Tolino Vision: Test des eBook Readers und Vergleich mit dem Tolino Shine - Ghosting sorgt für schlechtes Ergebnis

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Unter der Marke Tolino vertreiben mehrere Buchhandelsketten zusammen mit der Telekom eine eigene Reihe von eBook Readern. Bereits seit letztem Jahr gibt es den Tolino Shine, dem vor kurzem der höherwertigere und schnellere Tolino Vision zu Seite gestellt wurde. In einem ausführlichen Test vergleichen wir die Neuerscheinung mit dem preiswerten Bruder und verraten, ob sich der Mehrpreis lohnt



Im Dezember letzten Jahres haben wir in einem zweiteiligen Test (erster Teil: Inbetriebnahme und erste Eindrücke; zweiter Teil: Nutzung im Alltag und Fazit) die Qualitäten des Tolino Shine unter die Lupe genommen, der in fast allen Punkten überzeugen konnte. Bei Tolino hat man aber offenbar noch Luft nach oben gesehen und Ende April den Tolino Vision auf den Markt gebracht, der mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 129 Euro genau 30 Euro teurer ist als sein immer noch angebotener Vorgänger. Im nachfolgenden Test vergleichen wir beide Lesegeräte und verraten auch, welcher das bessere Gerät ist.

Aussehen und Verarbeitung:

Da das sein mattgraue Display im Rahmen versenkt ist, lässt sich der Tolino Shine bereits auf den ersten Blick als eBook Reader erkennen. Dank einer komplett planen Oberfläche wirkt der Tolino Vision hingegen eher wie ein Tablet. Beim direkten Vergleich beider lassen sich noch weitere Unterschiede erkennen: der neue Vision ist rund 2 mm schmaler und dünner, 12 mm kürzer und 5 Gramm leichter. Die Anschlüsse für das Lade- und Datenkabel sowie der Einschub für die externen Speicherkarten verstecken sich beim Neuling nicht mehr hinter einer nur mühsam zu öffnenden Klappe, was die Handhabung deutlich vereinfacht. Zudem ist der zentral angeordnete Home-Button beim Shine mechanisch ausgeführt, während beim Vision eine berührungsempfindliche Schaltfläche zum Einsatz kommt. Außerdem ist der Schalter zum Ein- und Ausschalten beim Shine ein Schieberegler, während beim Vision ein Schaltknopf verwendet wird. Beide eBook Reader sind ordentlich und stabil verarbeitet, aufgrund seines dunklen Displayrahmens und der damit verbundenen Zweifarbigkeit vermittelt der neuere Vision jedoch einen höherwertigen Eindruck. Wenn der Vision jedoch mit der Scheibe nach unten abgelegt wird, wird die ebene Oberfläche aber eher verkratzen. Die Verwendung einer Displayschutzfolie ist daher dringend angeraten.

Bedienung:

Die aktuelle Firmware des Shine trägt die Versionsnummer 1.3.0, beim Vision wird Version 1.4.3 ausgewiesen. Bei der Bedienung sind allerdings nur geringe Unterschiede feststellbar, wobei vor allem zwei Dinge auffällig sind: die an sich überflüssige Freigabe als Datenträger bei einer Kabelverbindung mit dem Rechner sowie die notwendige Auswahl bei der Speicherung neu hinzugefügter eBooks werden beim Vision vollständig übersprungen. Darüber hinaus gleichen sich beide Geräte, was auch die in unserem Test des Shine kritisierten Einstellungen angeht. Dementsprechend gibt es nach wie vor keine Einstellmöglichkeit, dass mit einem Klick auf den linken Bildrand eine Seite nach vorne geblättert wird. Dabei wäre diese Einstellung für diejenigen vorteilhaft, die den Tolino mit der linken Hand halten, was sicher nicht nur bei Linkshändern der Fall ist. So muss auch weiterhin entweder mit einem Finger der rechten Hand auf den rechten Rand geklickt oder durch eine Wischbewegung mit dem Daumens umgeblättert werden. Letzteres funktioniert allerdings nach wie vor nicht immer einwandfrei, weswegen gelegentlich und natürlich ungewollt das Menü zur Einstellung von Schriftgröße, Beleuchtungsstärke u.s.w. geöffnet wird.

Das schönere Design des Tolino Vison hat zudem zwei ganz deutliche Nachteile gegenüber dem Shine. Aufgrund der ebenen Fläche des Displays und des sehr schmalen Rands kommt der Daumen gelegentlich in den Lesebereichs, was leider ein unbeabsichtigtes umblättern zur Folge hat. Dank des versenkten Display des preiswerteren Shine passiert das bei diesem Reader nicht oder zumindest nicht ganz so leicht. Auch der als Sensor ausgelegte Home-Button des Vision kann, je nach dem wie das Gerät gehalten wird, gelegentlich unbeabsichtigt ausgelöst werden. Auch das ist beim Shine nahezu unmöglich, denn hier muss nicht gerade leichtgängige Knopf sehr bewusst gedrückt werden, um auf die Startseite aufzurufen.



Display:

Der Tolino Vision ist mit einem E-Ink Carta Display ausgestattet, wie es auch beim Kindle Paperwhite verwendet wird. Der höherwertige Bildschirm soll eine gleichmäßigere Lichtverteilung und vor dank reinerem Weiß auch einen höheren Kontrast ermöglichen, wobei sich letzteres gerade im direkten Vergleich gut nachvollziehen lässt, denn der leichte Blaustich des Shine ist beim Vision nicht feststellbar. Beim neueren Reader ist tatsächlich ein nahezu unverfälschtes Weiß zu sehen, was der Lesbarkeit förderlich ist, ohne dass der Vorgänger deswegen gleich eine schlechte Figur abgibt. Bei der Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung gibt es aber nach wie vor Verbesserungspotenzial, denn beide Displays werden von jeweils fünf Leuchtdioden am unteren Bildrand beleuchtet, die die gesamte Lesefläche mit Licht versorgen müssen. Systembedingt sind beide Bildschirme daher am unteren Bildrand etwas heller als am oberen, zudem weisen hellere Spots auf die Positionen der einzelnen LEDs hin. Hier würde nur eine zusätzliche Reihe von Dioden an der Oberseite Abhilfe schaffen, was jedoch sicher mit einem höheren Preis einhergeht.

Bei der ersten Begutachtung und auf in der Theorie spielt das E-Ink Carta Display also seine Vorteile erst einmal aus. In der Praxis muss sich das Display des neuen Tolino Vision allerdings heftige Kritik gefallen lassen, denn in vielen Situationen zeigt sich sehr deutliches, unschönes und natürlich völlig inakzeptables Ghosting. Dadurch sind etlichen aufgerufenen Seiten klar erkennbare Reste vorher aufgerufener Seiten zu sehen, die mehr oder weniger stark durchscheinen und daher das Lesevergnügen nachhaltig trüben. Wir konnten die Probleme sind auf beiden zur Verfügung stehenden Testgeräten nachvollziehen, weshalb von einem grundsätzlichen Problem des Vision auszugehen ist. Es konnte bislang nicht geklärt werden, ob dies an den verwendeten Bildschirmen oder an der eingesetzten Software liegt. Sollte letztere Schuld an den Geisterbildern sein, gibt es immerhin Hoffnung auf Nachbesserung oder sogar einer kompletten Beseitigung der fehlerhaften Darstellung. Eventuell haben jedoch alle reinweißen Displays mit vergleichbaren Problemen zu kämpfen, denn bei unserem Test des Konkurrenzmodells Kobo Aura HD wurden ähnliche Probleme festgestellt.

Fazit:

Der Tolino Vision wirkt eleganter und sieht besser aus als der preiswertere Shine, und verfügt über das (noch) besser ablesbare Display. Zudem lässt er sich leichter und schneller mit neuen Inhalten befüllen. Die Vorteile des neueren Readers sind damit aber schon komplett aufgezählt, denn auf Grund seiner Mängel im Detail ist der Vision seinem preiswerteren Bruder klar unterlegen. Während man mit den Nachteilen des versehentlichen Umblätterns möglicherweise noch leben kann, ist das Ghosting des Displays ein absolutes Ausschlusskriterium. Derzeit können wir deswegen vom Kauf des Tolino Vision nur abraten, der Aufpreis von 30 Euro sollte besser in den Kauf von Büchern investiert werden.
 
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