Garmin Head-Up-Display HUD als Nachrüst-Lösung im Test - Funktion und erste Eindrücke

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Ein Head-Up-Display projiziert wichtige Fahrinformationen auf die Frontscheibe eines Autos oder auf eine andere transparente Fläche wie eine Plexiglasscheibe. Dadurch können die Informationen vom Fahrer besser und schneller wahrgenommen werden, da der Blick nicht so stark von der Straße abgewendet muss. Allerdings bieten nur wenige Autohersteller schon ab Werk eingebaute Systeme an, und falls doch sind diese sehr teuer. Garmin bietet mit dem HUD seit kurzem eine externe Nachrüst-Lösung an, die mit einem Smartphone gekoppelt werden kann und Informationen aus einer Navigations-App graphisch darstellt. Wir werden das Gerät ausführlich testen, im ersten Teil wird die Funktion erläutert und über die ersten Eindrücke berichtet



Prinzipiell ist ein Head Up Display (HUD) ein Projektor, der eine Grafik auf eine reflektierende Fläche wirft, auf der diese dann gesehen werden kann. Die Technik stammt ursprünglich aus militärischen Jets, dort werden dem Piloten wichtige Informationen direkt im Sichtfeld angezeigt, ohne dass diese auf der überladenen Armaturentafel gesucht werden müssen. Bereits seit seiniger Zeit werden diese HUD auch in Autos verwendet, doch bislang gibt es nur wenige Angebote, die zudem kräftig berechnet werden. So kostet das UHD in der überarbeiteten 5er-Reihe von BMW kostet knapp 1.400 Euro. Deutlich günstiger ist die Nachrüst-Lösung des US-amerikanischen Navigationsspezialisten Garmin, die seit kurzem angeboten wird,. Diese kostet beim derzeit exklusiven Vertriebspartner Deutsche Telekom lediglich 125,21 Euro.

In der kompakten Verpackung befindet sich die Basiseinheit mit dem eingebauten Projektor, eine Reflektionsfolie für die Windschutzscheibe, eine Plexiglasscheibe als alternative Projektionsfläche (siehe Foto oben) und ein Stromkabel für den Zigarettenanzünder im Auto. Das Kabel besitzt auf der Seite, die in die Buchse im Fahrzeug gesteckt wird, eine zusätzliche USB-Buchse, in die das Ladekabel für ein Smartphone gesteckt werden kann. Das ist eine durchdachte und praktische Lösung. Nicht wirklich praktisch ist es jedoch, dass auf der Gegenseite ein runder Stecker wie bei einem Notebook-Netzteil angebracht ist. Hier wäre ein microUSB-Anschluss mit dazugehöriger Buchse am HUD jedoch wesentlich sinnvoller. Dann könnte jedes handelsübliche Ladekabel verwendet werden, was bei einem Defekt oder Verlust deutliche Vorteile mit sich brächte.

Zudem bringen der fehlende USB-Anschluss und der spezielle Stecker noch einen weiteren gravierenden Nachteil mit sich: das Garmin HUD lässt sich nicht in den eigenen vier Wänden in Betrieb nehmen. Vielmehr müssen alle Einrichtungen im Fahrzeug vorgenommen werden, eine Überprüfung der einwandfreien Funktion auf dem heimischen Sofa ist nicht möglich. Daraus ergab sich in unserem Fall ein Problem, denn aufgrund längerer Nichtnutzung war die App zur Navigation nicht auf dem aktuellsten Stand. So kam es während der Bluetooth-Kopplung zu der Fehlermeldung, dass keine geeignete Software auf dem Smartphone zu finden wäre, es wurde gleichzeitig ein Kauf über den Shop angeboten. Dabei hätte ein Update der vorhandenen App ausgereicht, worauf aber nicht hingewiesen wurde. Diese Aktualisierung konnte aber wegen fehlender Zeit und einer nur mäßigen Mobilfunkverbindung nicht durchgeführt werden. Der erste Anlauf zur Nutzung des HUD musste also erfolglos beendet werden. Die nicht gegeben Aktualität der App mag sicher eigenes Verschulden sein, trotzdem wäre die Einrichtung in den eigenen vier Wänden angenehmer. Außerdem könnte man sich im Rahmen einer simulierten Navigation (Bild unten von der IFA in Berlin) leichter mit den Anzeigen des Geräts vertraut machen, doch dies muss leider geschehen, während das Gerät bereits im Straßenverkehr eingesetzt wird. Das dürfte der Sicherheit nicht gerade förderlich sein.



Nachdem die Navigations-App im heimischen WLAN aktualisiert wurde, konnte ein neuer Anlauf genommen werden. Smartphone und HUD haben sich nach kurzer Wartezeit ohne weitere Eingabe einer PIN verbunden. Im Rahmen einer kurzen Probefahrt konnte die Anzeige erstmals getestet werden, wobei die zusätzliche Projektorscheibe zum Einsatz kam. Die Projektionsfolie wird in den kommenden Tagen angebracht und anschließend für den weiteren Test genutzt. Die Anzeige selber erstrahlt in hellem und kräftigen grün.Dies ist jedoch leider einzig dargestellte Farbe, weshalb wichtige Informationen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht andersfarbig gekennzeichnet sind. Die Anzeige von Zahlen und Buchstaben erfolgt mittels einer herkömmlichen Siebensegmentanzeige, die Informationen leiden darunter aber nicht. Die Darstellung auf der Plexiglasscheibe ist sauber und deutlich ablesbar, die Schriftgröße ist absolut ausreichend. Über die verwendete Navigations-App (Navigon select Telekom Edition) wurden allerdings weder die tatsächliche Geschwindigkeit noch das Tempolimit angezeigt. Das funktioniert möglicherweise nur bei der kostenpflichtigen Vollversion.

Womit wir direkt zu den ersten Nachteilen bei der Nutzung des HUD kommen. Der größte Kritikpunkt ist sicherlich die geringe Anzahl von kompatiblen Programmen. Derzeit kommuniziert das HUD ausschließlich mit Apps von Navigon (für Apple iOS, Android oder Windows Phone) oder alternativ dem unternehmenseigenen StreetPilot (nur für Apple iOS). Andere Anwendungen wie Google Maps oder TomTom sind aktuell ausgesperrt. Seltsamerweise sind allerdings auch hauseigenen GPS-Geräte wie das Oregon 650t, das wir aktuell ebenfalls testen, ausgesperrt, obwohl diese teilweise über eine drahtlose Datenverbindung verfügen und zudem Routing-fähig sind. Doch leider gibt es noch weitere Nachteile, von denen wir aber erst im zweiten Teil des Testberichtes berichten werden, wenn wir mehr Erfahrungen im Alltagsbetrieb gesammelt haben. Bislang konnte das HUD nur bedingt überzeugen, die nicht wirklich optimale Einrichtung sowie diverse Nachteile können die systembedingten Vorteile bislang nicht ganz aufwiegen.

Anmerkung: Der zweite Teil des Testberichtes zum Betrieb im Alltag und dem Fazit wurde mittlerweile ebenfalls veröffentlicht.
 
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