Sony SmartWatch SW2: Test der interaktiven Armanduhr

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Die sogenannten Smartwatches werden von vielen als das Geschäft der nahen Zukunft angesehen. Dementsprechend haben zahlreiche Hersteller entsprechende Produkte bereits im Angebot oder werden diese in naher Zukunft auf den Markt bringen. Bei Sony hat man kürzlich sogar die bereits zweite Generation unter dem Namen SW2 vorgestellt. Wir haben uns dieses neue Modell näher angesehen und verraten, ob sich ein Kauf lohnt



Verpackung und Verarbeitung:

Eine schöne Uhr in einer stylischen Verpackung - das ist der erste Eindruck, wenn man den Würfel aus Kunststoff und Plexiglas mit der SW2 in die Hand bekommt. Im inneren ist die Uhr auf ein Schaumstoffkissen gespannt, was eine sichere Unterbringung gewährleistet. Die Uhr selber gibt es mit drei verschiedenartigen Armbändern, nämlich Textil, Leder und Metall. Letzteres war bei unserem Testgerät im Einsatz, was sich jedoch ziemlich schnell als massiver Nachteil erweisen sollte. Das metallene Gliederarmband ist in seiner Größe nicht veränderbar, zumindest nicht ohne Spezialwerkzeug oder einen Besuch bei einem Uhrmacher, was in unserem Fall definitiv notwendig gewesen wäre. Bei der Recherche im Internet zu diesem Thema fiel direkt auf, dass die damit verbundene mangelhafte Flexibilität nicht nur diejenigen trifft, deren Arme zu dünn sind. Mehrfach wurde die Bitte geäußert, dass diejenigen, die ihr Armband kürzen lassen, die entfernten Kettenglieder doch bitte zur Verlängerung eines anderen Armbandes weiterreichen mögen.

Ansonsten gibt es an der SW2 nichts zu bemängeln, die Armbanduhr wirkt durchweg solide und sauber verarbeitet. Die Displayscheibe und der einzige Knopf sind sauber eingepasst, sämtliche Öffnungen sind so gut verschlossen, dass die Uhr auch in gewissen Grenzen staub- und wasserdicht ist. Die Schutzabdeckung für den Ladeanschluss lässt sich jedoch nur mit etwas Geschick öffnen, mit sehr kurz geschnittenen Fingernägeln dürfte hier der ein oder andere Nutzer verzweifeln.

Ersteinrichtung:

Im Prinzip erwartet man von so etwas vermeintlich simplen wie einer Armbanduhr, dass man sie auspackt und benutzen kann. Bei einer Smartwatch und besonders bei der SW2 sieht das allerdings etwas anders aus. Im ersten Schritt muss die Uhr mit einem Smartphone gekoppelt werden. Bei Sony geht das vermeintlich leicht, denn dank NFC müssen beide Geräte nur kurz aneinander gehalten werden, danach ist alles erledigt. Soweit die Theorie...

In der Praxis ist das dann jedoch nicht ganz so einfach. Die Reichweite von NFC ist offenbar so beschränkt, dass es nicht ausreichend war, die Unterseite des Smartphones an die Oberseite der SW2 zu halten, um den Kopplungsvorgang durchzuführen. Vielmehr musste das Smartphone, in unserem Fall das Xperia Z1 compact, in das Armband der Uhr eingefädelt werden, damit sich die beiden Chips so nahe wie möglich kommen. Ein Quittungston bestätigt dann die erste Verbindung, wirklich gekoppelt sind die beiden Geräte dann aber immer noch nicht. Erst nach mehreren Anläufen und dem Verharren in der richtigen Position für rund 15 Sekunden wurde die Verbindung tatsächlich durchgeführt. Zwischenzeitlich gab es jedoch mehrere Fehlermeldungen, die allerdings nur im Display des Smartphones angezeigt werden, nicht jedoch auf der Armbanduhr.

Wer jetzt denkt, dass er nun endlich loslegen kann, sieht sich allerdings schnell getäuscht. Nach der erfolgreichen Kopplung erscheint im Smartphone der Hinweis, dass die SW2 zwar erkannt wurde, zur Nutzung jedoch über den Google Play Store die App mit dem Namen SmartWatch heruntergeladen werden muss. Nachdem diese installiert worden ist, ist sie...hmmm...erst einmal verschwunden. Nach längerem Suchen wird dem Nutzer dann irgendwann klar, dass die App lediglich eine Unterapp ist, die sich in der Anwendung Smart Connect versteckt. Das ist insofern eine wichtige Information, als dass die SW2 nach der Installation der App nämlich immer noch nicht genutzt werden konnte, weswegen man die eben heruntergeladene App noch mehrfach benötigen wird.

Bevor nämlich Funktionen wie die Anzeige von eingehenden Anrufen oder Wetterinformationen auch tatsächlich auf der Armbanduhr zu sehen sind, müssen diese über die App heruntergeladen und an die Uhr übertragen werden. Der erste Teil geht dabei gewohnt einfach von der Hand, die zweite Aufgabe hingegen wollte partout nicht gelingen. Obwohl beide Geräte angeblich nach wie vor miteinander gekoppelt waren, wurden die neuen Apps und auch geänderte Einstellungen nicht an die SW2 übermittelt. Abhilfe brachte erst die Zurücksetzung der Uhr in den Werkszustand und eine erneute Kopplung, bei der dann die neuen Anwendungen erkannt wurden und endlich auch Deutsch als Menüsprache eingerichtet wurde. Zur vollständigen Nutzung der SW2 sollten beziehungsweise müssen noch weitere Apps installiert werden, denn jede Telefonfunktion wie die Anrufprotokolle, Anzeige von Mails oder den Aufruf des Telefonbuchs wird über eine eigene Anwendung gesteuert, die zuvor individuell installiert werden muss.

Bis zur ersten tatsächlichen Nutzung der SW2 ist bis jetzt fast eine Stunde vergangen, die reichlich Nerven gekostet hat und einige graue Haare gebracht haben dürfte. Viele der zwischenzeitlich notwendigen Bedienschritte sind dabei eigentlich total überflüssig, wenn Sony sowohl die SW2 als auch die Smartphones besser auf ihre zukünftigen Aufgaben vorbereiten würde. So wäre es zum Beispiel sinnvoll, die diversen Telefonapps in einer einzigen Anwendung zusammenzufassen, zudem sollten zumindest die wichtigsten Apps bereits auf der Uhr installiert sein. Dann könnte die Uhr deutlich schneller in Betrieb genommen werden, während die nicht benötigte Software später immer noch deinstalliert werden kann.

Nutzung und Fazit:

Bevor wir den eigentlichen Test der Uhr in Angriff nehmen konnten, waren wir schon reichlich genervt. Ein nicht passendes Metallarmband sowie viele unlogische und unnötige Bedienschritte werfen ein nicht wirklich gutes Bild auf die SW2. Ärgerlicherweise setzen sich die Unzulänglichkeiten in der alltäglichen Nutzung weiter fort. So werden bei eingehenden Anrufen zwar die Rufnummer - und mit einer zusätzlich notwendigen App auch der Name und sogar das Profilfoto aus den Kontaktinformationen - angezeigt, allerdings nur so lange, wie der Anruf aktuell eingeht. Sollte man diesen nicht bemerken oder aber verhindert sein, so wird man im Display der SW2 nicht an den entgangenen Anruf erinnert. Vielmehr wird nach dem Ende des Anrufversuchs wieder auf die normale Anzeige der Uhrzeit umgeschaltet, weitere Anzeigen gibt es im Display nicht. Doch halt, möglicherweise fehlte uns dafür einfach nur die passende App, die wir übersehen haben. Oder zu deren Installation wir dann einfach keine Lust mehr hatten, denn an dieser Stelle haben wir den Test ziemlich entnervt beendet.

Derzeit können wir keine Empfehlung zum Kauf der SW2 aussprechen. Die Problematik mit dem Metallarmband kann bereits beim Kauf durch die Wahl eines anderen Armbands umgangen werden, die restlichen Probleme jedoch lassen daran zweifeln, dass man sich bei Sony wirklich lange und ernsthaft mit dem Produkt Smartwatch beschäftigt hat. Die komplizierte Bedienung, die vielen und teilweise absolut unnötigen Vorarbeiten bis zur eigentlichen Nutzung sowie die Mängel im Alltagsbetrieb lassen vielmehr vermuten, dass es sich bei der SW2t um einen Schnellschuss handelt, damit Sony zu den ersten Anbietern auf dem Markt gehören kann. Dennoch ist die Fülle an Unzulänglichkeiten sehr verwunderlich, immerhin hatte Sony zwischen den beiden Genartionen der eigenen Smartwatch reichlich Zeit, ein ausgereiftes Produkt zu entwickeln. Diese Chance hat man aber leider verspielt, weswegen die SW2 aktuell leider nur ein Spielzeug für technikversessene Nerds ist. Der Nutzen im Alltag ist kaum höher als der einer normalen Armbanduhr, was sich Sony mit einem unverbindlichen Preis ab 179 Euro auch noch ziemlich teuer bezahlen lässt.
 
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