Garmin Head-Up-Display HUD als Nachrüst-Lösung im Test - Betrieb im Alltag und Fazit

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Mit einem Head-Up-Display lassen sich wichtige Fahrinformationen auf die Windschutzscheibe oder eine geeignete transparente Fläche projizieren, so dass sie optisch näher beim Fahrer dargestellt werden. Bislang bieten nur wenige Autohersteller bereits ab Werk eingebaute Lösungen an, die zudem mit hohen Aufpreisen versehen sind. Der amerikanische Navigationsspezialist Garmin hat jedoch seit einiger Zeit eine Nachrüst-Lösung im Angebot, die wir einem ausführlichen Test unterzogen haben. Im zweiten und letzten Teil unseres Testberichts betrachten wird den Alltagsgebrauch und klären, ob sich die Anschaffung lohnenswert ist



Über die ersten Eindrücke und Erfahrungen mit dem Head Up-Display (HUD) von Garmin haben wir im ersten Teil des Testes berichtet und dabei leider einiges Negatives vermeldet. So ließ sich das Gerät aufgrund der gewählten Steckerverbindung nicht auf der heimischen Couch einrichten und auch die fehlende Kompatibilität zu etlichen Navigationsprogrammen sorgte für Kritik. Im Alltagsbetrieb musste das HUD beweisen, dass es den ersten Eindruck vergessen machen konnte.

Doch leider ist nicht so wirklich gelungen., wobei die ersten Probleme bereits bei der Befestigung auf dem Armaturenbrett anfangen. Für die Fixierung sorgt keine Klebefläche, sondern vielmehr ein abwaschbares Kunststofffeld, das mit dem Prinzip von sogenannten Antirutschmatten arbeitet. Diese sind vor einigen Jahren unter dem Namen Gecko Pad auf den Markt gekommen und haften prinzipiell auf allen Instrumententrägern. In unserem Fall konnte jedoch keine zufriedenstellende Haftung erreicht werden, was möglicherweise an der erst kürzlich durchgeführten professionellen Innenraumreinigung mit speziellen Pflegemitteln lag. Zwar stand das HUD grundsätzlich stabil, in schneller gefahrenen Kurven begann es jedoch zu rutschen. In anderen Fahrzeugen mit anderer Oberflächenbeschaffenheit klappte die Anbringung teilweise um einiges besser.

Weitere Probleme hatten wir auch bei der Anbringung der mitgelieferten Klebefolie, die die Verwendung der Plexiglasscheibe als Refelktionsfläche (siehe Foto) überflüssig machen soll. Dank der Beschreibung im lediglich auf der Homepage von Garmin herunterladbaren Handbuch ließ sich die Folie zwar gut anbringen, jedoch ist es in zahllosen Versuchen nicht wirklich gelungen, ein überzeugendes Zusammenspiel von Folie und HUD zu erreichen. Es konnte keine Kombination gefunden werden, bei der die Darstellung der Grafiken auf der Folie wirklich zufriedenstellend gewesen wäre. Entweder war der Abstand zwischen HUD und Folie zu groß oder die Folie musste an einer ungünstigen Stelle angebracht werden. Aus diesem Grund haben wir während des weiteren Testverlaufs die erwähnte Plexiglasscheibe genutzt, die ohne weiteren Aufwand ein gutes und scharfes Bild liefert. Diese ist leider starr mit dem Gerät verbunden, weshalb sie für die Unterbringung im Handschuhfach oder den Transport in ein anderes Fahrzeug nicht eingeklappt werden kann. Die Scheibe kann zwar abgenommen werden, allerdings nur mit einigem Kraftaufwand. Zudem muss dafür die Halterung verbogen werden, wodurch ein Bruch der Scheibe beziehungsweise der Haltenasen im Lauf der Zeit durchaus nicht unwahrscheinlich ist.

Beim Einsatz des HUD im Auto machten sich die schon im ersten Teil des Testes angeführten Eigenschaften des Gerätes immer wieder negativ bemerkbar. Das Fehlen eines eingebauten Lautsprechers ist sicherlich der größte Nachteil, weil deshalb die Sprachansagen weiterhin durch das verwendete Smartphone ausgegeben werden müssen. Hierzu muss das Gerät aber so im Auto platziert werden, dass diese auch verständlich sind, was eigentlich nur mit einer passenden Halterung möglich ist. Dies würde aber den Einsatz des HUD überflüssig machen, da sich das Display des Smartphone dann zumeist ohnehin im Sichtbereich befindet. In diesem Punkt sollte in der nächsten Generation unbedingt nachgebessert werden. Das gilt auch und ganz besonders für die Kompatibilität. Derzeit ist das HUD lediglich mit den Apps des Navigationsspezialisten Navigon sowie dem Garmin-eigenen Anwendung StreetPilot (nur für Apple iOS) verwendbar. Sämtliche anderen Programme sind gänzlich ausgeschlossen, was unverständlicherweise auch für die navigationsfähigen GPS-Geräte wie das Oregon 650t des Herstellers selber gilt.

Doch selbst ein prinzipiell kompatibles Programm wie Navigon Select Telekom Edition, welches die Kunden des Bonner Unternehmens derzeit kostenfrei auf ihren iPhones verwenden können, unterstützt etliche Anzeigemöglichkeiten des HUD nicht. Wie auf dem Bild oben zu erkennen ist, werden bei Verwendung dieses Programms lediglich die Abbiegehinweise sowie die erwartete Ankunftszeit angezeigt. In der Theorie mögliche Informationen wie die aktuell gefahrene Geschwindigkeit und ein aktuelles Tempolimit oder Verkehrsinformationen wie Stauwarnungen sowie die Fahrspurhinweise beim Abbiegen werden nicht dargestellt. Dabei wird besonders die letztere Information auf der mehrspurigen Straßen schmerzlich vermisst, denn diese hilft eindeutig bei der frühzeitigen Orientierung und dient damit auch der Verkehrssicherheit. Die teuren Vollversionen der Apps wollte uns Garmin auch auf Nachfrage nicht zur Verfügung stellen, weshalb wir nicht überprüfen konnten, ob diese besser mit dem HUD zusammenarbeiten. Bei Verwendung der abgespeckten Telekom-Lösung kann von der Nutzung des HUD nur abgeraten werden.

Letztlich fällt es aufgrund der vielen Nachteile ohnehin schwer, eine Kaufempfehlung für das Gerät zu geben. Das liegt auch daran, dass das HUD zusätzlich zum Kaufpreis von rund 120 Euro zusätzlich eine teure Vollversion einer der beiden verwendbaren Navigationslösungen benötigt, die zwischen 80 und 90 Euro kosten. Für diese rund 200 Euro oder sogar weniger gibt es aber bereits unzählige mobile Navigationsgeräte, die jedoch über einen eigenen Lautsprecher verfügen und deren Software bereits ab Werk zahlreiche Zusatzfunktionen wie detaillierte Verkehrshinweise bietet. Solche Extras müssen bei Navigon nämlich noch gesondert bezahlt werden, wodurch sich der Preisvorteil weiter in Richtung mobiler Navigationsgeräte verschiebt. Die Situation sähe grundlegend besser aus, wenn das HUD mit den kostenlosen Navigations-Apps für diverse Smartphones kompatibel wäre, was jedoch aktuell nicht der Fall ist. Derzeit ist das HUD nicht mehr als eine Spielerei, die zudem ziemlich teuer bezahlt werden muss und gleichzeitig nur wenig Nutzen bietet. Sofern es in der Zukunft ein Nachfolgegerät mit starken Verbesserungen und größerer Kompatibilität geben sollte, mag das anders aussehen, momentan kann den Gesamtbetrag aber deutlich besser verwenden.
 
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