Smartwatches im Test: Apple Watch gewinnt, aber kein Modell ist gut

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Interaktive Armbanduhren gelten in der Branche als der nächste große Wachstumsmarkt, doch die sogenannten Smartwatches scheinen die in sie gesetzten Hoffnungen längst noch nicht zu erfüllen. Das gilt sowohl für die verbaute Technik, als auch für die bislang eher bescheidenen Verkaufszahlen. Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest scheint die Mängel zu belegen



Einrichtung und Nutzung:

Theoretisch lässt sich eine Smartwatch für viele Dinge verwenden: Nachrichten empfangen und beantworten, Termine festlegen und anzeigen lassen, Telefonate annehmen und tätigen, Gesundheits- und Geodaten beim Sport und in der Freizeit aufzeichnen, Navigieren und Musik hören sind die hauptsächlichen Anwendungen. In der Praxis scheitert die Anwendung aber oftmals an einem oder mehreren von vielen Problemmöglichkeiten. Das fängt bereits bei der Kopplung mit einem Smartphone an, denn längst nicht alle Uhren sind mit allen Telefonen kompatibel. Die Apple Watch beispielsweise arbeitet nur mit Smartphones aus dem eigenen Unternehmen zusammen. Und wenn die Verbindung doch klappt, muss je nach Kombination mit Einschränkungen gerechnet werden. Das ist etwa bei Verwendung einer Smartwatch mit Android Wear an einem Apple iPhone der Fall, denn dann können Kurznachrichten nicht beantwortet werden und auch die Fitnessfunktionen sind abgespeckt.

Bedienung:

Mängel gibt es auch bei Nutzung der Uhren. Die Tester bemängeln, dass diese in den seltensten Fällen selbsterklärend sind. Dazu funktioniert jede Uhr grundlegend anders und hat ihre eigenen Besonderheiten. Die meisten Smartwatches lassen sich über ein berührungsempfindliches Display steuern, die beiden Uhren von Pebble werden jedoch über Tasten bedient. Bei einigen Modellen gibt es neben dem Touchscreen weitere Bedienelemente, so etwa bei der Apple Watch, die über die Krone an der Seite und ein auf die Druckstärke reagierendes Display gesteuert wird. Die mitgelieferten Kurzanleitungen sind beim Kennenlernen aber allesamt nur wenig hilfreich, und auch bei den im Internet zu findenden Handbüchern gibt es teilweise größere Lücken. Das sorgt dafür, dass schnell Frust entsteht und zudem manche sinnvolle Funktion und Möglichkeit vielleicht nie entdeckt und genutzt wird.

Akkulaufzeit:

Weitere Einschränkungen gibt es bei der oftmals sehr bescheidenen Akkulaufzeit. Schlusslichter waren hier die Motorola Moto 360 sowie die Samsung Gear S, die unter den angenommenen Bedingungen nur ganze 10 beziehungsweise 12 Stunden durchgehalten haben. Die restlichen Kandidaten schafften zwischen 15 und 22 Stunden. Von zwei Ausnahmen abgesehen, denn Pebble Time und Pebble Steel verfügen über e-Ink-Displays, wie sie auch von den elektronischen Büchern (eBooks) her bekannt sind. Der (mäßig) bunte Bildschirm der Time sorgt damit für 95 Stunden Laufzeit, das einfarbige Display der Steel brachte es sogar auf 160 Stunden, was über 6,5 Tage Akkulaufzeit entspricht.

Fitness und Gesundheit:

Positiv werden zumeist die Fitnessfunktionen bewertet. Hier können vor allem die Modelle von Apple, die Samsung Gear S sowie die Garmin Vivoactive überzeugen, die in dieser Disziplin mit sehr gut bewertet wurden. LG, Sony und Alcatel liefern immer noch gute Ergebnisse. Bei der Pulsmessung fallen die Uhren von Apple, LG und Samsung positiv auf, weil sie "fast EKG-genau" messen. Das schafft auch Garmin, benötigt dafür aber einen Brustgurt. Negativ wird allerdings angemerkt, dass einige Uhren nur dann Daten (genau) aufzeichnen, wenn das gekoppelte Smartphone mitgeführt wird. Garmin, Samsung und Sony brauchen das dank eingebautem GPS nicht, Apple und Motorola liefern gute Daten auch ohne GPS und Smartphone.

Fazit:

Von den 12 getesteten Uhren mit Preisen von 140 bis 700 Euro, erhielten acht die Note befriedigend, drei wurden als ausreichend eingestuft, und ein Modell mit mangelhaft abgestraft. Als Testsieger gehen die Apple Watch (Note 2,6) und die Apple Watch (2,7) aus dem Test hervor. Beide können mit guter Funktionalität und Bedienung punkten, und verfügen über eine stabile Verbindung mit dem Smartphone. Bei der Akkulaufzeit sind sie mit 19 und 17 Stunden aber allenfalls durchschnittlich, zudem sind sie die mit Abstand teuersten Testteilnehmer. Mit 22 und 20 Stunden halten die nachfolgend platzierten Uhren LG G Watch R (3,0) und Watch Urbane (3,0) etwas länger durch, doch hier werden bereits die Noten befriedigend für Funktion und Bedienung vergeben. Schlusslicht ist die Alcatel Onetouch Watch, die zwar die günstigste Smartwatch im Feld ist, aber so viele Mängel aufweist (Instabile Verbindung, schlecht reagierender Touchscreen, zeigt keine Mails, beantwortet keine Kurznachrichten, sehr kritisches Datenverhalten), dass sie eigentlich nur als Elektroschrott taugt.

Nachfolgend die getesteten Uhren, ihr mittlerer Preis sowie die jeweilige Note:

  • Apple Watch, 700 Euro: befriedigend (2,6)
  • Apple Watch Sport, 450 Euro: befriedigend (2,7)
  • LG G Watch R, 227 Euro: befriedigend (3,0)
  • LG Watch Urbane, 315 Euro: befriedigend (3,0)
  • Samsung Gear S, 315 Euro: befriedigend (3,2)
  • Sony SmartWatch 3, 171 Euro: befriedigend (3,3)
  • Asus ZenWatch, 207 Euro: befriedigend (3,5)
  • Pebble Time, 249 Euro: befriedigend (3,5)
  • Pebble Steel, 189 Euro: ausreichend (3,6)
  • Motorola Moto 360, 198 Euro: ausreichend (3,7)
  • Garmin Vivoactive, 201 Euro: ausreichend (4,3)
  • Alcatel Onetouch Watch, 140 Euro: ausreichend (4,8)

Der komplette Test lässt sich im aktuellen Test-Heft der Stiftung Warentest nachlesen oder unter www.test.de gegen Gebühr abrufen.

Meinung des Autors: Ein aktueller Test zeigt: bei der Entwicklung der Smartwatch gibt es noch viel Luft nach oben. Die Apple Watch ist dabei so etwas wie der Einäugige unter den Blinden, denn sie hat noch die wenigsten Fehler. Das aber für einen stolzen Preis, denn für die Kombination aus iPhone und Watch werden mindestens 898 Euro fällig.
 

Robbie

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Schade, ich hätte mir mal einen entsprechenden Test unter Berücksichtigung der auf der IFA vorgestellten neuen Smartwatches gewünscht. Wäre sicherlich interessant gewesen.
 
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