Zugunglück in Bad Aibling ...

Diskutiere Zugunglück in Bad Aibling ... im Café Bla Forum im Bereich Community; Jetzt hat man den "Schuldigen", ging ja recht flott. Und nun ? Es gibt so viele Opfer (direkt und indirekt), einen Riesen-Schaden (finanziell). Da...
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Norbert1953

Gast
Jetzt hat man den "Schuldigen", ging ja recht flott.
Und nun ? Es gibt so viele Opfer (direkt und indirekt), einen Riesen-Schaden (finanziell). Da hat jmd. fahrlässig eine Katastrophe verursacht.
Was macht man jetzt ? Anklage wegen "fährlässiger Tötung" und "gefährl. Eingriff in den Bahnverkehr". "Juristisch" absolut notwendig und korrekt, keine Frage.
Welches Urteil am Ende ? "Bewährungsstrafe" geht nicht, er wird zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden, von den zivilrechtlichen Schadensersatz-Forderungen mal ganz abgesehen. Damit ist eine junge Familie (Frau/Kinder) auch unwiderruflich und endgültig ruiniert. Das ganze soziale Umfeld ist zerstört, "ER" wurde nicht inhaftiert, sondern nur an einen "sicheren Ort verbracht".
"ER" kann sich eigentlich nur noch das Leben nehmen, eine (lebenswerte) Zukunft hat er nicht mehr. Verdammt traurig, dass wegen eines kleinen Fehlers mit so katastrophalen Folgen alles kaputt geht.
In der Haut des zuständigen Richters möchte ich nicht stecken . Das ist so ein Fall, wo ich mir "Gnade vor Recht" wünschen würde ...
 
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Gast185332

Gast
Hab das heut im Radio gehört, im Auto auf dem weg nach hause. Und seither denke ich die ganze Zeit auch nur...was macht man mit dem Menschen jetzt. Ich bin kein Jurist, daher kann ich die wirklichen Folgen (die rechtlichen) für den Betroffenen, denn das ist er imho genauso wie die Opfer des Unglückes auch, nicht absehen.

Natürlich, der Mensch hat eine schlimme Katastrophe verursacht, vielen Familien ein unsägliches Leid zugefügt. Schlimm das ist. Aber, eben dieses ABER, er hatte keinen Vorsatz. Inwieweit nun Fahrlässigkeit in diesem Fall für Schludrigkeit steht, dies weiss nur der Mensch selbst. Von aussen gesehen, schlimm auch für den Verursacher. Er wird nicht des morgens in die Arbeit und "Och, heut werd ich mal so richtig Scheisse bauen und damit unzählige Menschen ins Unglück oder den Tod stürzen", so eine Einstellung kann ich mir nicht vorstellen.
Der Verursacher hat, banal dies klingt und unverhältnismässig auch, vielleicht einen ganz schlechten Tag erwischt haben. Einen schlechten Tag, wie ihn jeder von uns haben kann. Nur das in diesem Fall dann ein solches Unglück aus dem schlechten Tag resultierte...

Tja, da ein wirklich angemessenes Urteil sprechen, welches wirklich alle Seiten berücksichtigt? Ich könnte das nicht, denn mir tun am Ende wirklich beide Seiten Leid. Opfer...und tatsächlich auch der Verursacher.
 
applekorn

applekorn

Der Lesende
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Was anderes,

Bei uns ist letzte Woche ein 20 Jähriges Mädchen erstochen auf dem Waldweg gefunden worden. Mindestens 15 Messerstiche, leider tot.
Naja man hatte ein ganz komisches Gefühl weil das Böse unmittelbar in der Nähe ( Nachbarschaft ) stattgefunden hat.
Am We hab ich erfahren, der Täter war ein Sohn eines ehemaligen Sportkameraden von mir. Eine sehe angesehene Familie im Dorf, vom Opa angefangen bis zum Jüngsten alle sehr eingebunden im Vereinsleben usw. Ich war echt total schockiert.
Man kennt sich, man kennt den Täter. Was macht die Familie, gerade auf dem Dorf. Am besten das Haus verkaufen und weg ziehen ? eine Schande für die Eltern, Ureltern ? Boa echt, die Realität ist so nah und von einem Moment auf den Anderen ist dein Leben völlig verändert. Bin echt gespannt wie es weiter geht für die Familie. Ich werde mich ihnen gegenüber nicht zurück ziehen.
 
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Norbert1953

Gast
Das "nicht zurückziehen" ist sehr nobel von Dir, größten Respekt !
Der Täter muss bestraft werden, abhängig von "Schuldfähigkeit" etc. Aber zum Glück haben wir keine "Sippenhaft" mehr, wie in unsäglichen Zeiten, die noch nicht allzu lange her sind.
Dass diese Angehörigen, egal bei Dir in der Nachbarschaft oder in Bad Aibling oder sonstwo kein "normales Leben" mehr haben können, ist schon schlimm genug.
Die darf man nicht "fallenlassen" oder "schneiden", nein, ganz demonstrativ drauf zugehen !
Sehr schön/gut, Deine Einstellung !
 
applekorn

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Der Lesende
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Gebe ich dir absolut recht.

Ich glaube das schlimmste ist, gerade in dem was ich geschrieben habe, die Vorwürfe was sich wohl die Eltern nun machen, Vorwürfe des eigenen Versagens, ein Kind zu lieben was ein Mörder ist, es ist aber immer noch IHR Kind.
Es ist ganz schlimm finde ich, in so eine Situation zu kommen.
Wenn ich da an meine eigenen Kinder denke, puh da kommen ein echt die Tränen.
 
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Norbert1953

Gast
Das Urteil ist gesprochen, 3 Jahre und 6Monate Haft. Bei "guter Führung" wird es die "2-Drittel-Regelung" geben, d.h. gut 2 Jahren wäre er wieder frei. Die Nebenkläger verzichten auf zivilrechtliche Ansprüche .
Und nun ? Ich weiss nicht, wie ich geurteilt hätte ...
Der Mann hat großes Unglück verschuldet, er hat auch sein Leben (und das seiner Familie) zerstört.
Natürlich konnte man ihn nicht straflos davon kommen lassen, aber wem nutzt es, ihn jetzt einzusperren ? Bin ratlos ...
 
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Gast185332

Gast
Ich saß da gestern morgen auf dem Weg zur Arbeit im Auto, als ich von dem Fall wieder hörte, dass ein Entscheidung anstünde...

Gedacht hab ich "Arme Sau, bezogen auf den Fahrdienstleiter und "Arme Angehörige...die Opfer...VERDAMMT!". Ab da der totale Zwiespalt in meinen Gedanken. Was soll jetzt ein Urteil gegen einen ganz offensichtlich reumütigen Schuldigen bringen? Sein Leben ist ebenso zerstört, denn diese Geschichte selbst verarbeiten wird er wohl nie und damit schon per se klein normales Leben mehr führen (mal von anderen, offensichtlicheren, Dingen ab). Dennoch hat er grandios Scheisse gebaut (sorry die Wortwahl) und es sollte entsprechend auch offizielle Konsequenzen haben.
Aber wirklich einig wurde ich mir bei den Überlegungen am Ende dann doch nicht...
 
N

Norbert1953

Gast
Genau SO sehe ich das auch, ging/geht mir nicht aus dem Kopf .....
EINMAL einen großen Fehler gemacht, ok, grob fahrlässig, und das ganze Leben ist beim Teufel.
Ist mir schon klar, das Leben der Opfer ist ebenso kaputt (oder ganz zu Ende) ...
Ist ein Elend, für alle ....!
 
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