Was ist "Genieo" und wie bekomme ich es wieder von meinem Mac?

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"Genieo" - eine "nette" Zugabe, welche sich oft genug in Downloads zu Programmen wiederfindet. Doch was ist "Genio" und wichtiger, wie entfernt man es wieder vom Mac?

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Macs, oder besser deren Betriebssystem OS X, gelten als sehr resistent gegen Schadsoftware. Oft genug wird das mit der, im Vergleich, geringen Verbreitung des Systems in Verbindung gebracht und der daraus resultierenden Unatrakcivität für Programmierer von Schadsoftware. Dem ist nicht so, OS X basiert auf UNIX und ist allein aufgrund dieses Umstandes schwer, bis überhaupt nicht, mit Schädlingen im klassischen Sinne zu infiltrieren, aber darum geht es hier am Ende nicht.

Bei aller Sicherheit, welche OS X von Haus aus mit sich bringt, gibt es tatsächlich unerwünschte Software, welche man als Mac-User im Netz aufsammeln kann - "Genieo" ist ein solcher Kandidat.

Was ist "Genieo"?

Bei wikiHow wird Genieo als "ein Suchmaschinen-Programm" bezeichnet, "das bei der Installation deine persönlichen Einstellungen und die Standardeinstellungen deines Browsers ändert".
Dabei wird Genieo nicht als klassisches Virus oder Malware angesehen, denn das ist Genieo tatsächlich nicht. Dennoch, einmal installiert ist Genieo eine Seuche. Suchanfragen im Netz werden quasi durchgehend mit Werbung (sponsored Links) beantwortet, ein "befallenes" System regiert unter umständen langsam oder friert ein.

Hinter Genieo steckt ein israelisches Startup, welches eigentlich positive Ziele mit der Engine . Ziel war die Entwicklung einer "personalisierten Empfehlungsmaschine", Suchen im Netz sollen mit Genieo personalisiert ablaufen und genau auf den jeweiligen Nutzer zugeschnitten werden. Entsprechend positiv vielen frühere Berichte zu Genieo aus.
Tatsächlich kann man über eine offizielle Seite Genieo herunterladen und installieren, es wird auch ein passender Uninstaller bereitgestellt (zu diesem später mehr).
Von den hehren Zielen ist am Ende bei Genieo wenig umgesetzt, denn "Personalisierung" ist am Ende ein Bombardement mit Werbung.

Hinter Genieo steckt tatsächlich eine Interessengruppe, deren Ziel am Ende das Geld des Nutzers ist. Gezielte Werbung dient bekanntlich auch der Beeinflussung des Konsumverhaltens. Hierzu funkt Genieo seine Erkenntnisse, sprich das Suchverhalten des Nutzers, in alle Welt. Mit Little Snitch kann die Kommunikation von Genieo mit allen möglichen Servern dieser Welt leicht mitverfolgt werden.

Wie kommt Genieo auf den Mac?

Neben dem offiziellen Vertriebsweg über ein eigene Internetseite, www.genieo.com, verbreitet sich Genieo aber meist über dubiose Wege. Das "Tool" ist zum Beispiel als Dreingabe zu Downloads von Software verpackt, zur Verbreitung dienen dabei Software-Portale wie zum Beispiel Sofotonic, aber auch über die Portale von "Fachzeitschriften" wie Computer Bild und Co. wird Genieo verbreitet.

Dabei nutzen die Macher von Genieo zur Verbreitung einen Umstand aus, Mac User fühlen sich sicher im Netz, denn echte Schädlinge gibt es nicht und man kann sich mit einigen Regeln bei der Nutzung vor den wenigen Gefahren leicht schützen.
Was soll schon passieren, wenn man Software aus einem Portal lädt? Mit einer Dreingabe von Ad-Ware rechnet man als Mac Nutzer einfach nicht.
Genieo wird also quasi Huckepack mit der eigentlichen Software geliefert, welche man installieren wollte. Wird hier unterwegs das Admin-Passwort abgefragt, dann kommt man als Mac User eher nicht in´s grübeln, man installiert ja von einer sicheren Quelle. Deutlich denkste!

Genieo kommt also immer als Zugabe, das fiese dabei, dass Tool kommt als .pkg Datei daher und gräbt sich damit tief in das System ein. Da man Genieo aber nciht sieht und ja im Grunde gerade Software "XY" installiert, die Quelle sicher ist, da gibt man also das Admin-Passwort ein und umgeht somit die letzte Sicherung des OS X. Öffnet man nun die eben installierte Software fragt der Mac noch nach "Bist du sicher, was du da tust?" und ja, man ist sicher.
Somit umgeht Genieo recht elegant den Gatekeeper und das "Hirn des Users" schafft es auf den Mac.

Wie schon geschrieben, Genieo ist keine Schadsoftware im Wortsinn. Die Art und Weise, wie Genieo verbreitet wird spricht aber deutlich eine andere Sprache.

Wie schütze ich mich vor Genieo, wie kann ich erkennen das Genieo auf meinem System installiert ist und wie werde ich Genieo wieder los?

Wie also kann man sich vor Genieo schützen? Weiss man einmal um den Umstand, dass Schadsoftware nicht immer ein Virus oder Malware ist, sondern auch ein ganz offizielles Tool ist, welches von diversen Interessengruppen vertrieben wird, dann ist der Schutz einfach.
Egal welche Software, bezieht sie von der Seite des Herstellers. Portale wie Softonic und auch die Download-Bereiche diverses "Computer-Fachzeitschriften" gilt es zu meiden. Kein Entwickler, der etwas auf sich hält, wird einen Schund wie Genieo seiner Software beipacken. Das es ebenso gilt, von Quellen Abstand zu halten, die zur Verbreitung gecrackter Software dienen, solches muss nicht weiter erwähnt werden.

Um Genieo zu erkennen, ist es einmal installiert, reicht die normale Nutzung des installierten Browsers. Präsentieren Safari und Co plötzlich Werbung im Übermaß, so kann man stutzig werden. Insbesondere wenn gerade neue Software, aus besagten Quellen, auf dem Mac installiert wurde. Zudem sorgt Genieo gerne für "Voodoo" auf dem Mac, merkwürdige Problem, hohe Auslastung von CPU und RAM...hat man Genieo auf dem Mac, so bemerkt man dies schnell.

Möchte man absolute Gewissheit, so kann man sein System von einem Tool mit Namen "EtreChek" prüfen lassen. Ist Genieo installiert, das Tool findet den "Schädling" und listet diesen in einem Log, als "Start-Agent".

Ab hier wird es nun hart, denn die Entfernung von Genieo ist nicht so einfach gemacht. Da sich Genieo tief im System eingräbt ist das Finden aller zugehörigen Einträge im Grunde unmöglich. Zudem, so man Einträge im System, von Genieo hinterlassen, löscht, so lädt das Tool diese flugs wieder nach. Wir erinnern uns, zur Installation musste das Admin-Passwort eingegeben werden, man hat als Nutzer also dem Tool dieses Verhalten durchaus erlaubt.

Tatsächlich liefert Genieo einen Uninstaller mit. So gehört es sich schliesslich, so ein Programm als .pkg Datei herkommt und die Berechtigung vom User sich in´s eigentliche System schreiben zu dürfen und an diesem Veränderungen vornehmen zu dürfen. Der Haken, der mitgelieferte Uninstaller arbeitet, ob von den Machern beabsichtigt oder nicht, unzureichend. Nach Ausführung findet sich Genieo noch immer auf dem System und geht fröhlich seiner Arbeit nach. Auf diesem Wege ist Genieo also nicht beizukommen. Schaut man zum Beispiel in Apples Support Forum, oder in Foren wie Apfeltalk und MacUser vorbei, es finden sich unzählige Threads rund um Genieo und dessen Entfernung. Die Quintessenz - Mac platt machen und neu aufsetzen.

Um Genieo wirklich wieder vom Mac zu bekommen hilft nur ein komplettes Neuaufsetzen des Systems, besagter harter weg. Dabei sollte man nicht mit Hilfe von Time Machine das System aus einem Backup wieder aufsetzen, man sollte komplett bei Null beginnen. Inhalte wie Fotos, Musik, Dokumente und so weiter sollten händisch in das frisch installierte System aus dem Backup von Time Machine zurückgeführt werden.

Fazit

Genieo ist tatsächlich keine Schadsoftware. Aber Genieo verbreitet sich wie ein Schädling, umgeht gekonnt die Sicherungen des Systems und ist am Ende nicht ohne weitere zu entfernen.
Tatsächlich kann man Genieo leicht auf dem Mac vermeiden, so man sich an die grundlegenden Verhaltensregeln zur Nutzung des Internet und zur Installation von Software hält - Software nur von den Seiten der eigentlichen Entwickler beziehen, auf keinen Fall arglos das Admin-Passwort eingeben, so man keinen eigentlichen Bezug zur Aufforderung der Eingabe herstellen kann. Tatsächlich leicht, man sollte darauf aber auch als Mac User achten...

Am Ende gilt übrigens alles, was zur Verbreitung und zur Entfernung von Genieo hier geschrieben steht auch für Nutzer von Windows, denn auch für dieses System ist Genieo verfügbar. Ein Vorteil, den Windows Nutzer hier gegenüber Mac Usern haben, sie sind sich der Gefahren im Internet meist deutlich bewusster und daher von Haus aus etwas misstrauischer im Netz unterwegs.
 
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