eBook Reader: Kobo Aura HD mit beleuchtetem Display im Test - Inbetriebnahme, Alltagsbetrieb und Fazit

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Während bei den meisten eBook Readern mit integrierter Beleuchtung ein 6-Zoll-Displays mit einer Auflösung von 1024 x 758 Pixel zum Einsatz kommt, geht Kobo bei seinem Top-Modell Aura HD einen anderen Weg, denn hier sorgt ein 6,8 Zoll großer Bildschirm mit 1.440 x 1.080 Pixel für ein schärferes Bild. In unserem Test klären wir, welche Vor- und Nachteile das digitale Lesegeräts hat



Neben dem eigentlichen eBook Reader gehört zum Lieferumfang des Kobo Aura HD lediglich ein hochwertiges, mit Stoff ummanteltes USB-Kabel sowie eine Kurzanleitung. Das komplette Handbuch kann ausschließlich im Internet heruntergeladen werden und ist nicht auf dem Aura HD gespeichert. Dies haben andere Anbieter besser gelöst. Gleiches gilt auch für die Erstinstallation, denn der Kobo-Reader lässt sich nur dann einrichten, sofern der Nutzer einen Account bei Kobo oder alternativ einen Facebook-Account besitzt. Ist beides nicht vorhanden, muss zwingend ein Benutzerkonto eingerichtet werden, denn sonst lässt sich der Aura HD nicht in Betrieb nehmen. Für die Einrichtung wird entweder ein WLAN-Zugang oder aber eine Datenverbindung zu einem PC oder Laptop benötigt, wobei bei Letzterem erst einmal eine spezielle Software installiert werden muss. Der Eingabefelder und auch die Tastatur sind leider mit relativ geringer Schriftgröße versehen, die auch nicht verändert werden kann. Auch in diesen Punkten ist man bei anderen Herstellern benutzerfreundlicher unterwegs. Zudem fällt negativ auf, dass Kobo ab Werk die Leseaktivitäten verfolgt, um "Auszeichnungen" zu beim Erreichen "wichtiger Meilensteine" zu verteilen, was Datenschützern sicherlich unangenehm aufstößt.

Nach der Ersteinrichtung lädt der Aura HD erst einmal Updates und installiert diese. Dabei startete das Gerät mehrfach neu, wobei der gesamte Zeitaufwand bei fast 15 Minuten lag. Dabei wird leider klar, dass die eingesetzte Hardware nicht gerade zu den schnellsten Vertretern zählt. Längere Ladezeiten sind etwas, womit man beim Aura HD ganz offensichtlich rechnen muss. Im eigentlichen Betrieb, also beim Anpassen von Einstellungen sowie beim Öffnen und Lesen von Büchern, fällt dies jedoch nicht mehr negativ, hier agiert der Reader angemessen schnell. Die Einstellmöglichkeiten sind umfangreich und sinnvoll, es lassen sich zum Beispiel die Schriftgröße, der Zeilenabstand und die Größe der seitlichen Ränder stufenlos regulieren. Außerdem bietet der Aura HD die Möglichkeit, das Vorblättern für die Bedienung mit der linken Hand einzustellen. Beim Test des Tolino Shine haben wir das Fehlen dieser Funktion ausdrücklich bemängelt.

Elektronischen Büchern können ohne größere Probleme auf dem Kobo-Gerätes gespeichert werden, sofern diese au einem Computer gespeichert sind. Die Inhalte werden mittels drag and drop direkt in den Reader kopiert, wobei muss nicht einmal nach einem passenden Unterordner gesucht werden muss, denn die eBooks werden einfach im Hauptverzeichnis abgelegt. Bücher lassen sich alternativ auch aus dem Kobo-Shop herunterladen, sofern eine WLAN-Verbindung besteht. Ein Cloudsystem zum Abspeichern von Büchern außerhalb des Aura HD ist ebenfalls vorhanden, jedoch hält Kobo mit Informationen darüber sehr zurück. Außerdem lassen sich dort ausschließlich bei Kobo gekaufte eBooks ablegen, Bücher aus anderen Quellen sind von der Speicherung in der Clod ausgeschlossen. Diese Vorgehensweise ist ziemlich unverständlich und auch ein klarer Nachteil im Vergleich zu anderen Herstellern.

Das Display ist sicherlich das Highlight des Aura HD. Im Vergleich zur Konkurrenz klingen die 0,8 Zoll mehr Diagonale nicht nach wirklich viel, beim Lesen macht sich das größere Display aber durchaus positiv bemerkbar. In noch stärkerem Maße gilt das für die Darstellung, denn aufgrund der wesentlich höheren Pixelanzahl und einer deutlich höheren Pixeldichte liefert der Aura HD das derzeit schärfste Schriftbild aller eBook Reader. Durch die reinweiße Beleuchtung wird der positive Eindruck des Displays noch verstärkt, wobei diese jedoch von unten nach oben ein wenig abnimmt und deshalb ein wenig ungleichmäßig ausfällt. Hier würde eine zusätzliche obere Lichtleiste sicherlich für bessere Ergebnisse sorgen, was jedoch die Akkulaufzeit verkürzen und sicher auch die Kosten erhöhen würde. Außerdem muss man, trotz aller positiven Eigenschaften des Displays, ganz klar kritisieren, dass dieses noch aus einer älteren Generation stammt. Bei diversen Konkurrenzmodellen ist ein sogenannter Refresh mittlerweile erst nach 60 oder mehr Seiten notwendig, beim Aura HD jedoch bereits nach 6 Seiten. Trotz der häufigen Aufbereitung des Displays, die sich durch eine schwarze Zwischenseite beim Umblättern bemerkbar macht, neigt der Bildschirm zu relativ ausgeprägten Ghosting-Effekten. Zwar machen sich diese beim eigentlichen Lesen nicht wirklich bemerkbar, am Ende von Zeilen oder innerhalb von weißen Flächen wie Absätzen fallen sie dennoch deutlich auf.

Das kantige Wellendesign auf der Rückseite trägt mit dazu bei, dass sich der Reader beim Lesen angenehm in der Hand halten lässt. Jedoch sorgt das Gehäusematerial leider dafür, dass man recht schnell schwitzige Finger bekommt. Zudem ist der verwendete Kunststoff sehr glatt, weshalb der Kobo-Reader leicht ins Rutschen gerät und nicht mehr optimal gehalten werden kann. Dafür hinterlässt der Leser sogar auf dem weißen Gehäuse kaum Gebrauchsspuren. Beim Tolino Shine ist dies genau umgekehrt, denn dieser Reader lässt sich mit seiner angerauhten Oberfläche auch bei längerem Gebrauch sehr gut festhalten, sieht nach kurzer Zeit jedoch nicht mehr wirklich schön aus und schreit geradezu nach einer Reinigung.

Beim Kobo Aura HD liegen alles in allem Licht und Schatten sehr weit auseinander. Das Display gehört sicherlich zum schärfsten, hellsten und weißesten auf dem Markt. Leider steht dem aber ein ausgeprägtes Ghosting gegenüber, mit dem die moderneren Mitbewerber nicht mehr zu Kämpfen haben. Für deutliche Abzüge sorgt auch die Bedienung, wobei vor allem die zwangsweise Einrichtung eines Benutzerkontos und manch fragwürdige Dateneinstellung verantwortlich sind. Die teilweise viel zu kleinen Schriften in den Menüs fanden ebenfalls nicht unseren Gefallen. Ärgerlicherweise hat sich unser Gerät während der Testphase zudem einmal komplett aufgehängt, wobei sogar ein Reset mittels einer Büroklammer den Aura HD nicht wieder zum Leben erwecken konnte. Das gelang erst, nachdem der Reader per USB-Kabel mit dem Laptop verbunden wurde. Dabei startete der Aura HD jedoch mit Werkseinstellungen neu, weshalb alle Einstellungen und sogar alle durchgeführten Updates offenbar verloren gegangen sind. Der Zeitbedarf zur Wiederinbetriebnahme lag bei über einer halbe Stunde. Die genannten Nachteile sorgen dafür, dass wir diesen Reader nicht so uneingeschränkt empfehlen können wie den Tolino Shine, auch wenn das wirklich scharfe Display für manchen der negativen Punkte entschädigt. Ein wirklich gutes Gerät dürfte der rund 160 Euro teure Aura HD aber erst in der zweiten Generation werden, wenn an der Hardware noch einmal deutlich nachgebessert wurde.
 
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