Nokia Lumia 2520: Test des 10 Zoll Tablets mit Windows 8.1 RT

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Nokia hat sein erstes Tablet überhaupt bereits im vergangenen Jahr vorgestellt, in Deutschland ist es jedoch erst seit wenigen Monaten im Handel. Das mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 600 Euro Gerät konnte jetzt von uns getestet werden. So richtig konnte uns das finnische Tablet allerdings nicht überzeugen, woran auch das verwendete Betriebssystem Windows RT Mitschuld trägt



Erster Eindruck:

Nach dem Öffnen der überaus soliden Verpackung beim ersten hochheben des Lumia 2520 ist erst einmal Verwunderung angesagt, denn das Tablet ist vergleichsweise dick, groß und schwer. Mit einer Dicke von fast 9 mm und vor allem einem Gewicht von 615 g scheint das Lumia 2520 fast aus einer anderen Zeit zu stammen. Die Konkurrenz ist da mittlerweile (deutlich) weiter, denn hier sind bereits öfters 100 g und mehr eingespart worden. Bei der Größe fallt das Urteil zwiespältige ausl: einerseits sorgt der breite Display-Rahmen dafür, dass die Abmessungen größer ausfallen als es sein müsste, auf der anderen Seite findet sich beim einhändigen Halten genügend Platz für den Daumen, damit dieser den Touchscreen nicht versehentlich bedient.

Die Verarbeitung des Tablet kann nicht mit den teureren und besseren Smartphones mit gleichem Namen mithalten. Der glänzende Kunststoff des Lumia 2520 ist zieht Fingerabdrücke und Kratzer an, außerdem wird das Halten des schweren Tablets durch die sehr glatte Rückseite erschwert. Auch kleinere Verarbeitungsmängel fallen auf, die von den Smartphones in dieser Form nicht bekannt sind. So sind ein nicht ganz sauber eingepasster Einschub für die SIM-Karte und das nicht an allen Seiten exakt eingepasste Display in dieser Preisklasse ein massiver Kritikpunkt. Zudem fallen auch die drei Tasten auf der Oberseite nicht gerade positiv auf, denn diese wirken ziemlich wackelig und verfügen außerdem zudem über keinen exakt definierten Druckpunkt, was die Bedienung erschwert.

Der Touchscreen:

Zu den Highlight des Tablets gehört sicherlich das Full-HD-Display mit seinen 1.920 x 1.080 Pixeln. Die Farben wirken sehr frisch, allerdings ohne zu bunt im Sinne einer genauen Farbdarstellung zu sein. Zudem überzeugt das Display mit einem satten Schwarzwert, dem die Konkurrenten nur wenig entgegenzusetzen haben. Leider ist glänzend dabei ein gutes Stichwort, denn wie inzwischen bei den meisten Tablets üblich, ist auch die Displayscheibe des Lumia 2520 so ausgelegt, dass sie stark reflektiert und zudem sehr anfällig für Fingerabdrücke und -spuren ist. Die hohe Leuchtkraft sorgt aber zumindest dafür, dass auch bei hellem Umgebungslicht im Freien eine Nutzung fast ohne Einschränkungen möglich ist. Dabei reagiert der Touchscreen in allen Situationen ohne jegliche Verzögerungen und extrem schnell, was auch ein Verdienst der guten Hardware ist. Ein relativ gute Lautsprecher verstärkt den positiven Eindruck, denn damit ist eine vergleichsweise klare Musik- und Tonwiedergabe möglich. Allerdings wurde leider nur ein Lautsprecher verbaut, weswegen die Käufer auf Stereo-Klang oder gar simulierten Surround-Sound verzichten müssen.

Die Hardware:

So gut ausgestattet wie das Lumia 2520 sind in der Standardkonfiguration nur wenige andere Tablets. Der eingesetzte Quad-Core-Prozessor Snapdragon 800 zählt immer noch mit zum Besten, was im mobilen Sektor möglich ist. Die 2 GB Arbeitsspeicher sorgen dafür, dass die üblichen Standardanwendungen keine Herausforderung darstellen, und auch rechenintensivere Aufgaben werden problemlos bewältigt. Zu den besonderen Merkmalen des Nokia-Tablets gehört in jedem Fall das integrierte LTE-Modem, das bei den Mitbewerbern im Normalfall nur gegen Aufpreis oder aber gar nicht erhältlich ist. Ein Speedtest hat ergeben, dass der schnelle Datenfunk im Lumia 2520 dem in anderen Geräten wie etwa dem Apple iPhone 5S in nichts nachsteht. Bei der Qualität der Kamera müssen allerdings Abstriche gemacht werden, denn die Auflösung von nur 6,7 Megapixel liegt deutlich unter der der guten Lumia-Smartphones. Die Optik von Carl Zeiss macht sich zwar positiv bemerkbar und sorgt für ordentliche Farben und dank einer Blende von f/1,9 auch bei schwachem Umgebungslicht für wenig Bildrauschen. Allerdings hat Nokia auf einen optischen Bildstabilisator verzichtet, was aufgrund des Gewichts und der damit verbundenen Unhandlichkeit des Tablets ein echter Nachteil ist. Bei längeren Belichtungszeiten ist Verwackeln somit deutlich leichter möglich, als beispielsweise beim von uns ebenfalls getesteten Smartlet Lumia 1520. Dass dann auch noch auf einen Blitz verzichtet wird, obwohl das riesige Gehäuse dafür reichlich Platz dafür bieten würde, macht die Situation noch schlimmer.

Positiv fällt hingegen der Akku auf, der dem Tablet eine durchaus ordentliche Laufzeit ermöglicht. Bei vergleichsweise mäßigem Gebrauch ist eine Betriebszeit von mehr als einem Tag problemlos erreichbar, die jedoch bei der Nutzung mit maximaler Displayhelligkeit im Freien deutlich abnimmt. Das Aufladen jedoch gestaltet sich nicht ganz so einfach, denn dafür wird ein spezielles Ladegerät mit proprietärem Stecker benötigt. Dessen Netzteil fällt unangenehm groß aus, wodurch die mobile Nutzung unnötig erschwert wird. Zudem ähnelt die Ladebuchse dem Kopfhörereingang, weswegen Verwechslungen vor allem Anfangs an der Tagesordnung sind, die aber offenbar ohne Folgen bleiben. Es wäre aber auf jeden Fall deutlich besser gewesen, wenn Nokia den ohnehin vorhandenen micro-USB-Port auch zum Aufladen freigegeben hätte, was allerdings nicht der Fall ist. Der entsprechende Port hat darüber hinaus einen weiteren Nachteil, denn er ist lediglich als Masterport verwendbar. Somit können zwar Peripheriegeräte wie eine Festplatte oder eine Tastatur angeschlossen werden, eine kabelgebundene Verbindung zu einem anderen Mastergerät wie einem Computer ist jedoch nicht möglich. Somit können diesem Weg auch keine Daten zwischen dem Lumia 2520 und einem beliebigen PC ausgetauscht werden.

Betriebssystem und Software:

Windows RT hat ein noch schlechteres Image als das verwandte Windows 8.1. Dafür ist unter anderem der unglücklich gewählte Name verantwortlich, denn von jedem Windows wird erwartet, dass auch sämtliche Windows-Anwendungen genutzt werden können. Das ist bei Windows 8.1 RT aber nicht der Fall, weswegen sich die klassischen x86-Anwendungen aus dem PC-Bereich sich auf dem Lumia 2520 systembedingt nicht installieren lassen. Bein den üblichen Office-Anwendungen ist das noch belanglos, denn diese gehören als Vollversion für Windows RT bereits zum Installationsumfang von Nokia. Andere gewohnte Anwendungen lassen sich allerdings nicht installieren. Dabei sorgt auch der Microsoft-eigene App Store nicht wirklich für Abhilfe, denn wirkliche Alternativen sind dort nur in geringer Stückzahl oder eher gar nicht zu finden. Wem also bereits bei Windows 8/8.1 zu viele Apps fehlen, der wird bei bei Windows RT erst recht nicht zufrieden sein.

Dafür Kann Nokia wieder einmal mit den diversen eigenen Anwendungen überzeugen, die auf dem Lumia 2520 vorinstalliert sind. Zu den populärsten Angeboten dürften dabei die Karten- und Navigationsdienste von Here zählen, denn deren Inhalte können auch offline ohne Verbindung zu einem Netzwerk genutzt werden. Mit dem Lumia 2520 ist sogar eine geräteübergreifende Routenplanung möglich. Somit kann auf dem großen Bildschirm eine komplette Reiseroute geplant werden, die anschließend auf das Smartphone als Navigationsgerät überspielt wird. Diverse Anwendungen wie Nokia Music, Nokia MixRadio, der Xbox Live-Hub und einige weitere Apps wie Skype stehen ebenfalls als Standard zur Verfügung. Diese funktionieren schnell und zuverlässig, woran die erwähnt gute und schnelle Hardware ihren Anteil hat.

Fazit:

Das Lumia 2520 profitiert auf der Habenseite von seiner teilweise hervorragenden Hardware wie dem Prozessor, dem Display und dem längst nicht üblichen LTE-Modem. Auch die Software kann größtenteils überzeugen, sofern man mit den Beschränkungen von Windows RT leben kann und den angebotenen Programmen ausreichend versorgt ist. Allerdings sorgen leichte Mängel bei der Verarbeitung, das hohe Gewicht, das sperrige Netzteil für reichlich negative Kritik. Unter Berücksichtigung des Kaufspreises, der im freien Handel aktuell bei mindestens 500 Euro für das von uns getestete rote Gerät liegt, sollte ein Kauf gut überlegt werden. Das erste Tablet der Finnen konnte in unserem Test nur teilweise überzeugen, eine Kaufempfehlung fällt auf jeden Fall deutlich schwerer als beim Lumia 1520. Dafür werden im Tablet-Bereich zu viele gute Alternativen angeboten, die teilweise wesentlich preiswerter zu bekommen sind. Bei Nokia sieht man das vielleicht sogar halbwegs entspannt, denn bereits jetzt scheint klar zu sein, dass das erst seit April verfügbare Lumia 2520 ohnehin ohne Nachfolger bleiben wird. Dafür wird Microsoft schon sorgen, denn die eher als Flop geltenden Surface-Tablets wird man künftig wohl nicht mehr durch eine hauseigene Konkurrenz bedrohen.
 
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