US Gericht zwingt Verdächtige iPhone via Touch ID zu entsperren

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iPhones bieten neben einer starken Verschlüsselung auch einen Fingerabdrucksensor, also kann nur der Nutzer mit dem richtigen Finger das Gerät entsperren.nnEs ist durchaus ratsam sein iPhone mittels Passcode und Fingerabdruck vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Im Falle eines Diebstahls wird der "Neubesitzer" durch diese Sicherungsmaßnahmen wenig Freude an seiner Beute haben.
Doch wie ist es, wenn im Zuge einer Strafverfolgung eine Ermittlungsbehörde den Zugriff auf ein via Touch ID geschütztes Gerät wünscht? Viele werden sich noch an den Zweikampf FBI <-> Apple erinnern. Das kalifornische Unternehmen weigerte mittels Hack dem FBI Zugriff auf ein iPhone zu ermöglichen, auch durch Gerichte lies sich Apple nicht dazu bewegen die Verschlüsselung eines iPhone 5c zu umgehen. Schlussendlich hatte das FBI dann via israelischer Spezialisten Zugriff auf das Gerät bekommen, so sagt die Ermittlungsbehörde wenigstens aus. Über das Wie schweigt das FBI bis heute und wahrscheinlich bis in alle Ewigkeit.

Und wieder ist es das FBI, welches den Zugriff auf ein gesperrtes iPhone erzwingen wollte. Innerhalb von nur 45 Minuten nach ihrer Festnahme wurde eine Verdächtige in den USA von einem Gericht dazu verurteilt, ihr iPhone mittels Touch ID zu entsperren und somit dem FBI Zugriff auf die darauf gespeicherten Daten zu gewähren. Die LA Times berichtet dazu:


"...There, authorities obtained a search warrant compelling the girlfriend of an alleged Armenian gang member to press her finger against an iPhone that had been seized from a Glendale home. The phone contained Apple’s fingerprint identification system for unlocking, and prosecutors wanted access to the data inside it.

It marked a rare time that prosecutors have demanded a person provide a fingerprint to open a computer, but experts expect such cases to become more common as cracking digital security becomes a larger part of law enforcement work.

The Glendale case and others like it are forcing courts to address a basic question: How far can the government go to obtain biometric markers such as fingerprints and hair?​


Das ist schon starker Tobak! Denn das Gericht erlaubte die Anwendung von Zwangsmaßnahmen gegen die Verdächtige, so diese sich weigere das iPhone mittels Fingerabdruck zu entsperren.
Interessanter Aspekt, würde die Verdächtige nun bewusst dreimal in Folge einen falschen Finger auf den Scanner legen, so würde automatisch die Eingabe des Passcodes notwendig. Was also dann? Zwangsmaßnahmen gegen die Verdächtige, so sie ihr Passwort nicht an das FBI mitteilt?

Meinung des Autors: Sehen wir eine Eskalation des gerade abgelaufenen Streites zwischen Apple und FBI, der Weigerung Apples die Sicherungsmaßnahmen des iOS auf Anordnung der Behörde auszuheben?
Mir selbst läuft da schon ein kalter Schauer über den Rücken, wenn Gerichte mit Zwangsmaßnahmen (wie auch immer die aussehen mögen) gegen Verdächtige drohen.
 
Aica

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Ich weiß nicht, ob man das vergleichen kann, aber wenn die Polizei bzw das Gericht in das Haus/die Wohnung, oder an die darin enthaltenen Unterlagen, Bücher, Notizhefte etc möchte, reicht ein einfacher Durchsuchungsbefehl und es wird gemacht.
Mir ist nicht bewusst, dass dies so umstritten wäre, sondern eher nachvollziehbar ist, wenn das Gericht dort Beweise vermutet.
So ist ein iPhone ja eigentlich nichts anderes als ein paar Notizhefte und Fotoalben in einem Haus. Es ist natürlich alles auf ein mal in einem Gerät und die komplette Privatsphäre, aber dennoch finde ich das eigentlich ziemlich ähnlich und gut vergleichbar.

Liege ich da mit meinen Gedanken richtig? Oder bedenke ich etwas entscheidenes nicht?

Dass Apple allerdings dem FBI nicht helfen wollte, finde ich vollkommen richtig so. ist ja nicht das Problem von Apple,

Wobei. Was wäre, wenn ein dicker Safe im Keller existiert und das Gericht da drann möchte? Ich kann nur davon sprechen, was ich aus amerikanischen Filmen kenne. Der Hersteller des Safes wird befragt, ob er helfen kann und der hat evtl die passende Software (Wenn es ein Zahlencode ist), den Safe zu entsperren.
 
G

Gast185332

Gast
Nun, irgendwo kann ich deinen Gedanken folgen @Aica. Der Haken, um Touch ID zu nutzen bedarf es einer körperlichen Betätigung des Nutzers. was also, wenn dieser seinen Finger nicht auflegt aus freien Stücken? Bliebe körperliche Gewalt? Ab hier finde ich es gruselig...

In Deutschland gottlob kein Thema, hier steht es jedem Verdächtigen frei, ob er sich selbst belasten möchte oder nicht.
 
Aica

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Hmm ja ok, stimmt. Man muss jemandem den Arm fest halten.. Wenn es unklar ist, ob die Person wirklich die schuldige Person ist, dann ist das halt doof, wenn man selbst einfach nur seine Privatsphäre wahren möchte ohne dem Gedanken, dass man einen Beweis verstecken möchte.
 
numsi

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Wird alles noch kommen, auch in Deutschland,wenn es der " nationalen Sicherheit"dient, der Terrorismus egal von wem ist ja schon da.
Wir werden es vermutlich zunächst " humaner "versuchen, also nicht waterboarding ( USA) oder Nägelrausziehen , Wassertropfmethode ( China). Wenns wirklich ernst wird, dann härtere Methoden. Meine Prognose.


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Aica

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Ich denke nicht, dass die vor Gericht eine Wassertropfmethode genutzt haben/nutzen werden, welche übrigens von den Franzosen erfunden wurde, wenn du das meinst mit dem Tropfen Wasser auf die Stirn/den Kopf.
 
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