwei Unterbrechungen von wenigen Sekunden festgestellt werden, in denen Ton- und Bildwiedergabe stockten. Dafür dürfte aber eher der Rechner als der Stick verantwortlich gewesen sein. Insgesamt liefert der Fire TV Stick ein durchaus ordentliches Ergebnis, beim Bild kann der das Gerät trotz des relativ niedrigen Preises größtenteils überzeugen.

Tonqualität:

Leider sieht das beim Ton anders aus. Zwar bringt der Fire TV Stick in der Theorie gute Voraussetzungen mit, denn mit Dolby Digital Plus wird ein Format mit bis zu 7.1 Tonkanälen unterstützt. Und diese werden auch durchaus abgespielt, wenn entsprechende Filme übertragen werden. Sofern die Wiedergabe aber über die Plex App erfolgt, klappt das leider nicht. In den Einstellungen wurden zwar sämtliche Häkchen gesetzt, damit Surround-Ton angeblich wiedergegeben wird, doch dies hat nicht funktioniert. Eher im Gegenteil, denn bei dieser Auswahl der Einstellungen wurde überhaupt kein Ton-Signal an den Verstärker ausgegeben. Bei vielfältigen Versuchen, die verschiedenen Einstellungen zu testen und anschließend zur Grundeinstellung zuzrückzukehren, hat sich Plex auf dem Stick zudem diverse Male bis in die Tiefen aufgehängt. In einem Fall konnte die komplette Funktionalität nur dadurch wiederhergestellt werden, dass in den Systemeinstellungen des Fire TV Stick ("Anwendungen" -> "Installierte Apps verwalten") die Daten und der Cache der Anwendung gelöscht wurden. Nach dem anschließenden Neustart konnte Plex wieder genutzt werden.

Die Tonproblemen sind ein Software-Problem, für das offensichtlich die App von Plex - oder deren Kooperation mit den Codecs des Fire TV Stick - verantwortlich ist. Im Prinzip ist die Übertragung von Streams mit vorhandenem 5.1-Ton ohne Probleme möglich, wie ein direkter Vergleich mit der Software Kodi (vormals XBMC) ergeben hat, die wir per Sideload installiert haben. Die Erfahrungen mit dieser Software, auch in Kombination mit Plex, werden wir einem weiteren Testbericht behandeln.

Fazit:

Plex ist eine sehr praktische Software, die im Zusammenspiel mit dem Fire TV Stick glänzende Voraussetzungen für einen gelungenen Film- oder Serienabend bietet. Allerdings nur solange, wie man auf 5.1-Ton verzichten kann, denn dieses Audioformat wird unverständlicherweise nicht unterstützt. Das kann aber denjenigen herzlich egal sein, die den Ton von Filmen oder Serien ohnehin über die Lautsprecher des Fernsehers oder eine sogenannte Soundbar hören. Dann ist die Kombination von Plex und Fire TV Stick der schnellste und bequemste Weg, Streams ohne allzu viele technische Vorarbeiten in guter Qualität auf den Fernseher zu übertragen.

Meinung des Autors: Eigentlich arbeiten Plex und der Fire TV Stick einfach und zuverlässig zusammen. Filmfreunde mit Surround-Anlage müssen allerdings auf 5.1 und mehr verzichten. Das sollte sich nach Möglichkeit ganz schnell ändern!
 
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