Geeksphone Peak im Test

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Auf der Mobile World Congress 2013 (MWC 2013) gab Mozilla konkrete Pläne für den Vertrieb seines Firefox OS Systems bekannt. Inzwischen können Geräte mit Firefox OS in Südamerika erworben werden. In Europa wird es noch etwas dauern bis es hierzulande entsprechende Geräte im Handel geben wird.

Eine Ausnahme bildet dort nur die spanische Firma Geeksphone mit den Geräten Keon und Peak. Bei diesen Geräten handelt es sich jedoch nicht um Geräte für den alltäglichen Gebrauch. Es sind vielmehr so genannte Developer Preview Geräte. Also eher für Entwickler oder technisch interessierte User geeignet.

Beide Geräte wurden auf der MWC 2013 vorgestellt. Das Geeksphone Keon kostet derzeit 91 € und ist das schwächere der beiden Geräte. Der stärkere Geeksphone Peak kostet 149 €. Inklusive Versand und Steuern kommt man dann hier in Deutschland auf einem Preis von ca. 200 € für das Peak.

Nachdem ich vor ca. drei Wochen das Geeksphone Peak in Empfang nehmen konnte, musste ich nach dem ersten einstellen jedoch feststellen, dass die Hauptkamera nicht funktionierte. Der Austausch bei Geeksphone gestaltete sich jedoch problemlos. Lediglich das Porto nach Spanien musste ich selber übernehmen.

Lieferumfang:

Das Geeksphone Peak wird in einer einfachen Schachtel geliefert, die offensichtlich aus Recyclingpapier besteht.

Zum Lieferumfang des Geeksphone Peak gehören neben dem eigentlichen Handy, ein Akku mit 1800 mAh (6,84 Wh), ein Ladegerät (5 V, 1,0 A), ein Micro USB Kabel, ein Headset, eine Kurzanleitung und ein Aufkleber.


Technische Daten:

Display: IPS Display, 4,3 Zoll, 540 × 960 Pixel bei 256 ppi

CPU: Qualcomm Snapdragon S4, Dualcore (Arm Cortex A5) 1,2 GHz

GPU: Adreno 203

Arbeitsspeicher 512 MB, 4 GB Hauptspeicher durch Speicherkarte erweiterbar

Funk: GSM, Edge, GPRS (850, 900, 1800, 1900 MHz), UMTS, HSPA+ (850, 900, 1900, 2100 MHz), WLAN 802.11 b/g/n

GPS, USB 2.0

Kameras: Hauptkamera 8 Megapixel mit LED Blitz, Frontkamera zwei Megapixel, Videoaufnahmen jeweils mit 352 × 288 Pixel

Abmessungen: 134 × 66 × 9 mm Gewicht 119 g mit Akku

Aus der Verpackung lässt sich ersehen, dass das Geeksphone Peak zwar von Geeksphone entwickelt wurde, aber hergestellt wird es in China, eigentlich wenig überraschend.

Design und Verarbeitung:

Der erste Eindruck vom Geeksphone Peak ist irgendwie etwas zwiespältig. Nimmt man es in die Hand kommt das ein sehr billig vor, Plastik, Plastik, Plastik. Aber was immer bei dem Preis auch großartig erwarten, zumal es ja auch als Developer Preview geführt wird. Sieht man es dagegen auf dem Tisch liegen, kommt das einem eigentlich auch recht hochwertig vor. Irgendwie erinnert es ein bisschen an ein iPhone. Weißes Gehäuse, schwarzer Bildschirm, und unten in der Mitte eine Art Home Button, allerdings nicht mechanisch, sondern ein reiner berührungsempfindlicher Touchsensor.

Des Weiteren sind auf der Vorderseite unten das Mikrofon sowie oben der Lautsprecher zu entdecken. Auf der rechten Seite des Geeksphone Peak findet man den Powerbutton sowie die Lautstärkewippe, beide in grauer Plastik. Die Tasten machen jedoch einen recht robusten Eindruck und haben einen guten Druckpunkt. Auf der Rückseite findet man die Kamera, den LED Blitz sowie unten links einen Lautsprecher. Auf der Oberseite sind dann noch der Micro USB Anschluss sowie der Anschluss für 3,5 mm Klinke vorhanden. Unter dem abnehmbaren rückseitigen Plastikdeckel, der einem nicht sehr stabil vorkommt, befindet sich lediglich der Sim Karten Einschub (ganz normale SIM-Karte) sowie der Einschub für eine Micro SD Karte.

Trotz des relativ billigen Eindruckes, den das Geeksphone Peak auf den ersten Blick bietet, scheint es recht solide verarbeitet zu sein. Da klappert nichts, es ist alles fest, es sind keine größeren Spaltmaße zu entdecken. Lediglich einen besonderen Kritikpunkt muss man anmerken. Das Display ist sehr empfindlich und nimmt sehr leicht Fingerabdrücke an. Heißt man ist also ständig am abwischen. Hier wird man wohl dringend eine Schutzfolie aufziehen müssen.

Bedienung:

Das Geeksphone Peak startet eigentlich recht schnell. Bei der ersten Inbetriebnahme wurden wie üblich die Sprache, Zeitzone und Netzwerkverbindungen abgefragt. Nach dem letzten Update wird übrigens auch Deutsch als Sprache angeboten.

Ein großes Manko scheint beim Einrichten noch zu sein, dass man seine Kontakte derzeit nur über die SIM-Karte oder über ein Facebook Account importieren kann. Per vorinstallierter App ist es auch möglich seine Kontakte aus dem Google Account zu importieren. Weitere Optionen sind derzeit offensichtlich nicht vorhanden.

Der Sperrbildschirm des Peak bietet nicht allzu viel. Neben der Angabe des Providers zeigt er nur Datum und Uhrzeit. Daneben ist der unteren Rand ein Pfeil zu sehen, den man nach oben schieben soll. Hiermit wird aber nicht der Sperrbildschirm entsperrt , sondern es tauchen zwei Buttons auf, ein Kamerabutton und ein Entsperrbutton. Irgendwie also etwas seltsam gelöst. Um dem Bildschirm zu entsperren muss man den Entsperrbutton nach rechts ziehen.

Auf dem nun ersichtlichen Homescreen ist ebenfalls auf den ersten Blick nicht viel zu sehen. Wieder Datum und Uhrzeit sowie am unteren Rand vier Buttons für Telefon, Nachrichten, Kontakte und dem Firefox Button. Des Weiteren sieht man am oberen Rand die Benachrichtigungsleiste mit diversen Status Anzeigen für Akku, WLAN, Mobilfunk sowie am linken Rand für diverse Nachrichten. Die Benachrichtigungsleiste, auch bei diesem OS muss man sie runter ziehen, so dass man hier die einzelnen Benachrichtigungen sehen kann und auch diverse Schnellzugriffe findet. Interessant hierbei ist, dass es auch eine Info zum Datenverbrauch gibt. Die Schnellzugriffe bestehen aus WLAN, Mobilfunk, Bluetooth, Flugmodus und ein Schnellzugriff um zu den Einstellungen zu gelangen.

Einzelne Apps auf dem Homescreen zu platzieren geht derzeit offensichtlich noch nicht. Allerdings kann man diese in die untere Reihe schieben so dass man auf dem Homescreen nicht nur vier Anwendungen hat, sondern auch mehrere, die man dann durch horizontales Scrollen erreichen kann.

Ein Wisch nach links vom Homescreen aus bringt einen in die App Übersicht. Diese besteht zumindest nach dem ersten Start aus zwei Seiten die jeweils nur einige Apps beinhalten. Viele Apps sind derzeit noch nicht vorinstalliert. Kamera, Galerie, UKW Radio, Einstellungen, Google Kontakte Import, Here Maps, Kalender, Uhr, Verbrauch, E-Mail, Musik, Video und Marketplace. Das war es dann auch schon.

Ein Wisch nach rechts über den Homescreen bringt ein Suchfeld sowie einige Suchkategorien. Über das Suchfeld lassen sich nicht nur lokale Anwendungen finden, sondern hierüber kann man auch direkt Apps aus dem Market finden. Gleichzeitig werden bereits einige Kategorien vorgeschlagen, wie zum Beispiel Social Media, Einkaufen, Wetter oder Sport. Es lassen sich aber auch eigene Kategorien hinzufügen.

Ein Klick auf den Homebutton führt immer wieder auf den Homescreen zurück. Wie schon bei anderen OS üblich, wird durch einen langen Druck auf den Homebutton ein Taskmanager geöffnet, über den man schnell zwischen verschiedenen Apps wechseln oder auch diese schließen kann.

Übrigens, per Homebutton und gleichzeitigem drücken des Powerbuttons werden beim Peak Screenshots erstellt.
Die Navigation in den Apps finde ich etwas mühselig. Meist geht es nur über kleine Symbole in den Ecken einer App, auf die man tippen muss. Ein wischen oder eine Menütaste in dem Sinne wie bei anderen OS gibt es hier nicht.

Wie beschrieben, gibt es noch nicht viel an vorinstallierten Apps. Das wichtigste ist aber dabei. Firefox Browser, Mail Client (POP3 sowie IMAP und sogar Active Sync), Kalender (kann mit Yahoo, CalDav sowie Google synchronisiert werden). Hier ist aber zu vermerken, dass eine Einrichtung eines Exchange Accounts bei mir scheiterte. Eine kurze Recherche im Netz ergab, das Exchange wohl noch nicht richtig implementiert ist bzw. noch nicht alle Sicherheitsfunktionen unterstützt werden.

Ein weiterer Nachteil bei Mail ist es, dass es weder eine Einstellung zum automatisierten Abruf der Mails gibt (also jedes Mal per Hand syncen) und natürlich darum auch keinen Hinweis auf dem Sperrbildschirm erscheint. Allerdings habe ich die Hoffnung, das Mozilla vielleicht mal irgendwann den Thunderbird Mailclient integrieren wird.

Interessant auch wie oben schon angemerkt, die App zu Kontrolle der Datennutzung. Diese wird unterteilt in WLAN Daten und Mobile Daten. Ebenfalls kann man eine Warnung ausgeben lassen und einstellen, wann der Verbrauchszeitraum beginnt. Auch Tethering per USB oder WLAN ist möglich. Ein kurzer Test des Peak als Hotspot gelang von einem Android Gerät ohne Probleme.

Die Einstellungen des Peak enthalten das übliche, was man so bei jedem Handy findet. Unter Geräteinformationen verbergen sich dann die Möglichkeit des Updates der Firmware sowie die Möglichkeit, Entwickleroptionen einzustellen.

Die Bluetooth Übertragung zwischen einem Android Handy und dem Peak klappte ohne Probleme. Allerdings findet man im Netz auch Hinweise, dass es mit externen Geräten wie PC, BT-Lautsprechern oder BT-Tastaturen Probleme geben soll. Auch hier scheint noch einiges an Arbeit vor den Entwicklern des Firefox OS zu liegen.

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Kamera:

Kommen wir zur Camera des Peak. Angegeben ist sie bei der Hauptkamera mit 8 MP, bei der Frontkamera mit 2 MP. Fotos, die mit der Hauptkamera gemacht werden, sehen auf dem Display des Peak noch recht gut aus. Schaut man sie sich jedoch auf dem PC an, dann bemerkt man, dass die Qualität doch nicht so gut ist. Die Bilder im Format 960 x 1280 sind doch recht verrauscht.

Die Frontkamera reicht dagegen für Videochats ohne Probleme aus.

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Speicher:

Apropos, Übertragung von Dateien zum PC. Diese muss erst aktiviert werden und ist unter Einstellungen / Medienspeicher / USB Speicher zu finden. Offensichtlich wird hierbei aber der Zugriff vom Handy aus gesperrt. Ohne Aktivierung als USP Speicher erscheinen zwar beide Speicher (Gerätespeicher und SD Karte) im Windows Explorer, aber es wird kein Inhalt erkannt.

Einen Datei Explorer findet man von Werk aus nicht, aber einen einfachen gibt es bereits im Market.

Der interne Speicher beträgt übrigens 4 GB, wovon jedoch knapp 2 GB für das System reserviert sind, sodass hier zwingend eine SD Karte Voraussetzung ist, zumal ohne diese auch keine Fotos oder Videos aufgenommen werden können.

Musikplayer:

Ein kurzer Test von überspielten MP3 Dateien brachte die Erkenntnis, dass die Musik doch recht übersteuert, verzerrend und klirrend aus dem Lautsprecher kam. Selbst wenn man die Laustärke verringert, hört man noch die Misstöne. Mit einem guten Earphone verringert sich zwar das Problem, aber auch dort sind immer noch Verzerrungen hörbar. Der vorinstallierte Musikplayer hat übrigens nur die wichtigsten Funktionen. Hierbei ist auch das Abspielen von Ordnern nicht möglich.

Apps und Marketplace:

Eine der interessantesten Sachen beim Firefox OS ist jedoch der Marketplace, auch wenn dieser noch nicht perfekt ist. Denn Apps kann der Anwender im Grunde auch selbst erstellen. Wie das möglich ist? Die Apps beim Firefox OS basieren eigentlich alle auf HTML, CSS und Javascript. Da Firefox OS voll auf HTML5 setzt, lassen sich vorhandene Webanwendung ohne weiteres migrieren. Ein bisschen Kenntnis von Manifest-Dateien und JSON Formaten und schon hat man eine Anwendung fürs Gerät fertig.

Inwieweit das jetzt natürlich dann alles sicher ist, wird man abwarten müssen.

Im Marketplace selber gibt es schon reichlich Apps, die nach Kategorien, neue und beliebte sortiert sind. Eine Suchfunktion ist ebenfalls vorhanden.

Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit:

Das Geeksphone Peak verfügt ja über einen Qualcomm Snapdragon S4 Dualcor Chip mit 1,2 GHz Taktung. Allerdings merkt man auch hier wieder, dass das Betriebssystem noch nicht richtig ausgereift ist. Es treten immer wieder Ruckler und Hänger auf. Gleiches gilt für die Zuverlässigkeit. Auch hier kam es zu diversen Abstürzen oder Freezes. Diese unerfreulichen Sachen kamen quasi überall vor, egal ob beim Scrollen in den Einstellungen, ob im Browser, beim herausholen aus dem Ruhemodus oder anderen Sachen. Auch hier merkt man wieder, dass noch viel Arbeit drin steckt, bis es so butterweich wie ein Android OS in der Version 4.2.2 läuft.

Display:

Das 4,3 Zoll Display löst mit 540 × 960 Pixel bei 256 ppi. Obwohl es ein IPS Display ist, ist es im Allgemeinen selbst auf der hellsten Stufe noch recht dunkel. Schwarze Schrift auf weißem Hintergrund kann aber recht gut gelesen werden, auch wenn man bei 256 ppi doch noch recht deutliche Ausfransungen sehen kann. Ob dies durch Firmware Updates noch verbessert werden kann, muss man abwarten. Für den täglichen Gebrauch reicht es zwar aus, aber nur, wenn man nichts Besseres gewohnt ist. Ansonsten fallen einem die großen Unterschiede doch schon auf.

Telefonie:

Die Telefonie Funktionen sind soweit in Ordnung. Bei diversen Anrufen gab es keine Probleme. Sowohl meine Gesprächsteilnehmer konnten mich als auch ich diese einwandfrei verstehen.

Fazit:

Für ein eher Vorserienmodell zu nennendes Developer Modell läuft das Geeksphone Peak doch erstaunlich gut und hat im Prinzip schon alles Wichtige mit an Bord. Für den Preis des Geeksphone Peak bekommt man jedoch auch bereits relativ gute Smartphones, ebenfalls mit Dualcore CPU und Android 4.1.x. Für den Produktiveinsatz ist dieses System derzeit einfach noch nicht geeignet, aber soll es zumindest hier in Europa wohl auch noch nicht. Für User, die gerne experimentieren oder Entwickler und Programmierer ist dieses neue System erstklassige Möglichkeit, sich mit dem Firefox OS zu beschäftigen, während der Enduser sich auf ein neues Smartphone OS mit sehr viel Potential und schöner Oberfläche freuen kann.

Extra:

Hier noch unseren Videotest des Geeksphone Peak:


 
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