eBook Reader: Tolino Shine im Test - Nutzung im Alltag und Fazit

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Zu den derzeit beliebtesten eBook Readern zählt sicherlich der Tolino Shine, der von diversen Buchhandelsketten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom angeboten wird. Das digitale Lesegerät mit eingebauter Beleuchtung wurde von uns ausgiebig getestet. Im zweiten Teil geben die Erfahrungen im Alltagsbetrieb wieder und zeigen auf, ob ein Kauf lohnenswert ist



Über die Ersteinrichtung und auch über die ersten Erfahrungen mit dem Tolino Shine haben wir im ersten Teil unseres Tests berichtet. Dabei wurde unsererseits darauf hingewiesen, dass der Reader "eine Verbindung zum hinterlegten eBook-Store aufbauen" will. Zwingend erforderlich ist dies jedoch nicht damit der Shine in Betrieb genommen werden kann. Auf einem Computer gespeicherte Bücher können auch ohne die Anmeldung im internen Shop des Tolino auf den Reader überspielt werden, sofern eine Datenverbindung per USB-Kabel hergestellt und das Gerät über das entsprechende Feld als Laufwerk freigegeben wurde. Elektronische Bücher lassen sich problemlos per drag and drop in den Ordner "Eigene Inhalte" kopieren. Der Reader meldet die neuen Inhalte sobald die Datenverbindung getrennt wurde und fragt nach, ob diese in die interne Bibliothek integriert werden sollen, was völlig unkompliziert und sehr schnell möglich ist.

Der Einkauf in einem der zum Tolino-Verbund gehörenden Shops (Thalia.de, Thalia.at, Thalia.ch, Weltbild.de, Weltbild.at, Weltbild.ch, Bücher.de, Buch.de, Der Club Bertelsmann, Otto, Donauland und PagePlace) geht ähnlich schnell über die Bühne. Die geht am einfachsten über einen PC, aber auch der Einkauf über den erwähnten integrierten Shop oder den Browser des Tolino Shine ist möglich. Alle in den verfügbaren Shops erworbenen Bücher werden in das gemeinsame Cloudsystem übertragen und können von dort auf den Tolino geladen werden, sobald eine WLAN-Verbindung besteht. Alle gespeicherten Bücher werden in der zentralen Bibliothek des Geräts angezeigt, es können aber auch eigene Sammlungen erstellen werden, mit denen sich bestimmte Bücher in einer eigenen Bibliothek zusammenfassen lassen. Diese tauchen dann aber weiterhin in der Hauptsammlung auf, was diese trotz angelegter Unterordner etwas unübersichtlich erscheinen lässt. Es wäre sicherlich besser, wenn anstelle aller Titel die einzelnen Sammlungen als Ordner angezeigt würden, die dann von der Startseite aus geöffnet werden können. An der Ansicht der Startseite gibt es auch noch Verbesserungspotenzial, denn das untere Drittel ist durch den integrierten Shop geblockt, was auch nicht geändert werden kann. Dieser wird also auch dann permanent angezeigt, wenn man ihn gar nicht nutzen möchte.

Im eigentlichen Lesebetrieb macht der Reader eine gute Figur. Der Shine ist mit 182 g recht leicht, weshalb er auch über einen längeren Zeitraum und mit einer Hand problemlos gehalten werden kann. Die Gehäuseoberfläche ist leicht samtig gefertigt, weshalb sich der Reader sehr gut festhalten lässt. Die Oberfläche jedoch allerdings ziemlich anfällig für Fingerabdrücke und Haltespuren, weshalb der Tolino Shine bereits nach kurzer Zeit einen benutzten und leicht schmuddeligen Eindruck macht. Das ist optisch leider nicht wirklich schön, denn es es wirkt in der Tat so, als hätte der Besitzer ein Problem mit der Sauberkeit. Dies könnte mit einer anderen Farbe eventuell verhindert werden. Eventuell ließe sich das Problem auch mit einem anderen Gehäusematerial lösen, was aber dafür sorgen dürfte, dass sich der Reader nicht mehr ganz so gut in der Hand halten lässt.

Die Beleuchtung des Displays ist angenehm und gleichmäßig, weist allerdings einen leichten Blaustich auf, der jedoch nicht unangenehm auffällt. Vom reinen Weiß anderer Geräte wie dem Amazon Kindle Paperwhite oder dem Kobo Aura HD, den aktuell ebenfalls von und getestet wird, ist der Shine aber weit entfernt. Diese beiden Lesegeräte liefern auch eine geringfügig höhere maximale Helligkeit der Beleuchtung, was allerdings nur im direkten Vergleich auffällt. Dem Tolino muss man jedenfalls nicht vorwerfen dass er zu dunkel ist, das verfügbare Licht sollte eigentlich für alle Nutzer ausreichend sein. Die Darstellung der Schrift ist angenehm scharf und dank der in der zweiten Auflage des Tolino Shine verbesserten Displays gehören Ghosting-Effekte der Vergangenheit an. Ein sogenannter Refresh erfolgt nach 60 Seiten , doch selbst zu diesem Zeitpunkt waren keinerlei Buchstaben- oder Zeilenreste feststellbar. Der Tolino kann mit einem guten Display überzeugen, dessen augenfreundliche Beleuchtung auch ausgedehnte Leseorgien in (halb)dunkler Umgebung möglich macht.

Bei der Handhabung im Alltag gibt es jedoch leichte Abzüge. So lassen sich beim Lesen von eBooks diverse Einstellungen vornehmen, mit denen die Schriftgröße, der Zeilenabstand und die Ausrichtung des Textes geändert werden können. Dies ist jedoch nicht im zentralen Menü möglich, sondern muss für jedes Buch einzeln eingestellt werden. Immerhin werden diese Änderungen gespeichert und müssen bei erneutem Öffnen des eBooks nicht noch einmal vorgenommen werden. Deutlich störender ist allerdings, dass der Tolino Shine grundsätzlich auf die Nutzung mit der rechten Hand ausgelegt ist. Das Vorblättern (sicherlich die meistgenutzte Funktion) wird mit einem einfachen Klick auf den rechten Displayrand durchgeführt, was jedoch nicht geändert werden kann. Einige Konkurrenzmodelle bieten die Möglichkeit, das Vorblättern auf die nächste Seite durch einen Klick auf den linken Rand vorzunehmen. Wenn der Tolino beim Lesen hauptsächlich in der linken Hand gehalten wird, kann demnach nicht mit einem einfachen Klick umgeblättert werden. Es muss dann mit dem Daumen eine Wischbewegung ausgeführt werden, was aber nicht immer zuverlässig gelingt, wodurch öfter das Menü unbeabsichtigt geöffnet wird. Außerdem hinterlässt das permanente Wischen an der hauptsächlich genutzten Fläche seine Spuren, weshalb der Bildschirm an dieser Stelle nach einiger Zeit andere Helligkeitswerte aufweist als die restliche Oberfläche. Hier sollte bei einem zukünftigen Update sollte dringend nachgebessert werden, damit auch eine Einstellung zum Vorblättern über den linken Displayrand ausgewählt werden kann.

Im Fazit kann festgestellt werden, dass man der Tolino ein gutes Gerät zu einem günstigen Preis ist. Zu den großen Vorzügen gehört ein gutes Display, welches auch bei längerer und konzentrierter Benutzung keine Ermüdungserscheinungen verursacht. Die Erstinstallation sowie der Alltagseinsatz sind einfach und in fast allen Punkten logisch, ein Blick in das Handbuch (das direkt im Gerät gespeichert ist) sollte für etwas versiertere Benutzer von Tablets und Smartphones in den meisten Fällen nicht notwendig sein. Bei der Entgegennahme des Lesematerials zeigt sich der Tolino Shine gut gerüstet, denn er verarbeitet neben ePub und PDF (beides auch mit DRM) auch TXT-Dateien. Einige andere Reader - vom Amazon-fixierten Kindle Paperwhite einmal abgesehen - sind hier jedoch noch vielseitiger. GDie oben aufgeführten Kritikpunkte zeigen allerdings, dass der Tolino Shine durchaus in einzelnen Punkten verbessert werden kann. Vieles davon, darunter in erster Linie die Bedienung mit der linken Hand,dürfte sich aber sicherlich durch ein Firmware-Update anpassen lassen. Alles in allem ist der Tolino Shine vom Preis-/Leistungsverhältnis her das derzeit interessanteste Angebot auf dem Markt der beleuchteten eBook Reader. 99 Euro sind definitiv ein fairer Preis, der sich dank aktueller Aktionen auch noch senken lässt. Für den Tolino Shine gibt es unsererseits eine klare Kaufempfehlung.

Eine Übersicht über weitere eBook Reader haben wir vor wenigen Tagen veröffentlicht.
 
B

blabu

Gast
Ich kann der Beurteilung beipflichten, möchte aber 2 Nachteile ergänzen. Zum Ersten ist es nicht möglich den Reader im Querformat zu verwenden. Der 2. Nachteil besteht darin, dass die gewählte Zoomstufe beim Umblättern innerhalb einer pdf-Datei nicht erhalten bleibt. Dies sollte meiner Meinung nach noch imolementiert werden.
Blabu
 
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