iPhone 6 Plus "Kamera-Rückruf" - ein kurzer Erfahrungsbericht

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Seit dem vergangenen Wochenende läuft eine Rückruf zum iPhone 6 Plus, bei einigen Geräten wurde ein fehlerhaftes Kameramodul verbaut und infolgedessen kann die iSight Kamera "verschwommene" Aufnahmen liefern.nnDa ahnt man nichts böses und surft am späten Freitag Abend noch einmal kurz im Netz und findet Meldungen wie diese - iPhone 6 Plus: Apple startet Rückruf wegen iSight Kamera.

Mein erster Gedanke "Na wunderbar!" und ich war direkt wach. Kurz den Artikel hier für das Newsportal geschrieben und dann hab ich entsprechend die Seriennummer meines iPhone prüfen lassen. Da mein iPhone 6 Plus direkt zum Marktstart gekauft war, da war dann das Ergebnis der Prüfung auf Apples Sonderseite keine wirkliche Überraschung, mein iPhone war für den Rückruf qualifiziert.
Somit also die nächsten Überlegungen - "Die Fotos sehen absolut in Ordnung aus, was soll da also kaputt sein?" und "Wohin jetzt, direkt zu Apple oder doch zum Service Provider hier in der Stadt?". Die Frage nach dem "Wohin" war für mich schnell geklärt, hier in Rostock gibt es einen Gravis und die sind authorisierte Service Provider, an der Frage "Was soll da kaputt sein?" knackte ich hingegen ein ganzes Wochenende.
Ich fotografiere viel mit meinem 6+ und bin immer wieder angetan von dem, was die Kamera da abliefert. An diesem Wochenende knipste ich auf einer Grillparty und auch die Bilder waren perfekt. Nun denn...

Apple stellt einem drei Möglichkeiten zur Wahl, so man den Service für das iPhone in Anspruch nehmen möchte. Man kann direkt Kontakt mit der Hotline aufnehmen und dann, so das Gerät qualifiziert ist, geht es mit der Post an Apple (wahrscheinlich zum Reparaturzentrum in die Niederlande). Bedeutet, man ist entweder einige Tage ohne iPhone oder man nimmt die Option wahr und lässt sich ein Leihgerät zuschicken. In jedem Falle ist dieser Weg aufwändig und zeitintensiv.
Möglichkeit zwei, man kann sich direkt in einen Apple Retail Store begeben und dort den Service in Anspruch nehmen. Sicher eine Option, aber man sollte im Vorfeld unbedingt einen Termin vereinbaren. Zudem sollte man einige Stunden Zeit einplanen, denn offenbar ist einiges los wegen der Service Aktion, so berichten verschiedene Nutzer im Netz.
Möglichkeit drei, autorisierter Service Provider, dies war mein Weg der Wahl. Zum nächsten Apple Retail Store müsste ich nach Hamburg (Berlin wäre auch möglich), was also gut zwei Stunden Autobahn bedeutet und so weiter, darauf hatte ich keine Lust. Also bin ich heute direkt zu 10.00 Uhr in den Gravis hier in Rostock. Ab hier wurde es eigentlich interessant...

Apple schreibt, wie man es von den Kalifornien nicht anders kennt, nur sehr wage und weitläufig, was denn nun eigentlich das Problem ist:


"...Apple hat festgestellt, dass bei einem geringen Prozentsatz von iPhone 6 Plus-Geräten die iSight-Kamera über eine Komponente verfügt, die fehlerhaft ist und dazu führen kann, dass die Fotos verschwommen sind.​


Wie schon angemerkt, ich kann nichts an meinen Fotos feststellen, selbst im Vollbildmodus auf meinem 27" 5k iMac sehen die Bilder gut aus.

Im Gravis angekommen legte ich also mein 6+ auf den Trensen und sprach die Mitarbeiter auf die laufende Aktion zum iPhone 6 Plus an. Man beruhigte mich recht schnell "Ja, den Rückruf gibt es, wir testen mal deine Kamera". Sicher, deswegen war ich ja da. Der Techniker prüfte im ersten Schritt die Seriennummer meines iPhone und "Ja, fällt in die Charge". Nächster Schritt, eine Sichtprüfung auf äussere Beschädigungen. Apple setzt zum Service an der Kamera voraus, dass Vorschäden (beispielsweise ein gesprungenes Display) beseitigt werden, erst dann würde Hand an die iSight Kamera gelegt.
Nun, mein 6+ ist absolut in Ordnung. Wie sagt es Apple "Man liebt sein iPhone", ja, da mag durchaus etwas dran sein. ;)

Nachdem also alle Bedingungen soweit erfüllt waren kam der eigentliche Test der iSight Kamera, der Techniker hatte einen DIN A4 Ausdruck dabei, ein Testbild mit diversen Mustern und einem Farbbalken. Apple hat zur Prüfung der iSight Kamera ein einfaches Prozedere angesetzt. Der Ausdruck wird aus 10cm, danach auch 50cm und schlussendlich aus 100cm fotografiert. Dabei wird nicht manuell eingegriffen, dass Testbild wird entsprechend erfasst und dann wird ausgelöst. Und das war es auch schon.

Der Techniker schaut sich die eben gemachten Aufnahmen an, zoomt diese auf dem Display auf und lächelt mich freundlich an "Alles in Ordnung, wir müssen dein iPhone nicht öffnen, der Autofokus der Kamera arbeitete einwandfrei". Gut, dies wusste ich bereits vorher. Also bohrte ich etwas nach und hier relativiert sich der Rückruf zum iPhone 6 Plus deutlich.

Was Apple relativ wage beschreibt bezieht sich schlussendlich auf den Autofokus der iSight Kamera. In einigen Fällen versagt dieser wohl den Dienst und die eben angefertigten Aufnahmen des Testbildes hätten dies sofort entlarvt.
Ich füge hier zwei der vom Gravis Techniker gemachten Aufnahmen an, ein Fehlerbild würde die Strukturen der Muster nicht sauber wiedergeben, der Farbbalken wäre nicht sauber getrennt und wäre zudem verwaschen wiedergegeben.


Fazit

Man sollte sich nicht verunsichern lassen, sollte das eigene iPhone 6 Plus via Seriennummer als "Zum Service qualifiziert" über Apples Sonderseite identifiziert werden, so heisst dies noch nicht viel. Apple hat eine Charge ausgemacht, in dieser gibt es einen gewissen Prozentsatz an defekten Kameramodulen. Die Identifikation via Seriennummer soll lediglich das geprüfte iPhone 6 Plus als zu dieser Charge zugehörig (oder eben nicht zugehörig) identifizieren.
Liefert das iPhone perfekte Aufnahmen, auch wenn es zur Service Aktion zugelassen ist, dann ist dennoch alles in bester Ordnung, denn das Kameramodul arbeitet einwandfrei. In diesem Fall wird Apple keinen Austausch des Bauteils vornehmen.
Da alle betroffenen iPhone 6 Plus bereits ein gutes Jahr im Einsatz sind, da kann man davon ausgehen, dass Nutzer wirklich betroffener Geräte diese schon lange als defekt identifiziert haben und entsprechend mit Apple in Kontakt waren.

Festzuhalten ist, Apple startet hier offenbar vorsorglich einen Rückruf, dies ist löblich und für den kalifornischen IT Hersteller so absolut üblich. Service wie er sein soll. Der Service für die iSight Kamera des iPhone 6 Plus ist auf die kommenden drei Jahre ausgeschrieben und man kann davon ausgehen, wie auch üblich, Apple wird diesen Zeitraum noch ausweiten. Wer also heute festgestellt hat, dass sein iPhone für den Rückruf in Frage kommt, aber selbst schon keine Fehler in den Aufnahmen feststellt, der kann sich recht entspannt zurücklehnen. Einfach den Rückruf im Hinterkopf behalten, sollte die Kamera doch irgendwann versagen, dann hat man immerhin die Gewissheit das diese kostenlos von Apple ausgetauscht wird, auch wenn die eigentliche Garantie des iPhone bereits abgelaufen ist.

Meinung des Autors: Nichts wird so heiss gegessen wie es gekocht wurde. Eben so verhält es sich mit dem gestarteten Rückruf zum iPhone 6 Plus.
 

Califrank

Eisenbieger
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Freeeeeeeeeeeed :cool:

Ein gefundenes Fressen für CaliMONK. Schade, ich muß jetzt sofort los zur Arbeit. Aber laß mich doch mal wissen, WO und WIE ich schnellstens mein Gerät über diese Gerätenummer prüfen lassen kann....

Grüße
 

Robbie

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Der Link ist doch oben im Text eingefügt.
 

iFreddie

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Lieber Cali, der Link ist im Bericht mehrfach eingebaut, wie es Robbie bereits sagt.

Wichtiger ist, lies den Bericht bitte zur Gänze, denn nur die Prüfung der Seriennummer sagt zum Schluss nichts. Apple tauscht am Ende nur wirklich defekte Module aus.
Wäre deine Kamera defekt, dann wäre es dir bereits aufgefallen und du hättest wohl schon mit Apple Kontakt gehabt.

Du kannst es auch abkürzen und ab "Fazit" lesen. ;)
 
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