Tolino Vision 2: wasserdichter eBook-Reader im Test wesentlich besser als sein Vorgänger

Diskutiere Tolino Vision 2: wasserdichter eBook-Reader im Test wesentlich besser als sein Vorgänger im Sonstige Forum Forum im Bereich Smartphones und Tablets; Tolino, ein Gemeinschaftsunternehmen diverser Buchandelsketten und der Deutschen Telekom, hat seinen dritten eBook-Reader auf den Markt gebracht...
Tolino, ein Gemeinschaftsunternehmen diverser Buchandelsketten und der Deutschen Telekom, hat seinen dritten eBook-Reader auf den Markt gebracht. Der neue Vision 2 übersteht dank einer speziellen Technologie sogar kleinere Tauchgänge komplett unbeschadet. in unserem Test klären wir, ob sich der Aufpreis gegenüber dem immer noch angebotenen Tolino Shine lohnt



Der schlicht Vision genannte Vorgänger des neuen Vision 2 konnte in unserem Test vor rund sechs Monaten nicht wirklich überzeugen. Defizite in der Bedienung, vor allem aber die ausgeprägte Neigung zum sogenannten Ghosting - also zu Geisterbildern auf dem Bildschirm, die Reste früher aufgerufener Seiten mehr oder weniger stark durchscheinen lassen - haben dafür gesorgt, dass wir den Kauf des preiswerteren Brudermodells namens Shine empfohlen haben. Ganz offensichtlich hat man sich auch bei Tolino Gedanken über die Qualität des ersten Vision gemacht, denn nach nur etwas mehr als einem halben Jahr wurde er durch den Tolino Vision 2 ersetzt.

Design und Verarbeitung:

Von außen gleichen sich der Vision und sein Nachfolger Vision 2 wie ein Ei dem anderen. Beide Geräte sehen eher nach Tablet als nach klassischen eBook-Reader aus, denn die Frontabdeckung ist komplett bündig in das Gehäuse eingepasst. Wie schon beim Vorgänger liegt die Buchse für das USB-Kabel offen und der mittig unterhalb des Displays angeordnete Home-Button ist auch wieder als Sensorfeld ausgeführt. Das Gehäuse wirkt sehr gut verarbeitet, denn auch bei Bewegung gibt es keinerlei Geräusche von sich und alles fühlt sich solide an. Die Spaltmaße des Visoon 2 fallen sehr gering aus.

Bedienung:

Im Vergleich zum Vorgänger hat der Vision 2 eine neuere Softwareversion spendiert bekommen, die allerdings an den sichtbaren Stellen kaum Änderungen mit sich bringt, dafür aber diverse kleinere Fehler beseitigen soll. Beseitigt wurde anscheinend der sogenannte Refresh beim Zurückblättern. Diese Funktion soll die oben beschriebenen Geisterbilder, die nach intensiverer Nutzung systembedingt kaum zu vermeiden sind, beseitigt werden. Diese Auffrischung wird jedoch erst nach 60 aufgerufenen Seiten nötig, doch sowohl beim von uns getesteten Tolino Shine als auch beim Vision wird er auch beim einfachen Zurückblättern ausgeführt, was beim Vision 2 nicht mehr so ist.

Bei den beiden bisherigen Modellen hatten wir stets kritisiert, dass eine Einstellungsmöglichkeit fehlt, um durch einen Klick auf den linken Bildrand vorzublättern. Das wäre für diejenigen von Vorteil, die ihre digitalen Lesegeräte mit der linken Hand halten. Beim neuen Vision 2 ist das zwar nach wie vor nicht möglich, doch dafür wurde eine neue Hardware-Funktion eingeführt: tab2flip. Dabei ist die Rückseite des Readers berührungsempfindlich ausgelegt, durch "anklopfen" kann nach vorne geblättert werden. Im Normalfall funktioniert das gut, manchmal ist aber festeres klopfen notwendig - ein gutes Finger- und Koordinationstraining. Außerdem wurde gelegentlich auch dann umgeblättert, wenn der Vision 2 von einer Hand in die andere gewechselt wurde. Alles in allem eine nützliche Funktion, die allerdings noch ein wenig verbessert werden dürfte.

Zu guter Letzt noch ein Zitat aus unserem Test des Vision, das wir 1:1 übernehmen: Aufgrund der ebenen Fläche des Displays und des sehr schmalen Rands kommt der Daumen gelegentlich in den Lesebereichs, was leider ein unbeabsichtigtes umblättern zur Folge hat. Dank des versenkten Display des preiswerteren Shine passiert das bei diesem Reader nicht oder zumindest nicht ganz so leicht. Auch der als Sensor ausgelegte Home-Button des Vision kann, je nach dem wie das Gerät gehalten wird, gelegentlich unbeabsichtigt ausgelöst werden. Auch das ist beim Shine nahezu unmöglich, denn hier muss nicht gerade leichtgängige Knopf sehr bewusst gedrückt werden, um auf die Startseite aufzurufen.

Display:

Vom kapazitiven Touchscreen des Vision 2 gibt es viel erfreuliches zu berichten, denn hier wurden im Vergleich zum Vorgänger deutliche Fortschritte gemacht. Das beginnt schon bei der wesentlich gleichmäßigeren Beleuchtung, deren Stärke von unten nach oben kaum mehr abnimmt. Auch die bisher am unteren Rand gut erkennbaren hellen Stellen durch die fünf lichtspendenden Dioden sind nahezu vollständig verschwunden. Das wiichtigste ist aber, dass die Geisterbilder bei unserem Testgerät nicht feststellbar sind. Durch das klare weiß ist der Kontrast sehr hoch, was die Lesbarkeit deutlich verbessert. Mit der Neuauflage können die Vorteile des im Vergleich zum Shine deutlich weißeren Displays endlich voll und ganz genossen werden.



Besonderes:

Wie anfangs erwähnt, ist der Vision 2 wasserdicht. Im Vergleich mit diversen Smartphones, unter anderem von Samsung und Sony, geht man bei Tolino aber einen anderen und völlig neuen Weg. Bei den genannten Mobiltelefonen sollen Verschlüsse mit Dichtungen an gefährdeten Stellen, wie zum Beispiel dem Slot für eine externe microSD-Speicherkarte, dafür sorgen, dass Wasser nicht in das Gerät eindringt. Allerdings funktioniert das nicht immer zuverlässig, wie diverse Erfahrungsberichte geschädigter Nutzer zeigen. Beim Vision 2 hingegen sind die Bauteile und Verbindungen im Inneren mit einer Nanoversiegelung der Firma HZO geschützt. Deshalb ist es egal, ob Wasser in das Gehäuse eindringt, denn die Komponenten sind dagegen unempfindlich. In unserem Test funktionierte das einwandfrei, auch nach den Untertauchen in warmem Badewasser und anschließendem gründlichem Abspülen hat der Vision 2 problemlos funktioniert. Allerdings mit einer Ausnahme: am unteren Rand waren bei zwei LEDs leichte gelb-grüne Verfärbungen zu erkennen. Nachdem jedoch durch Schütteln des digitalen Lesegerätes das im Gehäuse gesammelte Wasser durch ein kleines Loch an der Unterseite entfernt wurde, waren diese Stellen verschwunden. Anscheinend hatte sich einfach nur Wasser vor den Dioden gesammelt, was die optischen Fehlern verursachte.

Die neue Nanoversiegelung ist eine reine Schutzfunktion, einen praktischen Nutzen hat sie nicht. Das zeigt sich schon dadurch, dass das Display unter Wasser auf die flächendeckende Berührung sehr konfus reagierte und im Sekundentakt die Darstellung wechselte. Zudem ist der Vision 2 lediglich in Tiefen bis zu einem Meter und für eine Zeit von 30 Minuten geschützt. Wer beim Tauchen lieber lesen möchte statt Fische zu betrachten, der muss sich etwas anderes einfallen lassen. Allerdings wird die die gewonnene Sicherheit durch einen Nachteil erkauft, denn der bisher vorhandene Einschub für eine externe Speicherkarte wurde ersatzlos gestrichen. Das sollte aber in der Regel keine Probleme verursachen: eBooks sind normalerweise nur wenige MB groß, weshalb bei 2,1 GB freiem Speicherplatz mehrere hundert Bücher platz finden sollten.

Noch eine Bemerkung zum im Reader abgespeicherten Handbuch: dort ist ein Passus zu finden, laut dem der Vision 2 nach Berührung mit anderen Flüssigkeiten als Süßwasser gründlich abgespült werden und 48 Stunden trocknen soll. Wie eine Nachfrage bei der Technikabteilung ergeben hat, bezieht sich diese leicht verwirrende Anweisung darauf, dass nach dem Ausspülen kleinere Störungen auftreten können, die jedoch nach dem trocknen verschwunden sind. Die Zeitangabe ist dabei eher als Maximalwert zu verstehen, bis auch wirklich alle Wasserreste verdunstet sind. Unser Gerät war bereits nach dem Spülen sofort wieder einsatzbereit, in diesem Fall darf es auch direkt wieder verwendet werden. Sofern Störungen wie zuvor erwähnt auftreten, sollte die Fehlerbeseitigung durch massvolles Schütteln ausreichen, um den gewohnten Zustand wieder herzustellen.

Fazit:

Der Vision 2 wurde im Vergleich zum Vorgänger in vielen Punkten (deutlich) verbessert. Das trifft vor allem auf die wohl wichtigste Disziplin zu, nämlich das Display. Dieses funktioniert endlich so gut wie es bereits beim ersten Vision erwartet wurde, nämlich in gleichmäßigem weiß und ohne Ghosting. Ein Fortschritt ist auch die Funktion zum vorblättern, wobei etwas Feintuning nicht schaden könnte. Dass der neue Reader gegen Wasser ist, verschafft unterwegs und vor allem in der Badewanne ein sicheres Gefühl. Mit den weiterhin vorhandenen kleineren Schwächen bei der Bedienung kann man bei der Summe der Vorteile daher deutlich besser leben, als dies bei der Erstauflage der Fall war. Von daher würden wir bei einem Neukauf dazu raten, die zusätzlichen 30 Euro für den Vision im Vergleich zum Shine zu investieren. Das Geld ist auf jedem Fall gut angelegt.

Besitzer des Shine müssen jedoch nicht zwingend über ein Update nachdenken, denn der erste Reader von Tolino kann auch weiter überzeugen. Auch wenn das Display nicht mit dem Vision 2 mithalten kann, ist es für sich betrachtet noch lange nicht schlecht. Darüber hinaus soll es noch in diesem Monat ein Update geben, das diverse kleinere Verbesserungen und Fehlerbeseitigungen mit sich bringt. Somit bleibt auch der Shine auf der Höhe der Zeit.
 
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