Threema im Test: so funktionieren Einrichtung und Nutzung der WhatsApp-Alternative

Diskutiere Threema im Test: so funktionieren Einrichtung und Nutzung der WhatsApp-Alternative im Programme & Apps Forum im Bereich Herstellerübergreifend; Auch wenn die Facebook-Tochter WhatsApp langsam anfängt, einen verschlüsselten Datenverkehr zu ermöglichen, ist der Messenger längst nicht sicher...
Auch wenn die Facebook-Tochter WhatsApp langsam anfängt, einen verschlüsselten Datenverkehr zu ermöglichen, ist der Messenger längst nicht sicher. Wer wirklich hohen Schutz bei der Kommunikation mit Verwandten, Freunden oder Geschäftspartnern haben will, sollte besser auf einen Dienst außerhalb der USA setzen. Dabei kommt schon fast zwangsläufig der Messaging-Dienst Threema aus der Schweiz ins Spiel, den wir jetzt einem Test unterzogen haben



Threema wird seit langem für Android sowie iOS von Apple und seit neuestem auch für Windows Phone angeboten. Die erste Einrichtung ist wegen der hohen Sicherheitsstandards jedoch etwas komplizierter als man dies von WhatsApp her kennt. In einem der ersten Schritte wird durch Wischbewegungen in einem vorgegeben Feld auf dem Display des Smartphones per Zufallsdaten ein neues Schlüsselpaar erstellt. Anhand der auf diese Weise erzeugten Daten wird eine achtstellige ID generiert, mit der Threema sogar anonym und ohne Preisgabe der persönlichen Daten genutzt werden kann. Im nächsten Schritt kann die persönliche Adressliste synchronisiert werden, wodurch direkt zu sehen ist, welche Kontakte ebenfalls bei Threema angemeldet sind. Damit die dort gespeicherten Personen im Gegenzug darüber informiert werden, dass man selber jetzt Threema nutzt, kann der Messenger mit der privaten E-Mail-Adresse oder mit der eigenen Mobilfunknummer verknüpft werden. Bei letzterem Schritt wird dem neuen Nutzer eine SMS mit einem Link und einem Code zugesendet, über den eine Verifizierung der Rufnummer durchgeführt wird.

Damit die eigene ID der Gegenseite nicht verraten wird, sollte diese im folgenden Schritt durch den eigenen Namen oder ein eindeutiges Pseudonym wie den Spitznamen oder vergleichbares ersetzt werden. Die Ersteinrichtung ist damit im Prinzip abgeschlossen, doch es sind noch weitere Schritte empfehlenswert. So ist es zum Beispiel in den Einstellungen im Bereich Privatsphäre möglich, die Kontaktaufnahme durch unbekannte Personen zu unterbinden. Somit können nur von denjenigen Nachrichten empfangen werden, die auch in den eigenen Kontakten gespeichert sind. Zudem lassen sich Lesebestätigungen sich ein- und ausschalten. Angeraten ist auch ein Backup der eigenen ID, das durch ein Passwort mit mindestens acht Stellen geschützt ist.

Damit Kontakte wirklich sicher identifiziert werden, gibt es bei Threema drei Möglichkeiten. Neben der bereits erklärten Synchronisation der Kontaktliste können die öffentlichen Schlüssel auch manuell eingegeben werden, was die niedrigste Sicherheitsstufe der Identifizierung darstellt. Das sicherste Verfahren ist durchaus ungewöhnlich, denn zu jeder Threema-ID gibt es einen sogenannten QR-Code. Wenn sich zwei Threema-Anwender treffen, können sie diese Codes abfotografieren, wodurch die jeweiligen Smartphones zweifelsfrei erkannt werden. Die jeweiligen Stufen werden durch die drei Punkte in der Kontaktliste angezeigt. Threema selber erklärt das folgendermaßen:

  • Stufe 1 (rot): ID und öffentlicher Schlüssel wurden vom Server geholt, weil zum ersten Mal von diesem Kontakt eine Nachricht eingetroffen ist (oder der Kontakt manuell hinzugefügt wurde). Da kein passender Kontakt im Adressbuch gefunden wurde (mit Handynummer/E-Mail), kann man sich nicht sicher sein, ob die Person wirklich die ist, die sie in ihren Nachrichten vorgibt zu sein.
  • Stufe 2 (orange): der Kontakt wurde im Adressbuch gefunden (mit Handynummer oder E-Mail). Da der Server Handynummern und E-Mail-Adressen prüft (SMS bzw. E-Mail mit Aktivierungslink), kann man sich relativ sicher sein, dass diese Person wirklich diejenige ist, die man meint.
  • Stufe 3 (grün): der öffentliche Schlüssel der Person wurde persönlich durch Scannen des QR-Codes überprüft. Solange das Gerät dieser Person nicht gestohlen/gehackt wurde, ist es ausgeschlossen, dass ein Dritter Nachrichten von dieser Person fälschen oder Nachrichten an diese Person mitlesen kann.

Von dieser umfangreichen Erklärung zur Ersteinrichtung sollte man sich keinesfalls abschrecken lassen, denn diese liest sich komplizierter, als es tatsächlich ist. Die einzelnen Schritte sind logisch, nachvollziehbar und selbsterklärend. Der komplette Zeitaufwand zur Einrichtung beträgt nur wenige Minuten, die im Interesse der eigenen der Sicherheit investiert werden sollten. Und bei Fragen gibt es detaillierte Informationen auf der Hilfe-Seite von Threema, auf denen sogar auf die einzelnen Betriebssysteme eingegangen wird.

Die tatsächliche Nutzung funktioniert dann im Prinzip so, wie man es von anderen Angeboten wie WhatsApp oder Telegram her kennt. Textnachrichten können über die Tastatur erstellt werden, alternativ können über das Mikrofon als Sprachnachrichten verfasst werden. Und über das + neben dem Eingabefeld lassen sich auch Bilder, Videos oder Tonaufnahmen versenden sowie der eigene Standort mitteilen. Selbstverständlich stehen bei Textnachrichten alle bekannten Smilies zur Auswahl. Zudem sind auch Gruppenchats mit bis zu 20 Teilnehmern möglich, allerdings wird diese Funktion zumindest derzeit unter Windows Phone noch nicht unterstützt.

Der Empfang von Textnachrichten ist allerdings etwas gewöhnungsbedürftig, denn auch dabei setzten die Schweizer auf höchstmögliche Sicherheit und Privatsphäre. Während andere Messenger immerhin Teile der empfangenen Mitteilungen im Klartext im Benachrichtigungsfeld anzeigen, gibt es bei Threema nur eine Information darüber, dass eine neue Nachricht eingegangen ist und von wer diese gesendet hat. Den eigentlichen Inhalt kann der Nutzer erst dann lesen, wenn das Smartphone entsperrt wird und Threema geöffnet worden ist. Sofern jemand anderes das Smartphone vorher in die Hände bekommt, kann er nur den Absender, nicht aber die Nachricht sehen. Für Nutzer von Threema ist das mitunter lästig, denn ein schneller Blick auf den Sperrbildschirm ist nicht ausreichend, um die Wichtigkeit zu prüfen.

Fazit: Fazit: Nachdem die etwas aufwendigere Ersteinrichtung einmal abgeschlossen wurde, bietet Threema identische Möglichkeiten und eine genauso einfache Bedienung wie die Mitbewerber. Besitzer von Windows Phone Geräten müssen derzeit allerdings noch kleinere Einschränkungen in Kauf nehmen. Und für Nutzer eines BlackBerry- oder Symbian-Gerätes steht erst gar keine offizielle Version bereit, was sich nach Informationen von Threema in nächster Zeit auch nicht ändern wird. Außerdem müssen die Nutzer damit leben, dass bei weitem nicht so viele Kontakte über den sicheren Messenger kommunizieren, wie bei WhatsApp. Und leider kann vorher nicht überprüft werden, wie viele und welche der persönlichen Kontakte die App ebenfalls nutzen, denn eine kostenlose Testphase gibt es nicht, da der einmalige Kaufpreis sofort fällig ist. Trotz dieser Einschränkungen kann Threema absolut empfohlen werden, und alleine wegen der hohen Sicherheitsstandards raten wir auch zur Verwendung.
 
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